Archiv für November, 2010


Usul Al Fiqh

Methoden des islamischen Rechts

Usulul-fiqh ist eine Wortkombination und besteht aus den Wörtern:
usul und fiqh. Beide Wörter haben sowohl eine linguistische als auch eine fachspezifische Bedeutung.

Linguistische Definition Usulul
Al-Asl ist Singular von Al-Usul und besitzt zwei Bedeutungen: 1. „Asl“ ist das, worüber etwas anderes aufgebaut wird, d. h. das Fundament, die Basis. 2. Asl ist der Ursprung.

Linguistische Definition von Fiqh
Al-fiqh bedeutet, „das Begreifen, das Verstehen, Einblick haben in etwas“. In dieser Bedeutung wurde es im Quran verwendet. (11:91).

Linguistische Definition von Usulul-Fiqh
Die Fundamente, auf die das angestrebte Verständnis aufgebaut wird.
Fachspezifische Definition von Asl
al-Asl besitzt fachspezifisch vier Bedeutungen:
1. als Ad-Dalil: „etwas“ das zum Erstreben führt; der Beleg und der Beweis. Z. B. Der Asl dieser Angelegenheit ist der Quran bzw. die Sunna, d. h. die Belege dieser Angelegenheit aus dem Quran bzw. die Sunna lauten … (Usulul-fiqh = die Belege von Fiqh)
2. als Ar-Rudschhan: „das Überwiegende und das Wahrscheinlichere“ z. B. bei den Wörtern ist ihre eigentliche in der Sprache festgelegte Bedeutung, d. h. das, was man sich bei den Wörtern spontan als Erstes vorstellt, ist ihre sprachliche Bedeutung und nicht die metaphorische Bedeutung.
3. als Al-Qa’idatul-mustamirra: „die Regel bzw. die beständige Norm. Z. B. Die Erklärung des Fleisches eines verendeten Tieres für mubah für den in Not Geratenen erfolgt abweichend von Al-Asl, d. h. abweichend von der Scharia-Regel, die festgelegt, dass der Verzehr dieses Fleisches im Normalfall haram ist.
4. als As-Suratul-maqisu alaiha: „das mit dem verglichen wird“ bzw. das, was bei Qiyas als Ausgangsthese und als Vergleichsgrundlage dient. Z. B. Al-Asl ist, dass alles, was berauschend macht, haram ist.

Fachspezifische Definition von Usulul-fiqh
> Das Wissen über die fundamentalen Regeln, durch welche die praxisbezogenen, scharia-gemäßen Normen aus deren spezifischen Scharia-Belegen abgeleitet werden.
> Die Adilla (= Quran, Sunna Idscham etc.) auf die der Fiqh aufgebaut wird, und alles, mit dessen Hilfe diese Adilla/Belege im Allgemeinen festgestellt wird.
> Die Kenntnis über Dalailul-fiqh im Allgemeinen, über die Art ihrer Anwendung und über deren Anwender. (Die letzte Definition ist von Imam al-Baidavi und die Umfassebenste)

Dalailul-fiqh
Singular von dalail ist dalil und bedeutet Linguistisch „etwas, das zu etwas führt“. Fachspezifisch bedeutet Dalil: „etwas, womit man durch richtige Überlegung zu einer Schlussfolgerung kommt“.
Dalailul-fiqh schließen alle Dala-il von Fiqh ein, seien sie umstritten oder nicht. Sie umfassen somit ausschließlich, jedoch uneingeschränkt alle Dala-il von Fiqh (z. B. Quran, Sunna, Idschma etc.) Die Kenntnis über Dalailul-fiqh bedeutet, dass man weiß, dass z. B. Quran, Sunna, Idschma, Qiyas als Beleg-Quellen dienen, und dass z. B. der Imperativ für die Wadschib-Handlungen verwendet wird.

Einführung
Der Wissenschaftszweig Usulul-fiqh war zur Zeit des Gesandten Muhammed (sallahu alaihi veselam) als solcher nicht bekannt, weil die Notwendigkeit dafür nicht gegeben war. Die Sahaba besaßen als arabische Muttersprachler ein exzellent ausgeprägtes Sprachgefühl und kannten kaum Defizite oder Probleme mit dem Arabischen. In Zweifels- u. Ausnahmefällen fragten sie den Gesandten (s.a.s.) und bekamen von ihm die Antwort. Nach der Ausbreitung des Islam in die benachbarten Ländern verließen viele Sahaba die arabische Halbinsel und vermischten sich mit Nicht-Arabern. Als Nebeneffekt dieser Entwicklung entstanden verschiedene Dialekte, zu Lasten der arabischen Sprache. Zudem waren viele der neuen Muslime dem Arabischen nicht mächtig. Die Notwendigkeit, diesen neuen Muslimen den Zugang zum Arabischen zu ermöglichen, führte dann zur Entstehung der Sprachwissenschaft und der Grammatik. Hinzu kam ein weiterer Nebeneffekt, die Entstehung der beiden Denkrichtungen, der Schule von Ar-Rai u. der Schule von Al-Hadit und deren sehr kontrovers ausgeführten Differenzen.

Salahud Din Ayyubi ra

Die Ar-Rai-Schule entwickelte sich im Irak. Da sich dort die Verfälschung und Erfindung von Hadithen verbreitet hatte, waren die Gelehrten bei der Überlieferung von Hadithen sehr vorsichtig, was sich auf die Verbreitung von Hadithen auswirkte. So neigten die Gelehrten dort mehr zur Forschung und Ableitung, was die fortschreitende Entwicklung und Anwendung von Al-Qiyas zur Folge hatte. Sie bemängelten an der Al-Hadit-Schule deren Inkompetenz im Hinblick auf Ableitung sowie deren Übertreibung bei der Überlieferung von jeglichen Hadithen. Die Al-Hadith-Schule etablierte sich in Mekka und Medina. Sie beschäftigte sich fast ausschließlich mit der Hadtih-Überlieferung und vernachlässigte die Ableitung und Interpretation von Normen gemäß Qiyas. Sie bemängelte an der Ar-Rai-Schule die Voranstellung von Al-Qiyas vor der Ahad-Überlieferung sowie die Zurückweisung von Hadithen, wenn dieser Al-Qiyas widerspricht.

In dieser Zeit lebte Imam Asch-Schafi’i. Imam Schafi’i war sowohl in der Ar-Rai-Schule als auch in der Al-Hadit-Schule bewandert und somit in allen Disziplinen der Islamologie. Die engstirnige Meinung, mit dem beide Schulen die eigene Meinung über alles stellten und abweichende Meinungen geringschätzten, bedrückte Imam Schafi sehr. Dieses veranlasste ihn, ein Buch „Ar-Risala“ zu verfassen, in welchem er als Erstes eine Synthese zwischen beiden Schulen herstellte. Themen dieses Buches waren:
An-Nasikh und Al-Mansukh (das Abrogierende u. d. Abrogierte)
Al-Aam und Al-Khaas (das Umfassende u. d. Ausgesonderte)
Al-Mutlaq und Al-Muqay-yad (das Absolute u. d. Eingeschränkte)
Al-Mudschmal und Al-Mubay-yin (das nicht aufklärbare Mehrdeutige u. d. Aufklärende)
As-Sunna
Al-Qiyas
Al-idschma
Al-idschtihad, Al-Mufti (und seine Voraussetzungen.

Mufti Mustafa Ceric von Bosnien

Es war somit das erste Buch das systematisch Usulu-fiqh behandelte.
Erläuterung der Definition von:

Al-ilm
Das Wissen (ilm) wird definiert als „die unveränderbare, gesicherte Erkenntnis, die der Realität entsprecht“ bzw. „die unerschütterbare Gewissheit, die bewiesenermaßen der Realität entspricht. Da Al-fiqh jedoch unter die Kategorie von „Az-zann“ (Vermutung, nicht eindeutig gesichert) fällt, wird in diesem Zusammenhang der Begriff Al-ilm in Bezug auf den Faqih verwendet, für den die Fiqh-Norm, zu der er sich entschlossen hat, als die richtige angesehen wird, d. h. aus seiner Perspektive existieren die übrigen Möglichkeiten nicht mehr und seine Ableitung gilt als die eindeutige gesicherte Kenntnis danach.

Die Norm
Die Norm bezeichnet eine vollständige Fiqh-Relation (z. B. Wein ist haram) und stellt damit eine Einschränkung dar, mit der das Wissen über die Wesen, die Attribute und die Handlungen ausgeschlossen wird.

Sheikh Abdul Fattah Al Bizem, Mufti of Damascus; Mr. Basel Kas Nasrallan, Secretary for Christian and Islamic Relations for the Syrian Arab Republic;

…scharia-gemäß
Unter Scharia-gemäß werden alle Normen ausgeschlossen, die nicht der Scharia entstammen oder aus ihr abgeleitet werden.

…praxisbezogenen
Praxisbezogene beschreibt eine Einschränkung, durch die alle Aqida-Normen ausgeschlossen werden, da diese auch aus der Scharia als Synonym von Din gewonnen werden.

…gewonnen wird
das gewonnen wird, bezeichnet eine Einschränkung, durch die Allahs Wissen ausgeschlossen wird, da dieses nicht gewonnen wird, sondern Allah darüber vom Wesen her verfügt.

…aus deren Belegen
Eine Einschränkung, durch die das Wissen der Engel und das durch Wahy gewonnene Wissen der Gesandten und der Propheten Allahs im Gegensatz zum Wissen des Mudschtahid ausgeschlossen wird, da das Wissen des Muhdschtahid ( ) aus den Belegen abgeleitet wird.

…spezifischen
Es umfasst alle Adilla/Scharia-Belege, die sich mit einer bestimmten Angelegenheit bzw. Handlung befassen. Z. B. …und verrichtet ordnungsgemäß das rituelle Gebet (2:43). Diese Aya ist ein spezifischer Dalil/Scharia-Beleg, der sich ausschließlich auf das rituelle Gebet bezieht und nicht als Beleg z. B. für die Verpflichtung zum Saum-Fasten herangezogen werden kann.
Merksatz: Al-Fiqh beschäftigt sich mit den Haram/Helal-Handlungen des Mukallaf.

Mukallaf = der verpflichtende Muslim, dem der Islam nahe gebracht wurde.
Al-hukmusch-schari
Linguistisch bezeichnet Al-hukm „das gerechte Urteilen“ und „das gerechte Verstehen“ d. h. al-hukmusch-schari bezeichnet „das scharia-konforme Urteil“ bzw. „die scharia-konforme Norm“ die Scharia-Norm.

Fachspezifisch bezeichnet Al-hukmusch-schari: „die Worte des Scharia-Gebers, welche sich auf die Handlungen von Mukallaf beziehen in der Iqtidaa-, Takhyir- u. Wad-Form. (Definition von Imam ibnul-Hadschib, einer der großen Arabisten u. Usul-Gelehrten 570-646 n. H.)Erläuterung:…die Worte des Scharia-Gebers: Der Scharia-Geber ist Allah, denn sowohl der Quran als auch die Sunna entstammen den Wahy (Offenbarung). Somit sind die Worte des Scharia-Gebers in Bezug auf Allah die Worte, die mit Seinem Attribut des Sprechens zusammenhängen; diese sind wie der Schöpfer nicht erschaffen.

…sich auf die Handlungen von Mukallah beziehen:
Damit werden Allahs Worte in Bezug auf IHN ausgeschlossen, sowie Seine Worte in Bezug auf die Nicht-Mukallah (Berge, Tiere, etc.)
„Mukallah“ ist jedes Geschöpf, das geschlechtsreif und zurechnungsfähig ist, von der Islam-Dawa erreicht wurde und im Stande ist, Allahs Worte aufzunehmen. So gelten weder Kinder noch Unzurechnungsfähige, Schlafende oder Geistesgestörte als Mukallaf.

„beziehend“ Der Bezug hat zwei Ebenen: entweder „saluhi-qadim“ d. h. der Bezug zum Mukallafexisterite vor der Existenz des Geschöpf und wenn dieses als Mukallaf existiert, wird der Bezug hergestellt, oder „tandschizi“, d. h. der Bezug zum Mukallaf existierte nach dessen Existenz und nach der Sendung des Gesandten Muhammed (s.a.s.)
„Die Handlung“ umfasst alles, das vom Mukallaf ausgeht, seien dies Handlungen der Körperteile oder der Sinne oder Wörter oder Verinnerlichungen.

Iqtidaa-Form:
Diese Form umfasst die Aufforderung zum Tun (Idschab bzw. Nadb), und die Aufforderung zur Unterlassung (Fahrim bzw. Taklifi-Norm)
Takhyir-Form:
Diese Form umfasst die Gleichsetzung von Tun und Unterlassung. Man hat die Wahl zwischen beiden (Ibaha).
Wad-Form:
Diese Form umfasst alles, was als Sabab (= Grund bzw. Voraussetzung), Schart (= Bedingung), Mani (= Hindernis), sahih (= scharia-konform) oder als fasid (= nicht-scharia-konform) gilt.

Einteilung von Al-hukmusch-schari
> In Bezug auf „das Handeln des Mukallaf“ oder auf „etwas als Grund für etwas etc. festlegen“. Dabei wird unterschieden zwischen: Taklifi-Norm und Wadi-Norm.
> In Bezug auf „das Verrichten einer Ibadet“ in der für sie bestimmten Zeit oder nach dieser Zeit. Dabei wird unterschieden: adaa die innerhalb ihrer Zeit vollzogene Scharia-Norm und qadaa die nachgeholte Scharia-Norm.
> In Bezug auf das „Gebotene“ Dabei wird unterschieden zwischen: mu’ai-yan (bestimmte Scharia-Norm) und mukhaiyar (wählbare Scharia-Norm).
> In Bezug auf „die Zeit“ der Erfüllung der Scharia-Norm. Dabei wird unterschieden zwischen: mudai-yaq (eng bemessen) und muwas-sa (weit bzw. großzügig bemessen).
> In Bezug auf „den Empfänger“ des Gebotes. Dabei wird unterschieden zwischen: wadschib-aini (individuelle Verpflichtung) und wadschib-kifai (gemeinschaftliche Verpflichtung.

> In Bezug auf „die Konformität“ der Scharia-Norm mit dem Dalil oder nicht mit dem Dalil (Scharia-Beleg). Dabei wird unterschieden zwischen: rukhsa und azima.

Einteilung hinsichtlich des Handeln des Mukallaf
Taklif bezeichnet linguistisch „Verpflichtung Auferlegen bzw. Belastung mit etwas Mühevollem“. Fachspezifisch bezeichnet die Taklifi-Norm: Allahs Worte, die sich auf Mukallaf-Handlungen beziehen in der Iqtidaa- oder Takhiyir-Form, d. h. auf Handlungen des Religionsmündigen beziehen in der Aufforderung-form und Auswahl-form.

Die Taklifi-Norm beinhaltet fünf Kategorien:
1. al-idschab (die Muß-Kategorie)
Al-idschab bezeichnet die nachdrückliche, aus Allahs Worten sich ergebende, an den Mukallaf gerichtete Aufforderung zur Durchführung, mit dem Verbot der Unterlassung z. B. das Gebieten des rituellen Pflichtgebets, oder Zekat. Jede Handlung, die mit al-idschab zusammenhängt, heißt al-Waschib.
2. an-Nadb (die Soll-Kategorie)
An-nadb bezeichnet die nicht nachdrückliche, aus Allahs Worten sich ergebende, an den Mukallaf gerichtete Aufforderung zur Durchführung, mit der Erlaubnis der Unterlassung, z. B. die Selam-Begrüßung. Jede Handlung, die mit an-Nadb zusammenhängt, heißt al-mandub.
3. al-karaha (die Soll-nicht-Kategorie)
Al-Karaha bezeichnet die nicht nachdrückliche, aus Allahs Worten sich ergebende, an den Mukallaf gerichtete Aufforderung zur Unterlassung, mit der Erlaubnis der Durchführung, z. B. Unterlassung des Trinkens im Stehen, des Sitzen in der Moschee bevor man das Mecid-Gebet verrichtet hat. Jede Handlung, die mit Al-Karaha zusammenhängt, heißt al-makruh.
4. at-Tahrim (die Darf-nicht-Kategorie)
At-Tahrim bezeichnet die nachdrückliche, aus Allahs Worten sich ergebende, an den Mukallaf gerichtete Aufforderung zur Unterlassung, mit dem Verbot der Durchführung, z. B. Zina, Riab. Jede Handlung, die mit at-Tahrim zusammenhängt, heißt al-haram.
5. al-ibaha (die Kann-Kategorie)
Al-Ibaha bezeichnet Allahs Worte, das weder eine Aufforderung zur Durchführung noch zur Unterlassung beinhaltet, sondern die Wahl dem Mukallaf überlassen hat, z. B. Essen u. Trinken zur Ernährung im Normalfall. Jede Handlung, die mit al-ibaha zusammenhängt heißt Al-mubah.

