Die Verlogenheit der Kriegsparteien bzgl. Mali

Veröffentlicht: 30. Januar 2013 in Weltliches und Politik

Die ignorante und gleichgeschaltete westliche Presse und die Verlogenheit westlicher Außenpolitik in Afrika und der islamischen Welt:
Weinendes-Kind-320

„…Durch nahezu alle Berichte deutscher Medien ziehen sich zwei Argumentationslinien, die den „Gegenschlag“ Frankreichs begründen und befürworten. Zum einen ist die Rede vom „islamistischen Terrorismus“. Tatsächlich gibt es – neben anderen Aufständischen – auch Islamisten in Mali, die sich gegen die Regierung erhoben haben. Und schon weiß der seit langem auf Terrorismus geschulte Redakteur, dass hier nur der kurze Prozess, die militärische „Mission“ (Intervention, Operation oder Einsatz kommen als Verschleierungsbegriffe auch gern vor) helfen kann. Können die Redaktionen nicht lernen oder wollen sie nicht?…

Das zweite verlogene Argument ist das der Demokratisierung. Warum ausgerechnet jene Länder, die in Afrika und im arabischen Raum in der Vergangenheit wie die Sau gehaust haben und noch immer ihren Rohstoff-Vorteil dort suchen und finden, in diesen Gegenden die Demokratie etablieren sollten, ist schleierhaft. Auch im Fall Mali gilt die aktuelle Regierung, die sich mit der gütigen Genehmigung der Franzosen eingerichtet hat, als demokratisch. Wie das mit dem Mord an etwa 50.000 Tuaregs zu vereinbaren ist, der von Milizen (Ganda Koi) verübt wurde, die in den 90ern von Kräften organisert wurden, die heute die Regierung stellen, mögen uns die Demokratiespezialisten nicht erklären. So wenig wie sie ihren Lesern und Zuschauern die idiotischen, mit dem Lineal gezogenen Kolonialgrenzen erklären wollen, unter denen besonders nomadische Völker wie die Tuareg zu leiden haben und die Dauerursache für afrikanische Kriege sind.
Why do Arab scholars praise Deobandis

Es ist die Mischung aus europäischer Ignoranz, dämlicher Besserwisserei und Regierungsfrömmigkeit, mit der in den Medien der deutsche Außenminister ohne jeden Widerspruch zitiert wird: „Der Einsatz Frankreichs in Mali ist notwendig, er ist richtig und er ist auch vom Völkerrecht gedeckt.“ Das Völkerrecht hat in Mali gerade Urlaub und die von Westerwelle bereits zugesagte logistische Unterstützung der französischen Armee ist die reine Zuhälterei für einen immer noch kolonialistischen Krieg. Deshalb müsen die Sub-Zuhälter in den Redaktionen auch nicht nachdenken, wenn sie den französischen Außenminister zitieren, der mal wieder einen kleinen Krieg weissagt, der nur eine „Frage von Wochen“ sein würde. Sollten die Kriege in Afghanistan und Libyen nicht auch von kurzer Dauer sein? Egal, wer da stirbt, ist doch nur so´n Ali aus Mali. Die einzelnen toten Franzosen allerdings werden jetzt schon sorgsam gezählt.“

Quelle: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Mali/gellermann.html
In Mali „schnell mal Krieg machen“, 16.01.2013 (Friedensratschlag)
http://www.ag-friedensforschung.de

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