Sanktionierung der Taklifi-Norm
al-Wadschib bzw. al-Farz ist eine Handlung, deren Durchführung belohnt und deren bewusste (vorsätzliche) Unterlassung bestraft wird.Merksatz: Nur die hanefitische Fiqh-Schule unterscheidet zwischen Vacib und Farz.
Farz ist eine Handlung, deren Verpflichtung durch einen Dalil-qati Beleg (also Quran, Mutavatir-Überlieferung) nachgewiesen wird. (z. B. Quran-Rezitation im rituellen Gebet abgeleitet von 73:20)
Vacib (Wadschib) ist eine Handlung, deren Verpflichtung durch einen Dalil-Zanni Beleg (Ahad-Überlieferung, Al-Qiyas) nachgewiesen wird. (z. B. Rezitation von Al-Fatiha im Gebet, abgeleitet vom Hadith: kein rituelles Gebet gilt demjenigen, der al-fatiha nicht rezitiert.)

al-Mandub ist eine Handlung, deren Durchführung bestraft und deren Unterlassung nicht belohnt wird.
al-Haram bzw. al-Makruh tahriman ist eine Handlung, deren Durchführung bestraft und deren Unterlassung belohnt wird.
Merksatz: Nur die hanefitische Fiqh-Schule unterscheidet zwischen Haram und Makruh Tahriman.
Haram ist eine Handlung, deren Verbot durch einen Dalil-Qati Beleg nachgewiesen wird, z. B. Weinverbot im Quran
Makruh tahriman ist eine Handlung, deren Verbot durch einen Dalil-Zanni Belegt nachgewiesen wird, z. B. Tragen von Seide oder Gold durch einen Hadith.
Al-makruh ist eine Handlung, deren Unterlassung belohnt und deren Durchführung nicht bestraft wird
Al-Mubah ist eine Handlung, deren Durchführung nicht belohnt und deren Unterlassung nicht bestraft wird.

Die Wadi-Norm (al-huk-mul-wadi)
Linguistisch bedeutet wada’a „etwas festlegen, etwas setzen, etwas aufstellen, regeln“. Sie wurde als Wadi-Norm bezeichnet, da Allah sie als Zeichen für die Taklifi-Norm festlegte. Fachspezifisch bezeichnet die Wadi-Norm: Allahs Worte, die etwas als Sabab, Schart, Mani, sahih oder fasid gelten lassen.

Erläuterung des Einzelnen:
As-Sabab
Linguistisch bedeutet es, alles, was zum Erstreben führt, z. B. Straße oder Seil „der Grund“. Fachspezifisch bedeutet es als Charakteristikum, das Folgendes erfüllt: Es ist eindeutig (zahir), beständig (muntabit) und die Scharia-Norm offenlegend (muar-rifun lil-hukm), d. h. es offenbart uns die Scharia-Norm, ohne diese zu beeinflussen. As-Sabab ist somit das, wenn es vorliegt, die von ihm abhängige Scharia-Norm nach sich zieht, während dessen Abwesenheit diese Scharia-Norm annulliert, z. B. Die Reise im Ramadan ist ein Sabab zum Aussetzen von Siyam.Es gibt verschiedene Arten von Sabab: Sabab, der von der Handlung eine sMukallaf nicht abhängt, z. B. der Sonnenuntergang als Sabab zum Brechen des Fastens. Sabab, der von der Handlung des Mukallaf abhängt, z. B. die Reise als Sabab zum Aussetzen des Fasten im Ramadan.

Asch-schart
Linguistisch bedeutet Schart ein Zeichen, ein Merkmal, eine Bedingung. Fachspezifisch ist Schart das, wenn es nicht vorliegt, die von ihm abhängige Scharia-Norm annulliert, während dessen Abwesenheit an sich keinerlei Auswirkung auf das Zustandekommen oder auf die Annullierung dieser Scharia-Norm hat, und es ist im Gegensatz zum Rukn (Pflichtteil, Eckpfeiler) kein Teil der zu erfolgenden Handlung. Beispiel: Wudu ist ein Schart, damit das rituelle Salah vollzogen werden kann. Wenn Wudu nicht gemacht wurde, kann kein Salah verrichtet werden. Wenn man jedoch Wudu vollzieht, bedeutet dies nicht, dass man danach Salah verrichtet.
Entrichten der Zakat wird Vacib, wenn ein Mondjahr vergeht, das ist Schart und wenn die Zakat-Erhebungsgrenze erreicht wird ist es Sabab. Schart alleine reicht nicht aus, das Entrichten der Zakat Vacib werden zu lassen, erst mit Sabab erfolgt diese Verpflichtung.

Es gibt verschiedene Arten von Schart
Schartun-schari: Es bezeichnet die von der Scharia festgelegten Bedingungen, z. B. Wudu als Schart für Salah.
Schartun-schali: Es bezeichnet die vom Mukallaf festgelegten Bedingungen, z. B. Bedingungen im Kaufvertrag.

Al-Mani
Linguistisch bedeutet al-Mani „die Trennung zwischen zwei Dingen“ „das Hindernis“. Fachspezifisch ist Mani ein Charakteristikum das Folgendes erfüllt: Es ist existent (wudschudi) im Gegensatz zu sabab, da es dort nicht immer existent sein muss, z. B. Verträge von Schwachsinnigen werden nicht anerkannt, da die Zurechnungsfähigkeit nicht vorhanden ist. Eindeutig (zahir), beständig (muntabit) und das Gegenteil der Scharia-Norm offenlegend (muarrifun linaqidil-hukm.
Al-Mani ist das, wenn es vorliegt, die von ihm abhängige Scharia-Norm annulliert, während dessen Abwesenheit keine Auswirkung auf die Abwesenheit oder auf die Annullierung dieser Scharia-Norm hat, z. B. die Menstruation (al-Haid) ist ein Mani zur Verrichtung des rituellen Gebets.

Es gibt verschiedene Arten von al-Mani
Al-Mani’u lil-hukm „das Hindernis der Scharia-Norm“. Es hindert das Zustandekommen der Scharia-Norm trotz vorhandenen Sabab wie beim Beispiel Menstruation.
Al-Mani’u lissabab „das Hindernis vom Sabab“. Es verhindert den Sabab selbst, z. B. bei Verschuldung braucht keine Zakat gezahlt werden. Schulden lassen keine Zakat-Erhebung (Nisab) zustande kommen.

As-sih-ha
Linguistisch bedeutet As-sih-ha „das Gegenteil von Krankheit“. Fachspezifisch bezeichnet As-sih-ha die Übereinstimmung einer Handlung, die über zwei entgegengesetzte Durchführungsarten verfügt (richtig/falsch), mit der Scharia, z. B. das ordnungsgemäße Verrichten der Salah ist sahih, da es mit der Scharia konform ist. Überall, wo As-sih-ha existiert, zieht sie Folgen nach sich, die mit deren Scharia-Norm zusammenhängen, z. B. ein Sahih-Kaufvertrag folgert Eigentum für den Käufer und Preis für den Verkäufer.
Al-Fassad bzw. Al-Btulan bzw. Al-batil
Linguistisch bedeutet es “das Gegenteil” von As-sih-ha. Fachspezifisch bezeichnet al-fasad bzw. al-butlan die Nicht-Übereinstimmung einer Handlung, die über zwei entgegensetzte Durchführungsarten verfügt (richtig/falsch), mit der Scharia. Wenn ein Vertrag ohne eine Ibadet als fasid bzw. batil bezeichnet wird, dann zieht dies keine Wirkungen nach sich.
Merksatz: Die Hanefiten unterscheiden zwischen Al-Fasid undAl-Batil:
Al-batil bezeichnet alles, bei dem weder Ursprung noch Spezifikation von der Scharia gedeckt sind, z. B. der Verkauf von nicht geborenen Tieren. Bei Batil-Verträgen kommt kein Vertrag zustande.
Al-Fasid bezeichnet alles, dessen Ursprung zwar von der Scharia gedeckt, jedoch aufgrund der Spezifikation zurückgewiesen wird, z. B. der Verkauf von einem Gramm Gold gegen zwei Gramm Gold. Bei Fasid-Verträgen kommt Eigentum zustande.

Scharia-Norm hinsichtlich von Ibadet
Die Usul-Gelehrten haben die Scharia-Norm hinsichtlich von Ibdet in Adaa, Qadaa und I’ada eingeteilt. Entweder verfügt Ibdet über eine für deren Verrichtung bestimmte Zeit oder nicht. Wenn Ibdet nicht über eine für deren Verrichtung bestimmte Zeit verfügt, so wird sie weder mit Adaa noch als Qadda beschrieben. Es spielt dabei keine Rolle ob sie zu verrichten ist, z. B. aus gegebenem Anlass wie das Mecit-Salah, oder Sudschud bei Quran-Rezitation. Oder aus nicht gegebenem Anlass, z. B. Dhikr, Nafile, Du’a.
Wenn Ibadet über eine für deren Verrichtung bestimmte Zeit verfügt, so gibt es vier Möglichkeiten:

Ta’dschil (Beeilung)
Die Ibadet wird vor der für deren Verrichtung bestimmten Zeit verrichtet. Z. B. Entrichtung von Fitr zu Beginn des Ramadan.
Adaa (Vollziehen)
Ein Teil der Ibadet wird in der für deren Verrichtung bestimmten Zeit verrichtet, ohne diese auf ungültiger Art praktiziert zu haben. Z. B. Kurz vor dem Ende des Mittagsgebets wird eine Reka verrichtet und die anderen drei Reka fallen in die Asr-Zeit hinein. Das Gebet gilt als Adda vollzogen, weil mindestens ein Rekat in der vorgeschriebenen Zeit verrichtet wurde. Wir aber weniger als ein Rekat in der vorgeschriebenen Zeit verrichtet, so gilt das Gebet als Qadaa.
I’ada (Wiederholung)
Es wird Ibadet verrichtet in deren bestimmten Zeit, wobei sie in dieser Zeit zuvor auf ungültige Art praktiziert wurde. Z. B. Man verrichte sein Asr-Gebet und stellt dann fest, dass man ohne Wudu gebetet hat. Man vollzieht Wudu und wiederholt das Gebet Dies wird als i’ada bezeichnet.
Qadaa (Nachholen)
Ist die Ibadet, welche nach der bestimmten Zeit verrichtet wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob man dies bewusst oder unbewusst nicht tat. Z. B. das Fadschr-(Früh)Gebet hat man verschlafen.

Scharia-Norm hinsichtlich der Durchführung
Die Usul-Gelehrten haben die Scharia-Norm hinsichtlich von Gebotenen/Durchführung in zwei Kategorien eingeteilt.
1. al-wadschibul-m’ai-yan (die festgelegte Vacib-Handlung)
Diese Art umfasst alle Handlungen, die der Mukallaf genauso wie geboten, ohne Wahlmöglichkeiten, vollzieht muss.
2. al-wadschibul-mukhai-yar (die wählbare Vacib-Handlung)
Diese Art umfasst Handlungen, bei deren Durchführung der Mukallaf über Wahlmöglichkeiten verfügt, z.B. Kaffara (= Wiedergutmachung) bei Meineid durch Speisung von zehn Bedürftigen.

Al-hukmul-murat-tab (die geordnete Scharia-Norm
Linguistisch bedeutet murat-tab: geordnet. Es gibt Handlungen, bei denen verschiedene Möglichkeiten zugelassen sind, die jedoch der Reihe nach durchgeführt werden müssen, wenn deren Durchführbarkeit gegeben ist. Die Möglichkeit, die an erster Stelle kommt, muss zuerst durchgeführt werden; sollte deren Durchführbarkeit nicht möglich sein, dann geht man zur zweiten Möglichkeit über usw. Diese Scharia-Norm heißt „al-Hukmul-murat-tab. Z. B. die Kaffara für Fastenbrechen durch Geschlechtsverkehr. Die Kaffara beinhaltet drei Möglichkeiten: Freilassung eines Sklaven, zweimonatiges ununterbrochenes Fasten, Speisung von 60 Bedürftigen.

Die Usul-Gelehrten unterscheiden bei al-hukmul-murat-tab drei Arten
Eine Art, bei der die Durchführung aller vorhandenen Möglichkeiten gleichzeitig haram sind, z. B. das Verzehren von geschächtetem und nicht geschächtetem Fleisch.

Eine Art, bei der die Durchführung aller vorhanden Möglichkeiten gleichzeitig mubah (weder Helal noch Haram) z. B. das Vollziehen von Tayammum und Wudu nacheinander.

Eine Art, bei der die Durchführung aller vorhandenen Möglichkeiten gleichzeitig eine Sunna-Handlung darstellt, z. B. das Vollbringen aller Kaffara-Möglichkeiten bei Fastenbrechen.

Kategorie von Al-haramul-mu’ai-yan und Al-Haramul-mukhai-yar
Al-haramul-mu’ai-yan Unzucht, Diebstahl, etc. bezogen
Al-Haramul-mukhai-yar Man sagt den anderen: du darfst kein Schweinefleisch essen

Scharia-Norm hinsichtlich der Zeit ihrer Erfüllung
Die Usul-Gelehrten haben die Scharia-Norm hinsichtlich der Zeit ihrer Erfüllung in zwei Gruppen „mudai-yaq“ und „muwas-sa“ eingeteilt.
Mudai-yaq (eng bemessen)
Wenn die für die Scharia-Handlung bestimmte Zeit identisch ist mit der Zeit, die für die Durchführung dieser Scharia-Handlung benötigt wird, dann wird diese Scharia-Norm „al-wadschibul-mudai-yaq“ genannt. Z.B. Die Zeit für das Fasten im Ramadan ist identisch mit der Zeit, die für die Durchführung des Fastens benötigt wird, so dass in dieser Zeit kein anderes Fasten durchgeführt werden kann, als das Ramadanfasten.
Muwas-sa (weit bzw. großzügig bemessen)
Wenn die für die Scharia-Handlung bestimmte Zeit länger ist als die Zeit, die für die Durchführung dieser Scharia-Handlung benötigt wird, dann wird diese Scharia-Norm „al-wadschibul-muwas-sa“ genannt. Z.B. das rituelle Gebet kann am Anfang in der Mitte oder zum Ende verrichtet werden, und alles liegt im Bereich von Adaa.
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Al-wadschibul-muwas-sa wird wiederum in zwei Gruppen eingeteilt.
1. al-wadschibul-muwas-sa mit einer bestimmten Zeit, z. B. das Gebet
2. al-wadschibul-muwas-sa für das keine bestimmte Zeit angegeben wird, doch während des Lebens verrichtet werden muss, z. B. die Pilgerfahrt.Wenn die für die Durchführung der Scharia-Handlung bestimmte Zeit kürzer ist als die Zeit, die für die Durchführung dieser Handlung benötigt wird, dann liegt dieses im Bereich von „al-muhal“. Al-muhal bedeutet wörtlich: das Unmögliche. Die Gelehrten vertreten bei al-muhal zwei Ansichten: Eine Gruppe erkennt die Existenz von Al-muhal an. Die andere Gruppe erkennt die Existenz von al-muhal nicht an, es sei denn im Bereich von Qadaa (türk. Kasa). Z. B. bei einer Frau endet die Menstruation kanpp vor dem Verstreichen der Gebetszeit. Die Frau wäre nun wieder verpflichtet, das Gebet zu verrichten, doch die Zeit reicht nicht aus, diese Handlung zu vollziehen, so wird das Gebet als Qadaa verrichtet.

Scharia-Norm hinsichtlich ihrer Empfänger
Die Usul-Gelehrten haben die Scharia-Normen hinsichtlich ihres Empfängers in zwei Gruppen „al-wadschibul-aini“ bzw. „adschibun alat-ta-yin“ und „al-wadschibul-kifai“ bzw. „wadschibun alal-kifaya“eingeteilt.

al-wadschibul-aini bzw. adschibun alat-ta-yin (individuelle Vacib-Handlung)
Diese Vacib-Art muss von allen Mukallaf individuell vollzogen werden, z. B. die Gebet, Fasten usw.
al-wadschibul-kifai bzw. wadschibun alal-kifaya (gemeinschaftliche Vacib-Handlung)
Es umfasst alle Vacib-Arten, die als Handlungen vollzogen werden, ohne dafür bestimmte Empfänger zu nennen. Hierbei steht im Vordergrund die Umsetzung der Handlung und nicht der Empfänger, z. B. das verrichten des Totengebets.

Bedenkende Aspekte zu „Vacib-kifai“
Wenn einige Mukallaf Vacib-kifai umsetzen, genügen sie damit den Gebotsanforderungen, die anderen Mukallaf werden damit von der Verpflichtung entlasstet.
Wenn ein Mukallaf mit der Umsetzung von Vacib-kifai begonnen hat, dann muss er es bis zum Ende fortführen.
Sollte ein Vacib-kifai von einen Nicht-Mukallaf vollzogen werden, sündigen alle Mukallaf.

Scharia-Norm hinsichtlich ihrer Konformität
Die Gelehrten haben die Scharia-Norm hinischtlich der Konformität oder der Nicht-Konformität mit deren Dalil/Scharia-Beleg in Rukhsa und Azima eingeteilt.Ar-Rukhsa bedeutet Linguistisch „die Erlaubnis nach einem Verbot“. Fachspezifisch ist Rukhsa eine feststehende Scharia-Norm, die vom Dalil/Scharia-Beleg der regulären Scharia-Norm aufgrund eines entschuldbaren Anlasses abweicht. Eine andere Definition lautet: Rukhsa ist eine aufgrund eines entschuldbaren Anlass in Richtung „Erleichterung“ veränderter Scharia-Norm trotz der Erfüllung des Sabab der regulären Scharia-Norm.

Beispiel:
Das Verkürzen des Zuhr- u. Asr-Gebet von vier auf zwei auf Reisen. Der Dalil schreibt das Verrichten dieser Gebete nach Anbruch ihrer Zeit vor, so weicht das Verkürzen als entschuldbarer Anlass von diesem Dalil ab. Trotz Vorliegen des Sabab für die Verrichtung dieser Gebete. Diese Rukhsa wird durch einen anderen Dalil-Beleg von der Sunna belegt und deshalb als feststehend bezeichnet.

Ar-Rukhsa muss mit einem Dalil belegt werden, sonst darf man nicht gegen den Dalil der regulären Scharia-Norm handeln.
Arten von Rukhsa
Rukhsa-Vacib
Diese ist eine Rukhsa, die man beim Vorliegen ihres Anlasses umsetzen muss, z. B. der Verzehr von verbotenen Speisen auf Reisen, weil der Erhalt des Leben höherwertige Pflicht ist, als die Beachtung der Ernährungsgebote.
Rukhsatul-Manduba
Diese ist eine Rukhsa, deren Umsetzung eine Mandub-Handlung darstellt, z. B. das Verkürzen der Gebete auf Reisen
Rukhsatul-Mubaha
Diese ist eine Rukhsa, deren Umsetzung eine Mubah-Handlung darstellt, z. B. Die Vermietung beim Verkauf, etwas verkaufen, das genau bestimmt wird, jedoch mit der Vereinbarung, es erst nach einer bestimmten Frist an den Käufer zu übergeben.
Al-azima
Linguistisch bezeichnet al-Azima „die Entschlossenheit, die Duldsamkeit, das Gebot“. Fachspezifisch ist Azima die feststehende Scharia-Norm, die unverändert bleibt oder in Richtung Erschwernis verändert wurde. Beispiel: Die Pflicht zu den fünf täglichen Gebeten wurde nicht verändert. Das Jagdverbot während des Ihram bei der Hadsch bzw. Umra. Vorher war die Jagd während des Ihram erlaubt.

Verschiedene Aspekte zur Scharia-Norm
Nach Al-Dschumhur (Mehrheit der Gelehrten) ist alles Vacib, von dessen Erfüllung die Erfüllung einer Vacib-Handlung abhängt, d. h. sowohl die Asbab (Sing. Sabab) als auch Schurut (Sing. Schart) einer Vacib-Handlung sind Vacib. Auf ein Nenner gebracht: Alles, von dem die Erfüllung einer Vacib-Handlung abhängt, ist Vacib.

Erinnerung: Sabab ist das, dessen Abwesenheit die von ihm abhängige Scharia-Norm nach sich zieht, während dessen Abwesenheit diese Scharia-Norm annulliert wird. Schart ist das, dessen Abwesenheit die von ihm abhängige Scharia-Norm annulliert, während dessen Abwesenheit an sich jedoch keinerlei Auswirkung auf die Anwesenheit oder auf die Annullierung dieser Scharia-Norm hat.

Bedingungen, die Mugad-dimatul-wadschib Vacib werden lassen
Die Vacib-Handlung muss uneingeschränkt erfolgen, z. B. Der Lehrer sagt zu Ali, wenn du deine Hausaufgaben erledigt hast, rufe mich an! Ali ist nicht zur Erledigung seiner Hausaufgabe verpflichtet. Doch sollte er seine Hausaufgaben erledigt haben, dann muss er seinen Lehrer anrufen.
Diese Asbab und Schurut müssen im Bereich des Möglichen liegen, z. B. das Erreichen der notwendigen Anzahl von Betenden beim Freitagsgebet.

Die Arten von Mugad-dimatul-wadschib
Alles, von dem die Erfüllung der Vacib-Handlung abhängt. Dabei ist es unerheblich, ob dies bestimmt wird von der Scharia.
Alles, von dem das Wissen über die Erfüllung der Vacib-Handlung abhängt.
Beispiel: Man versäumt ein Farz-Gebet und dann vergaß man, um welches Farz-Gebet es sich gehandelt hat, so muss man alle fünf Farz-Gebet nachholen, um die Gewissheit zu erlangen, dass man das versäumte Gebet nachgeholt hat.

Frage:
Wenn etwas geboten wird, bedeutet dies, dass dessen Gegenteil damit verboten wird? Z. B. wenn jemand sagt: entferne dich! Bedeutet das auch, nähere dich nicht?

In diesem Fall vertreten die Gelehrten verschiedene Meinungen:
a) Eine Gruppe setzt das Gebot und das Verbot seines Gegenteils gleich.
b) Eine Gruppe sieht das Gegenteil des Gebots als Teil des Gebots an, da das Gebieten einer Scharia-Norm an sich deren Unterlassung verbietet und zur Unterlassung gehört das Verbot des Gegenteils von dem Gebot.
c) Eine Gruppe sieht zwischen beiden keinerlei Beziehung, da der Gebietende nicht immer das Gegenteil seines Gebots vor Augen hat, und so ist es unmöglich, dass er dieses Gegenteil verbieten will, wenn er daran überhaupt nicht denkt.

Wenn etwas, das als Vacib-Handlung galt, durch den Scharia-Geber mit Naskh belegt wurde und damit dessen Vacib-Norm entzogen wurde, bleibt es nach Meinung von Al-Dschumhur im Bereich des Erlaubten, d. h. im Bereich der Mandub, Mubah, oder Makruh-Kategorie, da nicht eine dieser Kategorien sich für ein generelles Verbot (Haram) ausspricht.

Beispiel: Der Gesandte (s.a.s.) hat den Aderlaß beim Fasten verboten, dann hat er dies beim Fasten praktiziert. Damit hat er diese Scharia-Norm aus der Haram-Kategorie herausgenommen. Als Ergebnis bleibt, dass Aderlaß erlaubt ist, wobei alle Kategorien –Mandub, Mubah, Makruh- möglich sind. Imam Schafi’i hat es als Makruh eingstuft, andere Gelehrte als Mubah bewertet.

Wenn eine Vacib-Handlung durch Naskh zur Haram-Handlung umgeändert wird, dann darf man diese Handlung nicht mehr durchführen.
Beispiel: Die Änderung der Qibla von al-Quds nach Mekka. Seitdem darf man das rituelle Gebet nicht mehr in Richtung al-Quds verrichten. Dieses Verbot erfolgt jedoch nicht nur aufgrund des Naskh, sondern aufgrund des Dalil, der dieses verbietet.

Alle Handlungen, deren Durchführung unterlassen werden darf, sind keine Vacib-Handlungen, da es unmöglich sein kann, dass etwas gleichzeitig eine Vacib-Handlung ist und unterlassen werden darf.

Beispiel: Für Menstruierende, Reisende, Kranke ist Fasten im Ramadan keine Vacib-Handlung, da sie einen entschuldbaren Anlass haben. Doch sie müssen das Fasten nachholen, da der Sabab, der das Fasten an sich Vacib macht, vorlag, nämlich: das Erleben des Fasten-Monats Ramadan.
Die Fiqh-Gelehrten sprechen von einer Vacib-Handlung, welche aufgrund einer Entschuldigung nicht ausgeführt wurde, aber trotzdem nachgeholt werden muss.

Erinnerungssatz:
In der hanefitischen Rechtsschule wird zwischen Farz und Vacib unterschieden!

Arkanul-hukm
Arkanul-hukm bezeichnet die Eckpfeiler einer Scharia-Norm. Eine Scharia-Norm hat drei Arkan:
1. al-hakim (Geber der Scharia-Norm)
2. al-mahkumu alaihi (der Beauftragte mit der Scharia-Norm)
3. al-mahkumu bihi (das Gebotene bzw. die Scharia-Norm)

al-hakim
Al-Hakim ist einzig und allein Allah. ER ist der Scharia-Geber
al-mahkum alaihi
Die Scharia-Norm gilt als Allahs Wort. Das bedeutet, dass sowohl das Gebieten als auch das Verbieten als Teile der Taklifi-Norm seit jeher existieren. Beispiel: Wir sind verpflichtet, die Gebote des Gesandten (s.a.s.) zu befolgen, schon seit der Zeit, als wir noch nicht existierten.
al-mahkumu bihi
Die Gesetze, bzw. die Gebote des Islam zählen für alle Menschen. Die Gelehrten sind sich darüber einig, dass die Kafir zu den Angesprochenen hinsichtlich der Aqida und der Scharia gehören, denn der Gesandte (s.a.s.) wurde zu allen Menschen entsandt. Uneinigkeit unter den Gelehrten herrscht darüber, ob die Kafir am Jüngsten Tag für die Nichteinhaltung der Scharia-Normen zusätzlich bestraft werden. Die Al-Dschumhur vertreten die Meinung, dass sie dafür zusätzlich zu ihrem Kufr zur Rechenschaft gezogen werden. (Vergl. 74:42-45; 74:46)

Dalailul-fiqh
Dalailul-fiqh befasst sich mit folgenden Themen: al-Kitab, as-Sunna, al-Idschma, al-Qiyas, die umstrittenen Quellen der Scharia-Belege.

al-Kitab bzw. al-Quran
Der Quran ist die erste und wichtigste Quelle und der erste Beleg der Scharia-Norm. Um den Quran zu verstehen, ist es unabdingbar die Sprache des Quran zu verstehen. Er ist als Eigenname für das Herabsenden an den Gesandten Muhammed (s.a.s.).
Die gängigste Definition in Usulul-fiqh lautet: Der Quran ist die Summe der arabischen Wörter, die dem Gesandten Muhammed (s.a.s.) hinabgesandt wurden und uns durch Mutavatir-Überlieferung erreicht haben, und mit deren kürzester Sura, die mu’dschiz ist, herausgefordert wird.
Erläuterung
…die Summe der Wörter, d. h. sowohl die sprachliche Form als auch der Sinn jedes Wortes im Quran, stammen nicht vom Gesandten Muhammed (s.a.s.).
…arabisch, d. h. ist eine Einschränkung, die alles Nicht-Arabische, sollte es auch von Allah hinabgesandt worden sein (z.B. die Thora/Taurat, Evangelium/Indschil) ausschließt.
…die dem Gesandten, d. h. es ist eine Einschränkung, die alles ausschließt, das einem anderen Gesandten außer Muhammed als Wahy zuteil wurde (sollte dies vorgekommen sein)
…durch Mutavatir-Überlieferung, d. h. es ist eine Einschränkung, die alles ausschließt, das uns als Ahad-Überlieferung erreichte.
…kürzeste Sura, d. h. mit der kürzesten Sura werden die Zweifler und Leugner herausgefordert. Die Herausforderung besteht nur auf die Ayat nicht auf Hadithe, selbst wenn sie Hadith-Qudsi sind und als Mutavatir-Überlieferung gelten….die mu’dschiz, d. h. auch noch so eine kleine Aya ist nicht nachahmbar. Die Herausforderung gilt an alle Menschen bis zum Jüngsten Tag.

Al-qiraat
Unter al-qiraat versteht man die verschiedenen Arten der Aussprache bei der Rezitation des Quran, so wie der Gesandte Muhammed (s.a.s.) dies vorgetragen hat. Qiraat werden in zwei Gruppen eingeteilt.
1. al-Qiraatul-mutavatira Mutavatir-Rezitationsarten
2. al-Qiratusch-schadhdha Ahad-Reziatioinsarten
al-qiraatul-mutavatira
Dies sind Qiraat, deren Tradierung durch eine große Anzahl Tradenten in jeder Tradenten-Generation erfolgt, wobei gewohnheitsgemäß eine abgesprochene Lüge unter ihnen ausgeschlossen wird.
Diese Qiraat sind nach folgenden Gelehrten benannt: Abullah bnu Amir Al-Yahsubi gest. 118 n. H.; Abullah bnu Kathir Al-Makki gest. 120 n. H.; Asim bnu Abin Mudschud gest. 128 n. H.; Abu Amru Bnul-Ala gestr. 154 n. H.; Hamza bnu Habib nun Imara Al-Zayat gest. 156 n. H.; Nafi bnu Abdir-Rahman bnu Abi Nuaim Al-laithi gest. 169 n. H.; Ali bnu Hamza Al-Kisai gest. 189 n. H.

al-qiratusch-schadhdha
Alle anderen Qiraat, welche die Bedingungen der Mutavatir-Qiraat nicht erfüllen, zählen zu den Ahad-Qiraat.
Im Gebet dürfen nach Al-dschumhur von Usulul-fiqh nur Mutavatir-Rezitationsarten rezitiert werden, ansonsten ist das rituelle Gebet ungültig.

Nicht-Arabische Wörter im Quran
Nach der Definition der Usulul-fiqh-Gelehrten beinhaltet der Quran nichts „Nichtarabisches“. In der Frage, ob im Quran nichtarabische Wörter verwendet wurde oder nicht, sind die Gelehrten verschiedener Meinung. Die Mehrheit der Gelehrten, darunter Imam Schafi’i, Imam Tabari, Imam Baqil-Lani sind der Meinung, dass der Quran nicht enthält was Nichtarabisch wäre. So interpretieren sie:
Ibnu-Abbas (r.) sagte, dass manche Wörter persicher, äthiopischer oder sonstiger Abstammung seien, als eine Art Übereinstimmung unter den verschieden Sprachen, in dem Sinne, dass diese Wörter ursprünglich zu all diesen verschiedenen Sprachen gehören und die gleiche Bedeutung haben.
Dass die arabischen Stämme aufgrund ihres Umgangs mit anderen Völkern einige wenige Wörter übernommen, arabisiert und als Lehnwörter im Arabischen integriert haben. Diese Lehnwörter wurden dann als rein arabische Begriffe in den Dichtungen und Dialogen verwendet und waren im nachhinein nicht mehr von Begriffen arabischer Abstammung zu unterscheiden.
Die arabische Sprache ist so komplex und vielschichtig, dass auch hervorragende Gelehrte wie ibnu-Abbas (r.) sie nicht allumfassend kennen können. Aus diesem Grund kam es zu Fehlinterpretation, von den Abbas sagte, dass diese Wörter nicht-arabischer Abstammung seien.Eine kleine Gruppe von Gelehrten vertritt hingegen die Meinung, dass im Quran auch nicht-arabische Begriffe seien. Sie argumentierten:Die Verwendung von einigen wenigen nicht-arabischen Wörtern, können den arabischen Charakter des Quran in keiner Weise beeinträchtigen. Ein Beleg für dies Auffassung ist die Verwendung nicht-arabischer Namen im Quran wie Ibrahim, Nuh, Dschibril, Mikail, Israil, etc.

Imam as-Suyuti argumentierte, dass es im Quran zwangsläufig Hinweise auf andere Sprachen geben muss, da der Quran auf das Wissen der Früheren und der Späteren hinweist. Weiterhin sei es nur logisch, dass da der Gesandte zu allen Menschen entsandt wurde.Beispiele für Wörter nicht-arabischer Abstammung im Quran:
abariq kommt aus dem Persischen und heißt Krüge
istabrak kommt aus dem Persischen und heißt Burkat
asfar kommt aus dem Aramäischen und heißt Bücher
firdaus kommt aus dem byzantinischen und heißt Paradies
linah kommt aus dem hebräischen und heißt „die zarte Palme

Die Semantik (= Analyse u. Beschreibung der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke)
Al-Lafzul-muschtarak (das Homonym)
Das Homonym ist ein Wort, das über mehr als eine Bedeutung verfügt.
Beispiel: al-Ain bedeutet das Auge, die Quelle ebenfalls Gold u. Silber
Al-Quru bedeutet die Menstruation genauso wie die Nicht-Menstruation
Beispiel der deutschen Sprache: „die Bank“ darunter kann man die Geldinstitut aber genauso die Sitzbank verstehen.

Notwendigkeit von Homonymen
Bedeutungen sind unendlich, z. B. die Zahlen stellen Bedeutungen dar und sind unendlich. Wörter hingegen sind endlich, da sie aus Buchstaben zusammengesetzt sind, die endlich sind. Wenn man nun die unendlichen Bedeutungen auf die endlichen Wörter verteilen würde, müssten sich diese logischer Weise viele Bedeutungen ein Wort teilen. In der Realität kann es somit dazu kommen, dass sich mehrere Bedeutungen ein Wort teilen. Diese Möglichkeit findet sich im Quran (z. B. as-asa bedeutet sowohl kommen als auch gehen.
Nach der Mehrheit der Usul-Gelehrten darf man ein Homonym verwenden und gleichzeitig seine verschiedenen Bedeutungen meinen, da dies im Quran so verwendet wurde. Vergleiche hierzu Sure 22 Vers 18. Das Wort Sudschud welches in den Vers angesprochen wird, bedeutet für alle Geschöpfe „außer für den Menschen“ die Hingabe. Für die Menschen bedeutet es zusätzlich, die bekannte Niederwerfung im Gebet.
Wenn Indizien dafür sprechen, dass mit dem Homonym nur eine der vielen Möglichkeiten gemeint ist, dann wird es auch so verstanden und darf nichts anderes Verwenden. Ansonsten muss es sicherheitshalber mit allen seinen möglichen Bedeutungen belegt werden, da es nichts gibt, was eine bestimmte Bedeutung den Vorrang gibt.
Beispiel: 2:46; …die sich sicher sind, dass sie ihrem Herrn begegnen und dass sie zu IHM zurückgebracht werden…

Hier handelt es sich um das Verb „yazun-nun“. Diese Verb ist ein Homonym zwischen Schakk = Glauben, Anzweifeln und Yaqin = Gewissheit. Da hier die Rede von den Mumin ist, wird unter diesem Verb nur „sich sicher“ bzw. „gewiss sind“ verstanden.
Al-Haqiqa (das Eigentliche)
Al-Haqiaq ist der Ausdruck in Wort bzw. Satz, der genau so verwendet wird, wie er für die sprachliche Anwendung definiert wurde.

Haqiqa-Arten
Haqiqa lughavi-ya (die eigentliche sprachliche Bedeutung)
Darunter fallen die Ausdrücke in Wörter bzw. Sätzen, die gemäß ihrer eigentlichen sprachlichen Bedeutung verwendet werden, z. B. Sommer, Herbst für die Jahreszeiten.
Haqiqa urfiya (die traditions-gemäße Bedeutung)
Diese wird wiederum in zwei Kategorien eingeteilt: haqiqa urfiya amma (die allgemeine traditions-gemäße Bedeutung) und haqiqa urfiya khassa (die besondere traditions-gemäße Bedeutung).
haqiqa urfiya amma ist die Haqiqa, die von ihrer eigentlichen, ursprünglichen Bedeutung aufgrund der häufigen Verwendung durch die Allgemeinheit in eine neue Bedeutung versetzt wird, wobei ihre ursprüngliche, eigentliche Bedeutung vernachlässigt wird.
Haqiqa schariya (die scharia-gemäße Bedeutung
Darunter fallen alle Ausdrücke, die durch die Scharia mit bestimmten Inhalten gefüllt werden und somit neue Bedeutungen bekamen.Beispiel: As-Salah bedeutet sprachlich „das Bittgebet“. Die Scharia versteht darunter jedoch „eine definierte Handlung“ die mit Allahu-Akbar beginnt und mit as-Salamu alaikum endet.

Ausdrücke, die eine haqiqa-scharia darstellen, werden nach der Mehrheit der Usul-Gelehrten als sprachliche Metapher eingestuft, welche sich zu eigentlichen scharia-gemäßen Bedeutungen entwickelt haben.

Al-madschaz (das Metaphorische)
Al-madschaz ist der Ausdruck (Wort u. Satz) der aufgrund einer gegenseitigen Relation nicht so verwendet wird, wie er für die sprachliche Anwendung definiert wurde.
Einteilung von al-Madschaz
Wort-Metapher z.B. Man bezeichnet einen faulen Mann als Esel.
Satz-Metapher z.B. Berlin gewann die Abstimmung als Hauptstadt. Die Stadt Berlin kann selbst weder gewinnen noch verlieren.
Verwendung von haqiqa und madschazDie Regel ist, dass die Ausdrücke (Wort u. Satz) gemäß ihrer eigentlichen sprachlichen Bedeutung verstanden wird. Sollten haqiqa und madschaz widersprechen, dann werden die Ausdrücke nach ihrer ursprünglichen Bedeutung verstanden, da dies das Eigentliche darstellt. Wenn jedoch die metaphorische Bedeutung die am meisten Verwendete ist, dann werden die Wörter je nach Lehrmeinung entweder nach ihrer sprachlichen oder nach ihrer metaphorische Bedeutung verstanden oder gleich behandelt.

Beispiel: at-Talaq
Talaq bedeutet eigentlich „die Entfesselung“ dabei spielt es keine Rolle, ob diese Entfesselung aus der Ehe oder der Sklaverei erfolgt. Die Tradition schränkt die Bedeutung auf die Entlassung aus der Ehe ein. Danach bedeutet Talaq „die Ehe-Scheidung“.

Bedeutung der Ausdrücke (Wörter und Sätze)
Die Bedeutung der Ausdrücke werden entweder durch „a-Mantuq“ oder durch „al-Mafhum“ festgestellt.

Al-mantuq
Linguistisch ist es das Ausgesprochene. Fachspezifisch ist Mantuq die aus der Sprache direkt resultierende Bedeutung, auf die der ausgesprochene Ausdruck (Wort/Satz) hinweist.

Beispiel: Es ist haram, den Eltern Uff zu sagen (17:23)
Auf diese Bedeutung weisen die Wörter direkt hin und man braucht keine zusätzlichen Indizien, um zu dieser Bedeutung zu gelangen.

Typen von Mantuq
An-Nass: Jeder Ausdruck, der nur eine einzige Bedeutung besitzt, er ist eindeutig. Beispiel: Muhammed mit den Zusatz: der Gesandte Muhammed. Hier kann nur Muhammed gemeint sein.
Az-Zahir: Jeder Ausdruck, der auf die eigentliche ursprüngliche Bedeutung hinweist, ohne dabei eine andere weniger wahrscheinliche Bedeutung auszuschließen. Beispiel: Löwe in den Ausdruck, ich habe einen Löwen gesehen. Das Erste, was in den Sinn kommt, wenn man das Wort Löwe hört, ist die eigentliche Bedeutung des Wortes, nämlich Raubtier. Es ist jedoch nicht von vorneherein auszuschließen, das damit auch ein tapferer Mann gesehen wurde.
Al-Mudschmal: Jeder Ausdruck, der zwei unterschiedliche aber gleichwertige Bedeutungen besitzt. Ein Homonym mit zwei gleichwertigen Bedeutungen ist mudschmal. Beispiel: Bank.

Dalalatul-mantuq (der Sinn, auf den Mantuq hinweist)
In manchen Fällen muss ein Ausdruck (Wort/Satz) rekonstruiert werden, damit der betreffende Text sinnvoll wird. Und manchmal weist ein Ausdruck auf eine Bedeutung hin, die aus dem Ausdruck direkt nicht gewonnen wird. Deshalb haben die Usul-Gelehrten den Sinn, auf den al-Mantuq hinweist in zwei Kategorien eingeteilt:
Dalalatu-iqtidaa
Darunter versteht man den Hinweis von Mantuq auf eine verdeckte Bedeutung, die für die Einstufung des Ausdrucks als richtig nach der Vernunft oder nach der Scharia entscheiden ist.

Beispiel: Der Gesandte (s.a.s.) sagte: Gewiss, Allah entlastete meine Umma vom Versehentlichen, von der Vergesslichkeit und von dem, wozu sie gezwungen werden. (Ü. v. ibnu Madscha)

Die direkte Bedeutung des Hadith ergibt die Entlastung vom Versehentlichen, Vergesslichkeit, vom Zwang an sich. Diese Bedeutung kann jedoch nicht gemeint sein, da diese Dinge sich längst ereignet haben. Der Sinn scheint also ein anderer zu sein: Dass die Umma von der Sünde entlastet wird. Danach bekommt dieser Hadith eine andere Bedeutung: Gewiss, Allah entlastete meine Umma von der Sünde, die durch das Versehentliche…
Oder (12:82) …und frage die Ortschaft, in der wir waren.

Die Vernunft schließt jedoch aus, dass eine Ortschaft gefragt wird. So ist hier gemeint: ..und frage die Leute der Ortschaft oder …und frage in der Ortschaft…
Verdeckte Bedeutung nach Scharia-abhängig.
Beispiel: Ahamd sagt zu Ali: Spende dein Kamel stellvertretend für mich für 300,- €! Sollte Ali dem folgen, dann muss Ahmad die 300,- € an Ali bezahlen. Doch damit die Handlung nach der Scharia als richtig (sahih) gilt, muss etwas rekonstruiert werden. nämlich: Verkaufe mir dein Kamel für 300,- €, dann spende es stellvertretend für mich, da man nur etwas spenden kann, dessen Eigentümer man ist.

Dalalatul-ischara
Darunter versteht man den Hinweis von Mantuq auf eine Bedeutung, die von seiner ursprünglichen eigentlichen Bedeutung so nicht gemeint ist.
Beispiel: …für halal wurde euch erklärt, in der Nacht (während) der Siyam-Zeit mit euren Ehefrauen intim zu sein (2:187)
Dies besagt, das die Eheleute, bis zur Morgendämmerung, intim sein dürfen. Somit aber beginnt ihr Saum-Fasten im Dschanaba-Zustand. Wenn der Geschlechtsverkehr bis kurz vor der Morgendämmerung möglich ist, so reicht die Zeit nicht aus um die Ghusl-Waschung noch vor der Morgendämmerung vorzunehmen. Anders ausgedrückt, sollte diese Handlung verboten sein, müsste der Geschlechtsverkehr nur bis zu einer Zeit vor der Morgendämmerung erlaubt sein, so dass man noch vor Anbruch der Morgendämmerung die Ghusl-Waschung vollziehen kann, um nicht im Dschanaba-Zustand das Saum anzufangen.

Regel
Alles, das weder nach der Scharia noch nach der Sprache definiert wird, wird nach der Tradition (Urf) bestimmt.
Ausdrücke, die sowohl eine haqiqa-schariya als auch eine haqiqa-lughawiya als auch eine haqiqa-urfiya haben, werden zuerst nach der haqiqa-schariya verstanden, wenn sie vom Scharia-Geber stammen.
Ausdrücke, die keine haqiqa-schariya besitzen, oder eine besitzen, aber diese nicht zum Tragen kommen kann, werden nach der haqiqa-urfiya zur Zeit des Gesandten (s.a.s.) verstanden, da die Menschen normalerweise das Traditionsgemäße in der Alltagssprache verwenden. Wenn diese traditionsgemäße Bedeutung aber auch nicht zum Tragen kommen kann, erst dann werden diese Ausdrücke nach deren haqiqa-lughawiya verstanden.
Sollte das oben Genannte jedoch nicht zutreffen, dann hat man mit Muschtarak (Homonymen) zu tun, bei denen man auf ein Indiz angewiesen wird, um eine der möglichen Bedeutungen zu favorisieren.
Ausdrücke, die sowohl eine haqiqa-schariya als auch haqiqa-lughawiya als auch haqiqa-urfiya haben, werden zuerst nach der haqiqa-lughawiya und dann nach der haqiqa-urfiya verstanden, wenn sie nicht vom Scharia-Geber stammen.

Al-Mafhum
Linguistisch ist Mafhum das, was vom Ausdruck (Satz, Wort) verstanden wird, das Verstandene. Fachspezifisch ist Mafhum die nicht aus der Sprache direkt resultierende Bedeutung, auf die der ausgesprochene Ausdruck (Satz/Wort) hinweist.

Beispiel: Das Verbot, die Eltern zu schlagen, abgeleitet aus der Aya 17:23, in der es heißt:
…so sage ihnen niemals Uff!

Diese Scharia-Norm wurde nicht vom linguistischen Bedeutungsgehalt des Satzes direkt gewonnen, sonder durch die vernunfts-gemäße Überlegung, nämlich: Wenn das Sprechen von „Uff“ verboten ist, dann ist das Schlagen logischerweise noch strenger verboten.

Typen von al-Mafhum
Da die Mafhum-Bedeutung mit der aus der Mantuq-Bedeutung entweder konform oder nicht konform sein kann, wird mafhum in zwei Kategorien eingeteilt:

1. mafhumul-muwafaqa
Mafhummul-muwafaqa wird wiederum in zwei Kategorien eingeteilt.
Fahwal-khitab: Diese hat vorrangige Geltung im Vergleich zu der aus der Manutq-Bedeutung resultierende Scharia-Norm.
Beispiel: Das Verbot des Schlagens der Eltern aus der Aya 17:23 hat vorrangige Geltung in der Haram-Kategorie vor dem Verbot des Sprechens von uff.

Lahnul-Khitab: deren Scharia-Norm gleichwertige Geltung im Vergleich zu der aus der Mantuq-Bedeutung resultierte Scharia hat.Beispiel: …gewiss, diejenigen, die das Vermögen der Waisen zu Unrecht aufbrauchen, verzehren in ihrem Bäuchen nur Feuer. Und sie werden in die Gluthitze hineingeworfen werden (4:10).
Diese Scharia-Norm verbietet das Aufbrauchen des Vermögens der Waisen, d. h. dass das Verbrennen des Vermögens der Waisen genauso verboten sein muss, das es dem Aufbrauchen des Vermögens gleicht, da beide Vernichtung bedeuten.

2. mafhumul-mukhalafa
Darunter versteht man die aus dem Ausdruck verstandene Bedeutung, deren Scharia-Norm mit der aus der Mantuq-Bedeutung des gleichen Ausdrucks resultierende Scharia-Norm nicht konform ist.
Beispiel: der Gesandte (s.a.s.) sagte: …gewiss, dass Wasser wird durch nichts verunreinigt, es sei denn durch etwas, das seinen Geruch, seinen Geschmack, seine Farbe verändert. (Ü.v. Madscha)
…wenn die Wassermenge zwei Qulla (ca.160 Liter) ist, dann wird sie von Unreinheit nicht beeinträchtigt. (Ü.v. Tirmidhi, Nasai)
Die Mantuq-Bedeutung besagt, dass eine Wassermenge von 160 Liter nicht nadschis (unrein) wird auch dann nicht, sollte sie von Nadschasa berührt werden. (Es zählt natürlich die Bedingung, dass sie weder Farbe noch Geschmack, noch Geruch beeinträchtigt.)
Die Muwafaqa-Bedeutung besagt, dass eine Wassermenge von 160 Liter und mehr nicht, nadschis wird, auch dann nicht, sollte sie von Nadschasa unter der o. g. Bedingung berührt werden.
Die Mukhalafa-Bedeutung besagt, dass eine Wassermenge von weniger als 160 Liter durch Berührung von Nadschasa unter allen Umständen nadschis wird.
Diese Scharia-Norm von Mukhalafa, dass die Wassermenge unter 160 Liter durch Berührung mit Nadschasa immer nadschis wird, ist nicht konform mit der aus der Mantuq-Bedeutung resultierenden Scharia-Norm, dass eine Wassermenge von 160 Liter und mehr nicht, nadschis wird, auch dann nicht, sollte sie von Nadschasa berührt werden. Diese Mukhalafa-Bedeutung (Wasser wird nadschis) stellt den Gegensatz von der Mantuq-Bedeutung (Wasser wird nicht nadschis) dar.
Imam Hanifa lehnt Mafhumul-Mukhalafa gänzlich ab, doch die Mehrheit der Usul-Gelehrten akzeptieren „mukhalafa“ unter folgenden Bedingungen:
> Die Scharia-Norm der Nicht-Mantuq-Bedeutung darf keine vorrangige Geltung im Vergleich zu der aus der Mantuq-Bedeutung resultierten Scharia-Norm haben.

Beispiel: Aus 17:23 kann man nicht die Erlaubnis ableiten, die Eltern zu schlagen, da das Schlagen der Haram-Kategorie vorrangige Geltung vor dem Sprechen von „Uff“ hat.

> Die Nicht-mantuq-Bedeutung darf nicht aus Angst oder aus Unwissen zurückgehalten worden sein.
Beispiel: Ein neuer Muslim gibt Geld und sagt: Spendet dies an die Muslime.
Mafhumul-Mukhalafa bedeutet, dass er an Nicht-Muslime nicht spenden darf. Doch es kann sein, dass dieser auch die Nicht-Muslime meinte aber dies nicht offen sagte, weil er nicht genau wusste, ob er an Nicht-Muslime spenden darf, oder vielleicht damit ihm von einfachen Muslimen nicht unterstellt wird, er sei noch kein richtiger Muslim, da er immer noch in erster Linie an Nicht-Muslime denkt. In diesem Fall handelt man nicht nach mukhalafa.

> Die Mantuq-Bedeutung darf nicht das Erweisen von Gunst beschreiben.
Beispiel: …und ER ist Derjenige, Der euch das Meer gratis fügbar machte damit ihr von ihm saftiges Fleisch speist (16:14)
Man kann daraus nicht ableiten, dass man nicht-saftiges Fleisch nicht essen darf, da diese Beschreibung hier eine Betonung von Allahs Gunst den Menschen gegenüber darstellt.

> Die Mantuq-Bedeutung darf nicht eine Antwort auf eine spezifische Frage oder Angelegenheit sein.
Beispiel: Sollte der Gesandte (s.a.s.) gefragt werden: Gibt es Zakat für die weidenden Kühe? Und er antwortet: Ja, dann bedeutet dies nicht, dass für nicht weidende Kühe keine Zakat entrichtet wird.

> Die Mantuq-Bedeutung darf keine Übertreibung/Betonung eines bestimmten Zustandes beschreiben.
Beispiel: Der Gesandte (s.a.s.) sagte: Es ist nicht halal für eine Frau, die den Iman an Allah u. a. den Jüngsten Tag verinnerlicht hat, dass sie eine Tagesreise antritt, es sei denn mit einem mahram (Ü.v. Buhary)

Das bedeutet nicht, dass die Frau, die keinen Iman an Allah u. d. Jüngsten Tag verinnerlicht hat, dies tun darf. Denn dieser Ausdruck stellt eine Betonung der Wichtigkeit der Angelegenheit dar.
> Die Mantuq-Bedeutung muss unabhängig, d. h. für sich allein sinnvoll sein
Beispiel: …und werdet nicht intim mit ihnen, während ihr Itikaf in den Moscheen vollzieht (2:187)
Es bedeutet nicht, dass man mit der Ehefrau intim sein darf, wenn man Itikaf außerhalb der Moschee vollzieht. Denn der Ausdruck „in den Moscheen“ hat allein keine sinnvolle Bedeutung. Er ist abhängig vom Satz.

> Die Mantuq-Bedeutung darf nicht Verallgemeinerung beschreiben.
Beispiel: ….Allah ist über alle Dinge allmächtig (3:165)
Es bedeutet nicht, dass Allah über Nicht-Dinge nicht allmächtig wäre. Hier wird nur Allgemeines beschrieben.
> Nicht-Mantuq-Bedeutung darf keinem eindeutigen Scharia-Beleg (Nass) widersprechen.
Beispiel: …der Gesandte Allahs (s.a.s.) sagte: Wenn einer von euch das rituelle Gebet verschläft, oder vergisst, dann soll er es verrichten, wenn er sich daran erinnert. (Ü.v. Muslim)
Es bedeutet nicht, dass man das rituelle Gebet nicht nachzuholen braucht, wenn man es bewusst unterlässt, da dies eindeutigen Hadithen widerspricht. Denn als der Gesandte (s.a.s.) über das Nachholen von Fasten und Hadsch für Verstorbene gefragt wurde, sagte er: Die Schuld Allah gegenüber hat mehr Anrecht getilgt zu werden. (Ü.v. Buhary, Muslim)

Al-awamir (das Gebieten)
Linguistisch bedeutet al-mar (Singular), das Gebieten, die Handlung, die Angelegenheit. Amara ist das Verb und bedeutet: gebieten, anordnen, befehlen. Fachspezifisch bedeutet al-mar: die Aufforderung zum Vollziehen einer Handlung.
…und berate dich mit ihne über al-amr (3:159)
Al-amr bedeutet hier die Handlung, die man zu tun beabsichtigt. Unter al-amr fallen nur die Aufforderungen zum Tun. Aufforderung zur Unterlassung sind nicht Teil von al-amr sondern von An-Nahi.

Die Gelehrten bezeichnen Al-Amr nur die Aufforderung, die vom Vorgesetzten an den Untergebenen gerichtet wird.
Aspekte zu Al-amr
Al-amr-Formen sind nach al-Dschumhur haqiqa nur in der Vacib-Kategorie. In allen anderen Kategorien (Mandub, Mubah, Makruh, Haram sind sie madschaz.
Beispiel: …ER sagte: was hinderte dich daran, Sudschud zu vollziehen, als ICH es dir angewiesen habe? Er sagte: ich bin besser als er….(7:12)
Hätte al-amr nicht die Verpflichtung zur Folge, hätte es keine Sanktion für Iblis nach sich gezogen.
Wenn etwas verboten war und dann durch Al-Amr geboten wurde, dann gehört al-amr in diesem Fall nicht zur Vacib- sondern zur Mubah-Kategorie (Kann)
Nach der Mehrheit der Gelehrten weist al-amr an sich weder auf die sofortige Umsetzung noch auf Verzögerung hin. Es weißt nur die Aufforderung zum Vollziehen der Handlung hin, ohne dabei eine Zeit zu bestimmen.
Beispiel: …der Prophet (s.a.s.) sagte: Wer die Eheverpflichtungen erfüllen kann, der soll heiraten (Ü.v. Buhary, Muslim)
Der Text fordert zur Ehe auf, doch das Heiraten wird von den Gelehrten nicht in die Vacib-Kategorie erhoben.
Wenn al-amr beihaltet, das anderen etwas geboten werden sollte, dann stellt es für anderen kein Gebot dar.
Beispiel: Der Gesandte (s.a.s.) sagte: Fordert eure Kinder zum rituellen Gebet auf! (Ü.v. Davud)
Dies bedeutet nicht, dass das rituelle Gebot für Kinder Vacib ist.
Derjenige, der zu etwas auffordert, ist selbst davon betroffen.
Beispiel: Der Gesandte (s.a.s.) ist wie die Umma angehalten, dies umzusetzen, was er gebietet.

Annawahi (das Verbieten)
Linguistisch bedeutet An-Nahi (Singular) das Gegenteil von Al-Amr „das Verbieten“. Naha ist das Verb und bedeutet „verbieten“. Fachspezifisch bedeutet an-nahi: Ist die Aufforderung zur Unterlassung einer Handlung. Die grammatikalische Form, die auf an-nahi hinweist, ist die Imperativform des Verbs z. B. tue es nicht.
At-Tahrim (Darf-Nicht-Kategorie
…und kommt der Unzucht nicht nahe (17:32)
Al-Karaha (Verpönt-Sein/Soll-Nicht-Kategorie)
…wenn jemand von euch uriniert, dann soll er sein Glied nicht mit der rechten Hand festhalten.
(Ü.v. Buhary, Muslim)
Ad-Dua (Bittgebet)
…unser Herr! Verwirre unsere Herzen nicht (3:8)
Al-Irschad (Empfehlen)
…ihr, die den Iman verinnerlicht habt! Fragt nicht nach Dingen, die, wenn sie euch erläutert werden, euch unangenehm sein werden. (5:101)
Al-Ihtiqar (Verachtung)
…richte deine Augen nicht auf das, was Wir machen von ihnen an vergänglichen Verbrauchsgütern zur Verfügung stellten. (15:88)

Al-Yais (Verzweiflung)
…ihr, die Kufr betrieben habt! Entschuldigt euch heute nicht! (66:7)
Bayanul-aqiba (Beschreibung des Endes)
…und denkt nicht, dass diejenigen, die fi-sabilillah getötet wurden, Tote seien. Nein, sondern Lebendige sind sie! Bei ihrem Herrn wird ihnen Rizq gewährt (3:169)

Aspekte zu An-Nahi
Nach Al-Dschumhur haqiqa ist Nahi nur in der Haram-Kategorie.

Al-aam u. Al-khaas
Das Umfassende und das Ausgesonderte

1. Al-Aam
Linguistisch bedeutet al-aam: das Allgemeine, das Öffentliche, das Generelle, das Gemeine. Fachspezifisch ist Aam ein Ausdruck (Wort/Satz) der ohne Einschränkung alles auf einmal umfasst, das mit ihm konform sein kann.

Wörtertypen, die als aam bezeichnet werden
Als aam werden Wörter bezeichnet, die im eigentlichen sprachlichen Sinne (haqiqa) verschiedene Bedeutungen umfassen. Beisipiel: al-quru bedeutet sowohl die Zeit der Menstruation als auch die Zeit der Nicht-Menstruation.
Als aam werden auch Wörter bezeichnet, die sowohl im eigentlichen sprachlichen Sinn (haqiqa) als auch im metaphorischen Sinne (Madschaz) verschiedene Bedeutungen umfassen. Beispiel: al-lams bezeichnet das Berühren mit der Hand und den Geschlechtsakt.
Als aam werden ebenfalls Wörter bezeichnet, die im metaphorischen Sinne (Madschaz) verschiedene Bedeutung umfassen. Beispiel: asch-schiraa bedeutet das Kaufen an sich und das Kaufen durch einen Bevollmächtigten.
Als aam werden genauso Wörter bezeichnet, die muschtarak/homonym sind, wenn nicht belegt wird, dass nur eine der verschiedenen Bedeutungen gemeint ist. Beispiel: al-ain bedeutet das Auge, die Quelle, sowie Gold u. Silber und der Spion.

2. Al-Khass
Linguistisch bedeutet al-khaas: das Bedonders, das Private, das Sonderbare, etwas Besonderes. Fachspezifisch ist khaas ein Ausdruck, der nur manches von dem umfasst, das mit ihm konform sein kann.
At-Takhsis (etwas zu khaas machen) ist die Einschränkung von al-aam durch Aussondern mancher seiner Glieder.
Al-aam, das mit Takhsis belegt wurde, heißt al-mukhas-sas
Der Ausdruck, durch den Takhsis erfolgt, heißt al-Mukhas-sis

Da At-Takhsis das Aussondern von manchen Gliedern des al-aam bedeutet, kann es nur solche Scharia-Normen betreffen, die sich beständig auf eine Gruppe beziehen, denn die Scharia-Norm, die sich auf das Einzelne bezieht, kann nicht mit at-Takhsis belegt werden.z.B. …und heiratet die Muschrik-Frauen nicht, bis sie den Iman annehmen. (2:221)

Wenn ein Tradent etwas überliefert, was aam ist, aber eine Meinung vertritt, die dieses mit Takhsis belegt, dann wird aam nach Al-Dschumhur trotzdem nicht mit diesem Takhsis belegt, da seine Meinung vielleicht nur dem Idschtihad entstammte.

Beispiel: Ibnu Abbas überlieferte über den Gesandten (s.a.s.): Wer seinen Din wechselt, den bestraft ihr mit dem Tode.
Doch er selbst vertrat die Meinung, dass dies nicht die Frauen betrifft, obwohl „wer“ ein Aam-Ausdruck ist, der sowohl Männer als auch Frauen betrifft.

Al-Mutlaq und al-Muqay-yad
Das Absolute und das Eingeschränkte

1. al-mutlaq
Linguistisch bedeutet mutlaq das, was weder eingeschränkt noch bedingt ist. Atlaqa ist das Verb und bedeutet entfesseln, freilassen, loslassen. Fachspezifisch ist mutlaq ein Ausdruck, der auf das eigentliche Wesen des behandelten Objekts ohne jegliche Einschränkung hinweist.

Beispiel:
Die Aufforderung „zum Lernen“ ist eine Aufforderung, die sich auf die absolute Bedeutung „mutlaq“ des „Lernens“ bezieht. Diese Mutlaq stellt ein Hypernym dar, das in der Realität eigentlich nicht existiert. In der Wirklichkeit versteht man mit Mutlaq das möglichst unversehrte Wesen, z. B. Schächte ein Schaf, was bedeutet, schächte ein unversehrtes Schaf.

2. Muqay-yad
al-Muqay-yad ist das Gegenteil von Mutlaq. Nach der Definition von Mutlaq wurde klar, dass mutlaq sich mit dem Wesen des Objekts und nicht mit seinen Attributen beschäftigt. Al-Muqay-yad ist vergleichbar mit al-Khaas.

Al-mudschmal u. al-mubayyin
Das nicht aufklärbare u. d. Aufklärende
Linguistisch bedeutet al-mudschmal das Vermischte. Fachspezifisch ist mudschmal das Wort bzw. Handeln, dessen Bedeutung unklar blieb, da es mehrere gleichwertige Bedeutungen besitzt, ohne dass eine von ihnen überwiegt. z. B. al-ain bedeutet das Auge u. die Quelle.Beispiel einer Mudschmal-Handlung:
…der Gesandte (s.a.s.) unterlässt den ersten Taschah-hud im Gebet und steht direkt zur dritten Reka auf, vielleicht aus Vergesslichkeit oder vielleicht vorsätzlich, dann weist dies auf eine Mubah-Handlung hin.

Al-bayan bzw. Al-mubay-yin (das Aufklären bzw. das Aufklärende)
Linguistisch bedeutet al-bayan die Erläuterung, die Aufklärung bzw. Erklärung, das Aufklären bzw. das Klären. Fachspezifisch ist bayan das Herausbringen von etwas von der Unklarheit in die Klarheit bzw. das Aufklären des Unklaren.
Al-mubay-yin ist das, mit dessen Hilfe etwas von der Unklarheit in die Klarheit herausgebracht wird. Al-mubay-yin kann durch das Verbale, das Handeln, das Schriftliche, das Zeichen, das Geben von Hinweisen erfolgen.
Al-Mubay-yanu lahu ist derjenige, dem etwas aufgeklärt wird. Dieser ist jeder Mukallaf, der der Erläuterung und Aufklärung bedarf, denn dieser Mukallaf ist verpflichtet zu verstehen, um handeln zu können, doch Verstehen ohne Erklärung und Aufklärung ist nicht möglich.

Az-Zahiru u. Al-Mu-auwal
Das der Höchstwahrscheinlichkeit nach Klare und das der Wenigerwahrscheinlichkeit nach Interpretierte)
Linguistisch bedeutet Zahir „das Deutliche“ das keiner Interpretation bedarf. Fachspezifisch ist Zahir jeder Ausdruck, der auf dessen eigentliche vorgesehene Bedeutung zanni-gemäß hinweist, wobei eine andere Bedeutung möglich sein kann.
Beispiel: Löwe, weist nach der Sprache auf das Tier hin, doch es kann nicht ausgeschlossen werden, dass mit diesem Wort „der tapfere Mann“ gemeint sein kann.
Linguistisch bedeutet Al-Mu-auwal das Prinzip Passiv der Vergangenheit. Etwas zum Anfang zurückbringen, zurückkommen. Fachspezifisch istg Mu-auwal en Zahir-Ausdruck, der mit der weniger wahrscheinlicheren Bedeutung belegt wurde.

An-Nasikh u. Al-Mansukh
Das Abrogierende und das Abgrogierte
An-Naskh hat im Arabischen zwei Bedeutungen
Al-Izala (die Beseitigung)
z. B. das Licht beseitigt den Schatten, d. h. das Licht hat die Stelle des Schattens eingenommen. Oder z. B. der Wind beseitigt die Spuren, d. h. ohne ihre Stelle einzunehmen, sowohl der Wind als auch die Spuren vergehen.

An-Naql (das Abschreiben)
Siehe Sure 45:29
Die Bedingungen von naskh
> das Aufgehobene muss eine Scharia-Norm sein.
> das Aufhebende muss nach dem Aufgehobenen erfolgt und von ihm getrennt sein.
> es erfolgt ausschließlich durch den Scharia-Geber u. nicht durch Idschma oder Qiyas.
> das Aufgehobene darf nicht zeitlich befristet oder bedingt sein.
> das Aufgehobene muss Naskh unterliegen können
> Al-Khaas gilt als aufhebend und kann al-Aam mit Naskh belegen, wenn al-Aam bereits umgesetzt wurde, sonst bleibt es als Khaas.
> an-Naskh muss zu Lebzeiten des Gesandten (s.a.s.) erfolgt sein, so kann Naskh weder durch Idschma noch durch Qiyas noch durch die Vernunft zustande kommen.

…jede Aya, die Wir naskh unterziehen oder vergessen lassen, ersetzen Wir durch etwas Besseres als sie oder durch Gleichwertiges. Weißt du etwa nicht, dass Allah ja über alles allmächtig ist? (2:106)

Naskh-Arten
Naskh ohne Ersatz: …ihr, die den Iman verinnerlicht habt! Wenn ihr euch mit dem Gesandten vertraulich unterhalten wollt, so gebt vor eurer vertraulichen Unterredung eine Sadaqa (58:12)
Naskh mit Ersatz: …und diejenigen von euch, die sterben und Witwen hinterlassen, (ist auferlegt) für ihre Frauen ein Vermächtnis mit einjähriger Versorgung und Wohnrecht. (2:240)

Ersetzt durch:
…und diejenigen von euch, die sterben und Witwen hinterlassen, diese warten mit sich vier Monate und zehn Tage ab. (2:234)

An-Naskh der Rezitation und der Scharia-Norm
Aiyäe (r.) sagte: es gehörte zu dem, was hinabgesandt wurde „zehnmaliges bewusstes Saugen (an der Brust) lassen (den Säugling) als Mahram gelten“. So wurden sie aufgehoben durch fünfmaliges bewusstest Saugen, dann starb der Gesandte (s.a.s.) und sie waren von dem, was aus dem Quran rezitiert wurde (Ü.v. Muslim) Das heißt, die Aya wurde mit Naskh erst kurz vor dem Tod des Gesandten belegt.

Naskh unter Beibehaltung der Rezitation :Diese Art ist die verbreitetste Art.
Naskh unter Beibehaltung der Scharia-Norm

Umar u. Ubai (r.) sagten: Es gehörte zu dem, was vom Quran hinabgesandt wurde: „wenn beide Zina begehen, dann steinigt sie bis zum Tode als Peinigung von Allah. Und Allah ist allwürdig, allweise. Man stellt heute fest, dass diese Rezitation im Quran nicht vorkommt, nur das Handeln danach ist als ein Teil der Hudud-Strafen nach allen Fiqh-Schulen bis heute geblieben.

As-Sunna
Linguistisch ist As-Sunna die Lebensart
z. B. 3:137 …bereits vergingen vor euch Sunnan, so geht auf der Erde umher und betrachtet euch, wie das Anschließende von den Lügnern war.
Sunna bezeichnet auch den Lebenswandel eines Menschen, der von anderen imitiert wird, sei dieser gut oder schlecht. Der Prophet (s.a.s.) sagte: Wer im Islam eine gute Sunna/Tradition einführt, dem gebührt deren Lohn und der Lohn aller, die nach ihm diese pflegten, ohne dass aus ihrem Lohn etwas vermindert wird. Und wer im Islam eine schlechte Sunna/Tradition einführt, dem gebührt deren Sündenlohn und der Sündenlohn aller, die nach ihm diese pflegten, ohne dass aus ihrem Sündenlohn etwas vermindert wird. (Ü.v. Muslim)
Fachspezifische bezeichnet Sunna alles, was dem Gesandten (s.a.s.) entstammte, sei es eine Aussage, eine Handlung oder eine Bestätigung anderer. Die Fiqh-Gelehrten verwenden den Begriff As-Sunna als Synonym für al-Mandub (Wünschenswert) und Al-mustahab.
Sunna ist idschma-gemäß die zweite Quelle der Scharia, wer sie gänzlich verleugnet, ist idschma-gemäß ein Kafir. Denn der Quran nimmt eindeutig Stellung:
…diese sind Allahs Richtlinien. Und wer Allah uns Seinem Gesandten gehorcht, den wird ER in Cennet eintreten lassen… ..(4:13)
…doch wer Allah und Seinem Gesandten widerspricht und Allahs Richtlinien überschreitet, den wird ER ins Feuer eintreten lassen…(4:14)
…Keineswegs gebührt es einem Mumin oder einer Mumina, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit bestimmt, dass es für sie noch eine Wahl in ihrer Angelegenheit gibt…(33:36)
…und was der Gesandte euch gab, so nehmt es! Und das er euch verbot, so lasst davon ab…(59:7)

Die Sunna ist selbstständiger Scharia-Geber, da sie ebenfalls von Allah stammt.

…und er spricht nicht aus eigenen Gedünken. Es ist nur ein Wahy, das als Wahy zuteil wird. (53:3-4)
Beispiele Scharia-Normen außerhalb des Quran
Zakat für Handelswaren, Verbot des Eselfleisch und das Fleisch von Raubtieren und Raubvögeln.

Bedeutung der Sunna-Texte
Themenbereiche:
al-awamir (die Gebote)
An-nawahi (die Verbote)
Al-aam u. al-khaas (das Umfassende u. das Ausgesonderte)
Al-mutlaq u. al-muqayyad (das Absolute u. das Eingeschränkte)
Al-mudschmal u. al-mubay-yin (das nicht aufklärbare Mehrdeutige
und das Aufklärende)
Az-zahiru und al-mu-auwal (das der Höchstwahrscheinlichkeit nach Klare
u. d. der Wenigerwahrscheinlichkeit nach Interretierte)
An-nasikh und al-mansukh (das Abrogierende und das Abrogierte)
Die Unfehlbarkeit des Gesandten Muhammed (s.a.s.)
Nach al-Dschumhur können die Gesandten vor ihrer Sendung Verfehlungen, seien diese vorsätzlich oder versehentlich, begehen. Doch die Sira des Gesandten Muhammed (s.a.s.) zeugt von einem einmaligen moralischen Lebenswandel. Er wurde von seinen Mitmenschen als As-Sadiq (der Wahrhaftige) und Al-Amin (der Vertrauenswürdige) bezeichnet.

Es ist jedoch Idschma unter den Gelehrten, dass die Gesandten nach der Sendung unfehlbar sind und keine Verfehlungen vorsätzlich begingen. Al-Dschumhur vertreten auch die Meinung, dass sei gar keine Verfehlungen begingen, auch nicht versehentlich.
Die Vergesslichkeit kann die Gesandten überkommen, jedoch nicht in den Din-Angelegenheiten.
Der Gesandte Muhammed (s.a.s.) beging auch keine Mekruh-Handlungen. Manche Mekruh-Handlungen für uns waren für ihn nicht Mekruh, da er uns damit die Kategorie dieser Handlung klar stellte.
Wenn der Gesandte (s.a.s.) eine Handlung eines Menschen bestätigte, dann war diese ein Hinweis, dass diese Handlung erlaubt ist. Es spielt keine Rolle, ob dieser Mensch en Muslim ist oder nicht. Manche Gelehrte haben als Bedingung gestellt, dass dieser Mensch ein Muslim sein muss, der sich hingibt und auf den Gesandten (s.a.s.) hörte.

Die Handlungen des Gesandten Muhammed (s.a.s.)
Bei den Handlungen werden Unterschieden:
Handlungen die auf seine menschliche Natur und Veranlagung zurückzuführen sind, wie Sitzen, Gehen, Stehen, Essen usw.
Nach al-Dschumhur deutet das Vollbringen dieser Handlungen daraufhin, dass sie „mubah“ sind, d. h. ob man diese Gewohnheit des Gesandten nachgeht oder nicht, ist egal, es ist weder Haram noch Helal.
Viele der Sahaba haben den Gesandten (s.a.s.) auch in diesem Bereich aufgrund ihrer großen Liebe zu ihm und nicht aufgrund der Verpflichtetheit dazu nachgeahmt.

Handlungen in diesem Bereich, die der Gesandte (s.a.s.) ständig wiederholte, wie das Trinken in drei Schlucken und nicht auf einmal, weisen darauf hin, dass dies zur Mandub-Kategorie (Wünschenswert) gehören.

At-Ta’arud (Widersprüche)
At-Ta’arud beschreibt das Auftreten von zwei Dingen, die sich gegenseitig widersprechen. In Bezug auf die Aussagen und Handlungen des Gesandten (s.a.s.) wird wie folgt unterschieden.
Wenn zwei Handlungen sich widersprechen, wobei die eine Handlung als Vacib-Handlung wiederholt werden sollte, dann gilt die andere als nasikh (aufhebend) oder mukhas-sis (einschränkend).

Wenn eine Aussage und eine Handlung sich gegenseitig widersprechen, dann kommt je nachdem Takhiss oder Naskh zustande.
Al-Akhbar in der Sunna
Plural = akhbar, Singular = Khabar. Linguistisch leitet sich Khabar von Khibar (die weiche Erde) ab. Fachspezifisch ist Khabar ein Ausdruck, der an sich als richtig oder falsch bezeichnet werden kann.

Al-Akhbar, die dem Gesandten (s.a.s.) zugeschrieben werden, werden als Hadithe bezeichnet.
Einteilung von Al-Akhbar
Die eindeutig Falschen: Hadithe, die eindeutig falsch sind, werden entweder durch die Scharai, oder durch die Gewohnheit, oder durch die Vernunft entlarvt.
Die eindeutigen Richtigen: Hadithe die durch Mutavatir-Überlieferung zustande kamen

Diejenigen, die der Zann-Kategorie zugeschrieben werden z. B. Ahad-Überlieferungen. Die Hadithe, die als Ahad gelten, müssen beim Handeln berücksichtigt werden, wenn sie als „sahih“ überliefert gelten.

Bedingung einer Ahad-Überlieferung
Bedingungen, über die Übereinstimmung unter den Gelehrten herrscht.
Bedingung bezüglich des Tradenten
Der Tradent muss Muslim sein. Sollte er etwas zur sein Kufr-Zeit gehört haben, was er nach seinem Bekenntnis zum Islam überlieferte, dann wird dies von der Mehrheit der Gelehrten akzeptiert.
Der Tradent muss die Geschlechtsreife erreicht haben. Sollte er etwas zur Zeit seiner Kindheit gehört haben, was er erst nach dem Erreichen der Geschlechtsreife überlieferte, dann wird dies von der Mehrheit der Gelehrten akzeptiert.
Der Tradent muss zurechnungsfähig sein.
Der Tradent muss „adl“ sein. Sein Adala muss nachgewiesen werden. Adala ist vertrauenswürdig, der sich von Sünden zurückhält. Ansonsten wird seine Überlieferung zurückgewiesen.
Der Tradent muss erinnerungsvermögend (dabit) sein.

Bedingung bezüglich des Tradierten
a) Die Überlieferungskette muss lückenlos sein (lt-tisalus-sand)
b) Die Überlieferung darf keiner Überlieferung widersprechen, die von einem Vertrauenswürdigen tradiert wurde.
c) Die Überlieferung darf keine versteckten Fehler beinhalten.

Bedingung über Uneinstimmigkeit unter den Gelehrten
Imam Malik stellt die Bedingung, dass die Ahad-Überlieferung nur dann akzeptiert werden kann, wenn sie nicht dem widerspricht, nach dem in Medina gehandelt wird.

Die Hanefiten stellen drei Bedingungen, um Ahad-Überlieferung zu berücksichtigen:
1. Die Überlieferung darf sich nicht mit dem befassen, was weit verbreitet ist und unter dessen Auswirkungen die meisten Menschen leiden, da dies normalerweise als Mutavatir-Überlieferung tradiert werden muss (z. B. mit dieser Begründung weisen die Hanefiten den Hadith bezüglich der Berührung des männlichen Glieds als Annullierungsgrund des Wudu zurück.)
2. Der Tradent darf nicht gegen die Bestimmung des von ihm Überlieferten handeln. (z. B. mit dieser Begründung weisen die Hanefiten den Hadith bezüglich der Waschung nach Hundelecken sieben mal, nach dem er vom Hund geleckt wurde, da der Tradent des Hadith Abu Huraira (r.) nur dreimaliges Waschen verlangte, als er danach gefragt wurde.)
3. Die Überlieferung darf Al-Qiyas nicht widersprechen.

Al-idschma
Linguistisch bedeutet „idschma“: die Entschlossenheit, der Konsens, die Übereinstimmung in einer Angelegenheit“. Fachspezifisch bezeichnet „idschma“ die Übereinstimmung aller Mudschtahid-Gelehrten in einer Angelegenheit in einer Zeit nach der Zeit des Gesandten Muhammed (s.a.s.)

Erläuterung
> die Übereinstimmung schließt sowohl die innerliche Einigkeit als auch die verbale Einigkeit als auch die Einigkeit im Handeln ein.
> aller muslimischen Mudschtahid-Gelehrten dürfen keiner Einschränkung, von Nicht- Mudschtahid-Gelehrten unterliegen. Ein idscham kann nicht von einen einzigen Gelehrten zustande kommen. Nicht-Mudschtadig-Gelehrte werden zum idscham nicht berücksichtigt.
> bei idschma schließt das Scharia-gemäße, das Sprachliche und das Vernunftsgemäße ein.
> wurde idschma zu Lebzeit des Gesandten vorgenommen, ist die Entscheidung ungültig, da die Entscheidung des Gesandten (s.a.s.) maßgeblich ist. Nur nach der Zeit des Gesandten ist idschma möglich.

Die Verpflichtung zur Beachtung von Al-idschma
> al-idschma stellt die dritte Quelle der Scharia dar.
> al-idschma ist nach der Vernunft möglich.
> durch al-idschma werden die Zanni-Bedeutungen von den Ayet und den Hadithen festgelegt und die Ahad-Überlieferungen verbindlich.
> der Quran macht al-idschma verpflichtend
…und wer den Gesandten widerspricht – nachdem ihm die Rechtleitung deutlich wurde, und einem anderen Weg der Mumin folgt, den werden Wir das verantworten lassen, wofür er verantwortlich war, und dann werden Wir ihn in Dschahannam hineinwerfen lassen. Und erbärmlich ist dieses Werden.
> der Gesandte (s.a.s.) sagte: Allah vereinigt meine Umma nicht über eine Verfehlung (Ü.v. Tirmidhi)
…was die Muslime für gut befinden, dass ist bei Allah gut, und was sie für schlecht befinden, dies ist bei Allah schlecht. (Ü.v. Ahmad)
> nach Al-Dschumhur ist die Verpflichtung idschma „qati“ wie Quran und Sunna und nicht zanni.
> al-idschma wird entweder durch Ahad- oder durch Mutavatir-Überlieferung tradiert.
Arten von idschma
1. Idschma der Sahaba
2. Idschma der Rechtgeleiteten Kalifen: Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali (r.) Die vier Imame, Imam Hanife, Imam Malik, Imam Schafi’i und Imam Ahmed zählen nicht als idscham-Art, da es sich nur um einen Teil der Mudschtahid-Gelehrten handelt.
3. Idschma von den Medina-Bewohnern. Imam Malik wertet diese Art als Scharia-Beleg und stellt sie im Falle eines Widerspruchs vor die Ahad. Jedoch die al-Dschumhur werten diese Art nicht als idschma.
4. Idschma durch das Handeln. Diese Art von idschma weist darauf hin, dass eine Handlung helal ist, ohne sie in eine Scharia-Kategorie einzuteilen. Denn dafür müssen zusätzliche Indizien vorliegen.
5. Idscham durch das Schweigen. Diese idschma bedeutet, dass einer oder mehrer Mudschtahid-Gelehrte eine Scharia-Norm erlassen oder eine Fetwa geben, die von allen anderen Mudschtahid-Gelehrten stillschweigend angenommen wird. Damit diese Art gültig und verpflichtend ist, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

> sämtliche Mudschtahid-Gelehrte erfahren das Erlassene, ohne das jemand von ihnen widerspricht.
> das Zeichen des Einverstanden-Seins muss sichtbar sein.
> es muss genügend Zeit zum Widerspruch sein.
> Wiederholung der Fetwa über einen längeren Zeitraum ohne, dass dieser Widersprochen wird.
> die Angelegenheit muss zu einer der Taklifi-Kategorien gehören.

6. Idschma durch die verbale Zustimmung. Diese idschma-Art ist die häufigste, da die Mudschtahid-Gelehrten sich verbal und schriftlich zu einer Angelegenheit äußern.
Verschiedene Punkte zu al-idschma
Idschma kann durch Muavatir- oder Ahad-Überlieferung überliefert werden. Es ist verpflichtend wie Quran und Sunna.
Sollte in einer Zeit nur ein einziger Mudschtahid leben, so kommt durch seine Meinung kein idschma zustande.
Alle Mudschtahid in einer Disziplin müssen Fach-Gelehrte in dieser Disziplin sein, sonst wird ihre Meinung nicht berücksichtigt, auch dann nicht, sollten sie Experten in einer anderen Disziplin sein.
Jeder idschma muss belegt werden. Inspiration muss zurückgewiesen werden.
Wer eine Scharia-Norm die durch idschma belegt ist, verleugnet, obwohl diese Norm als notwendiger Teil des Din allgemein bekannt ist, wird Kafir.

Neue Belege zu bereits vorhandenen idschma sind zulässig.
Sollte idschma einem Quran- oder Sunna-Text widersprechen, dann wird versucht beide durch Taavil in Einklang zu bringen.
Wenn Taavil nicht möglich ist, dann wird idschma berücksichtigt, wenn der Beleg zanni ist.
Sollte der Beleg qati in seiner Bedeutung sein, dann wird hier auch idschma berücksichtigt, da man von Naskh ausgehen muss, da die Umma sich nicht über etwas gegen einen Qati-Beleg einigt.

Der Beleg für den idschma muss nicht mit ihm tradiert werden.
Al-Qiyas
Al-Qiyas ist die vierte Scharia-Quelle. Idschma wird Qiyas vorgezogen, da es bei qiyas mehr Meinungsunterschiede gibt und weil seine Ergebnisse meistens im Bereich von Zann liegen. Zeitlich gesehen, kommt qiyas vor idschma, da qiyas auch zur Zeit des Gesandten (s.a.s.) möglich war.
Linguistisch ist Qiyas der Infinitiv des Verbes qasa. Qasa bedeutet: etwas nach etwas anderem abmessen, etwas mit etwas anderem vergleichen. Fachspezifisch bedeutet: das Gleichsetzen der Ausgangsnorm mit dem zu klärenden Fall.

Die Verpflichtung zur Beachtung von Qiyas im Quran
…so zieht (daraus) eine Lehre, ihr mit Einblick (59:2)

In dieser Aya werden die Muslime aufgefordert, sich mit den anderen Völkern zu vergleichen und aus ihrem Schicksal Lehren zu ziehen.Die Verpflichtung zur Beachtung von Qiyas im Hadith
Der Gesandte (s.a.s.) wollte Muadh nach Yemen entsenden, er (s.) fragte ihn: Wie wirst du richten? Er antwortete: Ich richte nach dem, was in Allahs Schrift ist. Er (s.) sagte: Wie denn, sollte es nicht in Allahs Schrift sein? Er sagte: Dann nach der Sunna des Gesandten. Er (s.) sagte: Wie denn, sollte es nicht in der Sunna sein? Er sagte: Ich bemühe mich um eigenständigen idschtihad. Er (s.) sagte: Alles Lob sei Allah, Der den Gesandten des Gesandten Allahs zum Erfolg verhalf. (Ü.v. Tirmidhi u. Ahmed)

Bereiche in denen Qiyas angewandt wird oder nicht
Im Bereich der Kaffara, Rukhsa u. Hudud-Strafen
In diesen Bereich ist Qiyas nach Meinung der Mehrheit der Gelehrten zulässig, wenn die „illa“ feststellbar ist. Die Hanefiten lehnen Qiyas in diesen Bereich ab.

Im Bereich der Sprache ist Qiyas nicht zulässig
Beispiel: das Meer und das Schwimmbad als Flasche zu nennen, da in allen das Wasser gesammelt wird.
Im Bereich von Tauhid ist Qiyas unzulässig, da Allahs Namen und Attribute durch die Überlieferung als etwas Definitives gewonnen werden müssen.

Im Bereich der vernunftsgemäßen Fragen ist Qiyas zulässig, wenn die „illa“ feststellbar ist.
Beispiel: das Geschöpf kann wissen, weil er lebt, muss Allah auch leben, sonst gäbe es ihn nicht.
Im Bereich der Gewohnheiten und des Körpers ist Qiyas nicht zulässig, da die „illa“ nicht feststellbar ist.
Beispiel: Menstruation und Wochenfluss: Man durch Qiyas nicht die Mindestdauer von der einen zum anderen ableiten.

Die umstrittenen Quellen der Scharia-Belege
Die Regel ist, dass alle Dinge erlaubt sind, wenn es kein ausdrückliches Verbot gibt!
Mit der Scharia wurden Angelegenheiten in verschiedene Scharia-Norm-Kategorie eingeteilt. (Die Mutaziliten lehnen die Scharia-Kategorien ab, weil für sie alleine die Vernunft über das Gute und das Böse ausschlaggebend ist.) Seit der Sendung gibt es die Regel, dass alles Nützliche erlaubt und alles Schlechte verboten ist, es sei denn, eine Regelung erfolgt, welche dies anders regelt.
…helal ist das, was Allah in Seiner Schrift für helal erklärte, und was ER für haram erklärte, ist haram; und was ER unerwähnt bleiben ließ, ist eine Nachsichtigkeit. So nehmt von Allah Seine Nachsichtigkeit an, denn gewiss, Allah würde nichts vergessen. (19:64)Beispiel: Man findet eine Quelle und weiß nicht, ob sie jemanden gehört oder nicht, dann darf amn aus ihr Wasser schöpfen.
Man findet Haare und weiß nicht, ob sie von einem helal- oder einen haram-Tier stammen; dann darf man sie verwenden.
Die Hanefiten widersprechen und vertreten die Meinung, dass alles nur dann helal ist, wenn es für helal erklärt wurde, ansonsten ist es haram einzustufen.

Al-istishab
Istishab ist das Fortbestehen einer Scharia-Norm, wenn deren Annullierung nicht nachgewiesen wird. Die Hanefiten widersprechen und lehnen istishab ab.

Al-istiqraa (Induktion)
Es gibt zwei Typen von istiqraa: Die vollständige Induktion und die nichtvollständige Induktion.
Beispiel: Da nach der Induktion festgestellt wurde, dass alle Salah-Gebete, die beim Reiten verrichtet wurden, keine Vacib- sondern Sunna-Handlungen waren, ist das Vitir-Salah nach den Schafi’iten keine Vacib-Handlung, da es beim Reiten verrichtet werden darf.

Geringste an Überlieferten
Imam Schafi’i stufte eine Angelegenheit durch das Geringste ein, das in dessen Zusammenhang überliefert wurde, solange es ein Teil vom Größeren ist du sonst kein anderer Beleg existiert.
Beispiel: Die Diyya (Ersatz für Totschlag) für einen Nicht-Muslim gilt bei Imam Schafi’i als ein Drittel dessen, was für einen Muslim zusteht. Imam Malik sieht die Hälfte dafür vor, und Imam Abu Hanifa macht keinen Unterschied zwischen dem Muslim und den Nicht-Muslim in dieser Angelegenheit.Für Imam Schafi’i gibt es keinen Beleg, der mehr als ein Drittel vorsehen würde, und da mehr Belastung belegt werden muss, bleibt er bei einen Drittel.

Al-istislah
Al-Dschumhur lehnen diese Maslaha-Art ab, während Imam Malik diese berücksichtigt, so erlaubt er z. B. die Züchtigung des Diebs, damit dieser den Diebstahl gesteht.

Al-istihasan
Al-Dschumhur lehnen istihsan als Quelle der Scharia im Gegensatz zu den Hanefiten ab.

Das Befolgen des Hadith mit gleichzeitiger Unterlassung von Qiyas. Z. B. das Lachen im Salah annulliert das Gebet und Wudu.

Aussage des Sahabi
Jede Aussage oder Fetwa, die von einen Sahabi stammt, wird untersucht. Wenn sie nicht im Bereich des idschtihad liegt, dann wird sie angenommen und ist von den Mudschtahid zu befolgen. Z. B. die Art, wie man beten soll, da die Sahaba dies vom Gesandten lernen. Doch sollte sie dem idschtihad entstammen, dann gilt sie nicht als maßgeblich für die Mudschtahid, da die Sahaba sich durch idschtihad widersprochen haben.

Imam Schafi’i betrachtet die Aussagen von Nicht-Sahaba als nicht verbindlich für die Mudschtahid. Seiner Meinung nach darf ein Mudschtahid diese nicht befolgen, er sagte dazu: Sie sind Männer und wir sind Männer, wie kann ich die Meinung von Jemanden befolgen, der mir im Streitgespräch unterliegen würde.

Al-ilham (Inspiration)
Ilham wird als Grundlage für die Scharia abgelehnt, sie ist die Eingebung in die Herzen von Auserwählten.

Der idschma von den Medina-Bewohnern
Al-Dschumhur lehnen diesen idschma ab, da die Bewohner von Medina nur ein Teil der Muslime sind und ihr Aufenthalt in Medina sie nicht unfehlbar macht. Nur für Imam Malik sind sie maßgeblich als Quelle für die Scharia. Es herrscht jedoch Unklarheit darüber, was er damit meinte. Er könnte die Sahaba von Medina aber auch die sieben Fuqahaa (Fiqh-Gelehrte) gemeint haben.

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O ihr Menschen , erkennt endlich : Der Islam ist in Europa angekommen ,
er ist keine Gefahr noch muss man Angst haben !

Madinah













mfg , wartend auf eure Kommentare


Shaykhul Islam Tahir al Qadri rah Aussage über den Mawlid an Nabiyy saws :

Shaykh Hamza Yusuf ra about Mawlid an Nabiyy saws :

Wir dürfen nicht vergessen , dass der Siegel der Propheten(khatam al anbiyya ) Muhammad saws „Rahmat al Alamin (Barmherzigkeit für alle Welten)“ ist

Die Liebe zu Allah verpflichtet uns zur Liebe des Siegels des Propheten saws ,denn die Quelle dieser Liebe ist die Shahadatayn beiden (isl. Glaubensbekenntnisse ),
wie es Shaykh Hamza Yusuf ra im Video erläutert :

Warum die Muslime den Mawlid an Nabiyy saws feiern sollten von Shaykh Sayyid Muhammad Alawi al Maliki al Hasani ra , engl. :

Selbst die Bibel verbietet den Zinswucher !

Veröffentlicht: 24. November 2010 in Uncategorized

Als ich mal wieder selbst recherchiert habe , fand ich folgende Zeilen , unglaublich :

Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft.
(Lukas 6,35)

Du sollst von deinem Bruder nicht Zinsen nehmen, weder für Geld noch für Speise noch für alles, wofür man Zinsen nehmen kann.
(5.Mose 23,20)

Wenn du Geld verleihst an einen aus meinem Volk, an einen Armen neben dir, so sollst du an ihm nicht wie ein Wucherer handeln; du sollst keinerlei Zinsen von ihm nehmen.
(2.Mose 22,24)

Erstes Konzil von Nicäa (325 n. Chr.)
Kanon 17: Wer Wucherzinsen verlangt, soll abgesetzt werden.

Frage : Wie konnte dann das Zinswuchersystem , genannt Kapitalismus , entstehen ?

mfg


Deutsche Wissenschaftler widerlegen die Evolutionstheorie :

Walther Veith , ein ehemaliger Zoologe ,widerlegt die Evolutionstheorie :

Gegen die Selbstmordattentate von Shayhul Islam Tahir al Qadri ra,engl. :

Diejenigen dieser Fatwa nicht trauen, hier die Antwort auf die Zweifler :

Was ist das Hijab ,engl.


Diese Videos dienen nicht dem Missionszweck ,
sondern der Einladung zur Reflektion übers Gesehene .

Hier einige Videos zum Thema :

Ein kleines Kind sagt das islamische Glaubensbekenntnis :

Zum Schmunzeln :

Muslim Kids :

Die Liebe der Kinder zu ihrer Mutter ,engl.

Du wirst nichts mitnehmen aus dem Diesseits :

Native Din ,Du bist nicht allein :

Ummah Films ,die Haram Polizei :

Allah knows ,Hammer Ilahi :

Viel Spass euer
Talib al Muwahhid as Sunni al Hanafi

Möge Allah Euer Herz reinigen und Seine Vergebung mit Euch sein .


Bitte :

Wer sich diese Videos anschaut , einige davon sind sehr schön ,
einige davon sehr traurig , weil Schönheit erst dann verstanden wird ,
wenn man die Erbärmlichkeiten des Diesseits sieht .
Es ist kein Aufruf zum Hass ,
sondern Menschlichkeit & Menschenwürde

Logische Beweise der Existenz Allahs :

Gottesbeweise :

Die Erläuterung der Sure al-Ikhlâs:

Auszüge aus der Aqida at Tahawiyya von Imam Abu Jafar at Tahawiyy ra :

Der komplette Film „Muhammad saws -der Gesandte Gottes „:
http://video.google.com/videoplay?docid=-7197912437915882006#docid=-562397439563566511

Die Gefährten raa :

Eine sehr schöne Quranrezitation :

Einige schöne ilahis ,Anashid :
Qawwali von Owais Raza Qadri ra :

Muhammad Munir ra :

Taala Badru alayna (immer wieder ein Genuß) :

Bismillah :

Zain Bhikha ra :

Vorsicht , dieses Video enthält traurige Bilder :

Noch trauriger wird es hier über die stolze Madame Rachel Corrie :

Das Interview mit der stolzen Madame Rachel Corrie :

Ein interessantes Video und Interview mit Hassan Ritter ra,
interessant deswegen weil es weit entfernt ist von dem vorurteilbehafteten Klischees :

Ein paar wieder einmal eine klar definierte und gelungene sowie intellektuelle Standortposition von 3 sat :

Unterrichte auf englisch , äußerst interessante Unterrichte :

Shaykh Hamza Yusuf ra über Fernsehabhängigkeit :

Shaykh Hamza Yusuf ra über den Dollar, engl. :

Shaykh Hamza Yusuf ra über das Diesseits (dunya ) :

Shaykh Hamza Yusuf ra über Muhammad saws in der Bibel , engl. :

Shaykh Hamza Yusuf ra über die zwei Typen der Christen ,engl. :

Unterrichte auf deutsch von Abu Bilal Maliki ra über dieisl. Glaubenslehren der
Leute der Sunnah :


Abu Bilal al Maliki ra über die Fitnah der Endzeit :

Shaykh Riyadhul Haqq ra Rat an die Jugend :

Ein Video von der Muslimische Gemeinde über Yvonne Ridley ,mascha Allah :

Die Schandtaten der Saudis :




mfg


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http://www.ahlu-sunnah.de

Tekke-i Kadiriyye Mescidi Berlin

Ist Sufismus eine Bida(Neuerung oder Erfindung von Sekten )?
-die Frage richtete sich an den berühmten, ehrwürdigen & schafiitischen Rechtsgelehrten & Shadhiliyya
Shaykh Hamza Hanson ra –

Wie würden sie auf die Behauptung reagieren, dass Sufismus Bid‛a sei?

Ich würde antworten, indem ich darauf schaue, wie die traditionellen ‛Ulama’ oder islamischen Gelehrten dies betrachtet haben. Innerhalb des längsten Zeitraums der Islamischen Geschichte – von der Zeit der Umayyaden bis zu den Abbasiden den Mameluken, bis zum Ende der 600- jährigen Osmanischen Periode – wurde der Sufismus gelehrt und als eine islamische Disziplin verstanden, genau wie die Auslegung des Koran (Tafsir), Hadith, Koranrezitation (Tagwid), Grundsätze des Glaubens (‛Ilm at-tawhid), jene Grundsätze, die einige detaillierte Aspekte der Religion (Din) des Islam aufbewahren. Die Einzelheiten und Terminologien dieser Scharia- Disziplinen waren den ersten Generationen der Muslime unbekannt und als diese entstanden, wurden sie nicht rücksichtslos als Bid‛a oder „tadelnswerte Erneuerung“ von den ‛Ulamä’ der Scharia bezeichnet, weil nach ihnen Bid‛a sich nicht auf die Mittel bezieht, sondern vielmehr auf die Ziele, welchen im Islam keine Rechtsgültigkeit besitzen.

Um diesen Punkt zu erläutern, müssen wir bemerken, dass der Prophet nie in seinem Leben in einer Moschee betete, die aus Stahlbeton gebaut war, mit einem Teppich belegten Flur, gläsernen Fenstern usw. Dennoch sind dies keine rücksichtslosen Bid‛ a, weil uns Muslimen befohlen wird, bei den Gebeten in den Moscheen zusammen zu kommen und die neuen großen Gebäude sind lediglich ein Mittel dafür, diesen Befehl auszuführen.

Im Bereich der Wissenschaft waren Bücher mit den detaillierten Auslegungen des Koran, Vers bei Vers und Suren bei Suren unbekannt, auch war die Bezeichnung des Tafsir nicht bekannt. Als die Tafsir-Literatur entstand, war es von Nutzen, die grundlegenden Aspekte der Offenbarung und das Verständnis des Korans zu bewahren. Es wurde von der Scharia als nützlich anerkannt bzw. unterstützt und nicht als Bida’a verurteilt. Dasselbe trifft auf die meisten Islamischen Wissenschaften zu, wie ‛Ilm al-Garh wa ta‛ dil, die Wissenschaft des Abwiegens der positiven und negativen Faktoren bei der Beurteilung der Zuverlässigkeit der Hadith-Überlieferer oder ‛Ilm at­Tawhid, die Wissenschaft über die Glaubensgrundsätze des Islam und andere wesentliche Disziplinen der Scharia. In Zusammenhang damit sagte Imim Schafi‛i (204 / 820): „Alles was in der Scharia eine Bestätigung (mustanad) findet, ist keine Bida’a, auch wenn es die früheren Muslime nicht ausgeführt haben.“ (Ahmad al-Ghumiri, Tashnif al-adhin, Kairo: Maktabat al-Khanji, n.d., 133)

Dementsprechend entstand ‛Ilm al-Tasawwuf, „die Wissenschaft des Sufismus“, um den besonderen Aspekt der Scharia, die Aufrichtigkeit, „Ikhlas“, zu bewahren und zu fördern. Es war bekannt, dass die Sunna des Propheten nicht nur Wörter und Handlungen sind, sondern auch Stadien des Seins beinhaltet, sprich dass ein Muslim nicht nur einige Dinge sagen und tun muss, sondern auch etwas sein muss. Die Scharia befiehlt, wie in einigen Koran-Ayät und Ahadith, Allah zu fürchten, Ihm gegenüber aufrichtig zu sein, in dem Wissen über Allah, dem Einzigen, so sicher zu sein, dass man ihn so anbetet, als ob man ihn sieht, den Propheten mehr als jeden anderen Menschen zu lieben, allen Muslimen Liebe und Respekt zu zeigen, barmherzig zu sein und dass das Herz noch viele andere Zustände hat. Es sind uns auch innere Zustände wie Neid, Bosheit, Arroganz, Liebe zu weltlichen Angelegenheiten, Verärgerungen zum Wohle des Nafs usw. verboten. Al-Hakim al-Tirmidhi berichtete mit einer starken authentischen (sahih) Überlieferungskette von Ibn Mäga diesen Hadith: „Zorn verdirbt den Glauben (Iman), wie [die Bitterkeit eines] Aloesaft (Pflanzenart) den Honig verdirbt.“ (Nawidir al-usrl. Istanbul 1294 /1877. Neuauflage.)

Qadiriyya

Wenn wir über diese Zustände nachdenken, sind wir verpflichtet, diese zu erreichen oder zu beseitigen. Wir haben zur Kenntnis genommen, dass man durch diese Veranlagungen voranschreitet. Diese Veranlagungen fehlen nicht nur in den sündhaften Herzen und können nur mit einigen Anstrengungen erreicht werden, daraus ergibt sich solch eine kräftige Veränderung des Menschen, so dass der Koran diese Bezeichnungen in vielen Versen erläutert. So, wie Allah in der Surat al-A‛lä Folgendes sagt: „Wahrlich, derjenige wird Erfolg haben, der sich reinigt“ (Koran 87:14). Das Herbeiführen dieser Veränderungen resultiert aus den Bestrebungen in der Islamischen Wissenschaft des Sufismus und dies kann nicht als Bida’a bezeichnet werden, weil die Schariah uns das Vollbringen dieser Veränderungen befiehlt.

Auf der praktischen Ebene ist die Beschaffenheit dieser Wissenschaft, die Reinigung des Herzens (im Grunde genommen wie all die anderen traditionellen Islamischen Disziplinen) solchermaßen, dass dieses Wissen erforderlichenfalls nur von jenen genommen werden kann, welche auch diese Eigenschaften besitzen. Dies ist auch der Grund, dass so viele der Islamischen Gelehrten, welchen Allah Tawfiq (Erfolge) in ihren Arbeiten schenkte, Sufis waren. Tatsächlich ist es so, dass wenn man jede traditionelle Arbeit der Islamwissenschaft wegwerfen würde, deren Verfasser jene gebildete Sufis waren, so würde man 75% der Bücher im Islam oder mehr aufgeben. Diese Menschen waren solche Gelehrte wie der Hanafi Imäm Muhammed Amin Ibn ‛Abidin, Sheikh al-Islam Zakariä al-Ansari, Imäm Ibn Daqiq al-Eid, Imäm al-‛Izz b. ‛Abd al-Saläm, ‛Abd al-Ghaniyy al-Näblusi, Sheikh Ahmed al-Sirhindi, Sheikh Ibrahim al-Bädschuri, Imäm al-Ghazäli, Schah Waliyy Allah al-Dahlawi, Imäm al-Nawawi (der Hadith Meister, Hafiz, ca. 100 000 Hadithe aus dem Gedächtnis), ‛Abd al-‛Asim al­Mundhiri, der Hadith Meister Murtada al-Zabidi, der Hadith Meister ‛Abd al-Ra ’üf al-Manäwi, der Hadith Meister Galäl ad-Din al-Suyüti, der Hadith Meister Taqiyy ad-Din as-Subki, Imäm al-Räfi’i, Imäm Ibn Hadar al-Haytami, Zayn ad-Din al-Mallibari, Ahmed b. Naqib al-Misri und noch viele mehr.

Imäm al-Nawawis Einstellung gegenüber dem Sufismus wird klar in seinem Werk Bustän al-‛arifin [Die Gärten der Allah Erkennenden], auch durch die durchgehenden Verweise auf al-Qusharyis berühmtes Sufi-Handbuch al-Risala al-Qushayriyya in seinem eigenen Werk Kitäb al-adhkär [Buch der Erinnerung an Allah] und auch durch die Tatsache, dass 15 von 17 Zitaten in einem einleitenden Abschnitt seines größten Rechts-Werkes (al-Madmu‛:scharh al-Muhadhdhab 20 Bände, Kairo Neuauflage. Medinah: al-Maktaba al-Salafiyya, n.d. 1.1718) über Aufrichtigkeit (Ikhlas) und Wahrhaftigkeit (Sidq) von Sufis handeln, welche namentlich erwähnt werden in al-Sullamis Tabaqät al-Süfiyya [Die folgenden Generationen von Sufis]. Sogar Ibn Taymiyya (dessen Ansichten über Sufismus selbst denen eigenartig und ungewohnt erscheinen, die ihn als ihren “Scheich al Islam“ bezeichnen) widmete Band 10 und 11 aus seinem Madmu‛ al-Fatäwa dem Sufismus, während sein Schüler Ibn Qayyim al-Gawziyya seine drei Bände Madarid al-Sälikin, als einen ausführlichen Kommentar zu Abdullah al-Anaris Manäzil a-Sa’irin, die Richtschnur der Maqämät „Spirituelle Stadien“ des Sufi Wegs schrieb. Diese und viele andere Muslimischen Gelehrte schätzten aus erster Hand den Sufismus als eine zusätzliche Scharia-Disziplin, die zur Reinigung des Herzens benötigt wird. Dies war der Grund, dass die Umma als Ganze den Sufismus in den Zeitaltern der Islamischen Zivilisationen nicht als Bid’a bewerteten, vielmehr erkannten sie ihn als die Wissenschaft des Ikhlas „Aufrichtigkeit“ an, was vordringlich von jedem Muslim benötigt wird. „Der Tag, da weder Besitz noch Söhne hilfreich sein werden, sondern nur der (gerettet werden wird), der ein heiles Herz zu Allah bringt.“ (26/88-89).

Allein Allah schenkt Erfolg.
Scheich Nuh Ha Mim Keller

Gebetsketten

Der Weg des Tasawwuf und die Erkenntnis sind der Scharia unterworfen[1]
Möge Allah, der Herrliche, uns und dir erlauben, das Wesen und die Wirklichkeit des heiligen Mustafawiyya Gesetzes zu erkennen. Auf seinem Gesandten seien Friede, Segen und Grüße. Möge Allah Barmherzigkeit mit denen haben, die zu diesem Du’a Amin sagen.

Wisse, dass das heilige Gesetz (Scharia) aus drei Teilen besteht:
1.Wissen (Ilm),
2.Handeln (Amal) und
3.aufrichtige Absicht (Ikhlas).
Wisse, dass, wenn diese drei Teile nicht erkannt werden, die Scharia nicht erkannt wird. Wird jedoch das heilige Gesetz erkannt, so wird Allahs Zufriedenheit (Rida) erkannt, die über jeglicher Seligkeit steht, ob irdischer oder himmlischer. Allahs Zufriedenheit ist das höchste Gut. Das heilige Gesetz ist eine Garantie für jegliche irdische und himmlische Seligkeit, es gibt kein anderes Bedürfnis danach, woanders als im heiligen Gesetz zu suchen.
Das spirituelle Reisen (Tariqah) und die Wahrheit (Haqiqah), von denen der Sufi spricht, sind die zwei Diener des heiligen Gesetzes. Sie sind Mittel, die es dem dritten Teil, dem Ikhlas, erlauben, perfektioniert zu werden. Der einzige Grund, zu versuchen, diese zwei zu erlangen, ist, das heilige Gesetz zu perfektionieren und nichts anderes außerhalb des heiligen Gesetzes zu verlangen. Zustände, ekstatische Erfahrungen und Wissen, welche der Sufi während des Verlaufes seiner geistigen Reisen erwirbt, sind keine Ziele an sich. Es sind vielmehr Illusionen und Phantasien, mit denen die Kinder der spirituellen Reise erzogen werden.
Es ist notwendig, all dies zu durchlaufen, um die Stufe der Zufriedenheit (maqam al-rida) erlangen, welche die letzte der Stufen der geistigen Reise ist. Der Grund dafür, die verschiedenen Phasen der Tariqah und Haqiqah zu durchqueren, ist kein anderer als das Erreichen von wahrem Ikhlas, der notwendig ist, um den Grad der Zufriedenheit zu erreichen. Nur einer von tausend geistigen Wanderern erlangt je diese Art von Ikhlas und den Grad der Zufriedenheit, nachdem er die drei Phasen (Tadschalliyat Thalitha) und geistigen Visionen der Erkennenden (Muschahadat al-Arifi) durchlaufen hat.
Die Unglücklichen sind jene, die Zustände und ekstatische Erfahrungen zu den Zielen des geistigen Reisens zählen und glauben, dass geistige Visionen zu diesem Streben gehören. Es gibt keinen Zweifel daran, dass solche Leute in einem Käfig von Illusionen und Phantasien gefangen sind und dass sie weit entfernt sind von der Perfektionierung der heiligen Gesetze.
Wahrlich schwierig ist, wozu du die Ungläubigen rufst. Allah lässt irregehen, wen Er will und leitet die recht, die ihm gehorsam sind.
Ja, es ist wahr, dass das Erreichen der Stufe des wahren Ikhlas und jener der Zufriedenheit abhängig vom Durchqueren dieser Zustände und ekstatischen Erfahrungen sind und von der Verwirklichung dieses Wissens und der Gotteserkenntnis, denn diese sind alles, was die Ausrüstung verlangt, um zum Erwünschten zu gelangen und um über die Steine zum Ziel zu steigen. Die Wahrheit darüber wurde nur dem Bedürftigen gegeben, nachdem er sich für einen Zeitraum von zehn Jahren mit der Tariqah beschäftigt hatte und dies nur durch den Segen des Geliebten von Allah dem Erhabenen, Friede und Segen seien auf ihm und seiner Familie. Schließlich wurde die Bestätigung des heiligen Gesetzes offenkundig, wie es notwendig war, obwohl ich selbst keine Bindungen zu Zuständen oder ekstatischen Erfahrungen hatte, noch war da etwas anderes als die Realisierung der Realität des heiligen Gesetzes vor mir, trotz dessen hat es eine Zeit von zehn Jahren gebraucht, um dieses klare Verständnis zu erlangen.
Gelobt sei Allah, dem das Lob dafür gebührt.
Imam Rabbani
Übersetzt von Al-Kurdi
[1] Dieser Brief wurde an Hadschi Muhammed al-Lahori geschrieben und behandelt die Thematik, dass die Scharia das Fundament der Glückseligkeit in diesem und im nächsten Leben istund dass der Weg des Tasawwuf, die Tariqat und die Erkenntnis, die Haqiqah, der Scharia unterworfen sind.

Vermittlungsgebet

Tawassul, Istiana und Istighasa

Hilfe ersuchen durch den Propheten [SallAllahu alayhi wa sallam]1

Unter den Unwahrheiten von Ibn Taymiyya, welche kein Gelehrter vor ihm gesagt hat und womit er Meinungsverschiedenheit unter den Leuten des Islams hervorrief, ist, dass er Tawassul und Istighatha [Hilfe ersuchen] durch Ihn SallAllahu alayhi wa sallam kritisierte; aber dies ist nicht wie er es behauptete [d.h. Es ist nicht verboten].
Viel mehr ist Tawassul durch Ihn [SallAllahu alayhi wa sallam] Hasan [gut] in jedem Zustand: vor Seiner [SallAllahu alayhi wa sallam] Erschaffung, und nach Seiner [SallAllahu alayhi wa sallam] Erschaffung, in der Dunya [Diesseits] und in der Akhira [Jenseits].

Jenes, das Tawassul durch Ihn [SallAllahu alayhi wa sallam] vor seiner Erschaffung beweist – und dies ist der Weg den die frommen Vorfahren, Propheten, die Awliya und Andere einschlugen [weswegen die Ansicht Ibn Taymiyyahs keine Grundlage hat und von seinen Erfindungen ist] – ist, was al-Hakim überliefert und als Sahih einstuft. Er [SallAllahu alayhi wa sallam] sagte:
„Als Adam seinen Fehler beging und sagte: „Ya Rabbi! Ich will, dass du mir um Muhammeds willen vergibst!“, da fragte Allah ihn: „Oh Adam! Woher kennst du ihn, obwohl ich ihn noch nicht erschaffen habe?“ Adam antwortete: „Ya Rabbi! Als du mich mit deiner Hand erschaffen hast und mir von deinem Ruh eingehaucht hast, hob ich meinen Kopf und sah auf den Stützen des Throns „La ilahe il Allah, Muhammedur Rasulullah “ geschrieben und ich wusste, dass du nur den Namen dessen neben dich setzt, den du am meisten liebst.“ Daraufhin sagte Allah: „Oh Adam! Ich habe dir vergeben und wenn Muhammed nicht gewesen wäre, hätte ich auch dich nicht erschaffen.“

Die Bedeutung von „seinet willen…“ [bi-haqqihi wörtl. für das Recht] ist sein Rang und seine Stellung bei Allah [ta’ala], oder das Recht [haqq], welches Allah [ta’ala] Ihm [sallAllahu alayhi wa sallam] über seine Schöpfung gab, oder das Recht welches Allah [ta’ala] obligatorisch für Sich machte durch seine Gnade, wie in dem Sahih Hadith:

„Er sagte: Was ist das Recht [haqq] der Diener über Allah?“ aber nicht, dass es Wadschib wäre für Allah, denn nichts ist zwingend (Wadschib) für Ihn.
Ferner ist das Ersuchen durch Ihn [SallAllahu alayhi wa sallam] nicht tatsächlich solch ein Ersuchen, dass es als eine Beigesellung zu Allah zu verstehen wäre, sondern es ist wahrlich das Ersuchen Allah [ta’alas] durch jemanden, der eine hohe Wertschätzung hat, einen hohen Rang und eine große Ehre bei Ihm. Es ist der Wunder seines Herren, dass Er nicht versagt, wenn man durch Ihn erbittet und ein Mittel zu Allah durch seinen Rang ersucht. Es reicht als Erniedrigung für denjenigen, der dies leugnet, dass er von diesem Segen beraubt ist.
Das, was Tawassul durch ihn während seiner Lebenszeit beweist ist, was von al-Nasai und al­Tirmidhi überliefert ist und welche es als Sahih einstuften:
„Ein geplagter Mann kam zum Propheten [sallAllahu alayhi wa sallam] und sagte, „erbitte bei Allah für mich, dass er mich heilen möge“. Er [sallAllahu alayhi wa sallam] antwortete, „wenn du dies wünscht werde ich für dich Dua machen und wenn du wünscht kannst du geduldig bleiben und dies ist besser für dich.“ Er sagte: „Mache Dua.“

Und in einer anderen Überlieferung sagte er:
„Ich habe keinen Führer und es ist schwierig für mich“, also wies Er [der Prophet sallAllahu alayhi wa sallam] ihn an, Wudu zu machen und mit dieser Bitte Dua zu machen:

„Oh Allah, ich bitte dich und wende mich zu Dir durch meinen Propheten Muhammed, den Propheten der Barmherzigkeit; Oh Muhammed, ich ersuche deine Fürsprache für mein Bedürfnis, so dass es erfüllt werden möge. Oh Allah! Erlaube Ihm Fürsprache für mich.“

Al-Bayhaqi stufte es auch als sahih ein und fügte hinzu:
„er stand auf und konnte sehen“. [der Mann der zum Propheten kam war blind]
„Oh Allah! Bewillige die Fürsprache für mich und bewillige mir Fürsprache für mich selbst.“

Der Prophet [sallAllahu alayhi wa sallam] wusste das und machte nicht [selbst] Dua für ihn, denn Er [sallAllahu alayhi wa sallam] wollte von ihm, dass er durch Konzentration und die Mühe der Armut, Zerrissenheit und Verzweiflung Hilfe [istighata] durch Ihn [sallAllahu alayhi wa sallam] ersucht, so dass er Perfektion in seinem Ziel erreiche. Und dies ist erreichbar sowohl in Seinem [sallAllahu alayhi wa sallam] Leben, als auch nach seinem Dahinscheiden; und deswegen haben die Salaf-us-Salihin diese Dua für ihre Nöte nach Seinem Tode benutzt.
Uthman ibn Hunayf [radiAllahu anh] lehrte es einem Sahabi… at-Tabarani und al-Bayhaqi überlieferten es und at-Tabarani überliefert es mit einer guten [dschayyid] Kette, dass er sagte:
„Er erwähnte in seiner Dua ‚bei dem Recht deines Propheten und den Propheten vor mir.’“

Es gibt keinen Unterschied zwischen Tawassul, Istighata, Taschaffu und Tawadschuh [drehen/sich wenden] durch Ihn [sallAllahu alayhi wa sallam] oder durch andere Propheten wie auch durch die Awliya. Dies ist wegen der Erlaubnis für Tawassul mit den Taten, wie in dem Sahih Hadith der Höhle erwähnt wird, obgleich die Taten vergänglich sind; Daher sind aufrichtige Seelen zu bevorzugen und [auch] weil Umar ibn al-Khattab [radiAllahu anh] Tawassul durch al-Abbas [radiAllahu anh] ersuchte um Regen zu erbitten und al-Abbas wies dies nicht zurück.

Es ist als ob die Weisheit seines Tawassuls durch ihn [al-Abbas] und nicht den Propheten [sallAllahu alayhi wa sallam] und sein Grab deswegen war, um seine Bescheidenheit zu zeigen und die Erhöhung Seiner [sallAllahu alayhi wa sallam] Verwandten, und deswegen vollführt er in seinem Tawassul durch al-Abbas, den Tawassul durch den Propheten [sallAllahu alayhi wa sallam] und mehr.

Es darf nicht gesagt werden, dass die Ausdrücke Tawadschuh und Istighata voraussetzen, dass der, durch welchen Hilfe ersucht wird [al-mustaghath biht], höher ist als der Eine, dessen Hilfe ersucht wird [mustaghath ilayhi]. Dies ist weil Tawadschuh von [dem Wort] dschah kommt, welches ein hoher Status ist. Tawassul kann von jemandem ersucht werden, der einen hohen Rang bei einem hat, der einen (noch) höheren Rang hat als er (durch den man Tawassul ersucht).
Istighatha ist Hilfe ersuchen, und der Ersuchende ersucht dies von einem, von dem Hilfe ersucht wird um Hilfe zu erlangen von einem, der größer ist als er. Also bedeuten Tawadschuh und Istighata mit Ihm [sallAllahu alayhi wa sallam] und anderen in den Herzen der Muslime nichts anderes als das und sie meinen mit diesen zwei Sachen [tawadschuh und istighata] niemand anderen als Ihn [subhana wa ta’ala].
So lasst denjenigen über sich selbst weinen, dessen Brust nicht damit geöffnet ist. Wir erbitten Allah [ta’ala] um Wohlstand.
Der, dessen Hilfe in Wirklichkeit ersucht wird ist Allah der Erhabene und der Prophet [sallAllahu alayhi wa sallam] ist ein Mittler zwischen Ihm [ta’ala] und dem Hilfe Ersuchenden. Somit wird also Hilfe ersucht von Ihm, dem Erhabenen, und die Hilfe kommt von ihm, sowohl in der Erschaffung als auch in der Hervorbringung. Der Prophet [sallAllahu alayhi wa sallam] ist der, dessen Hilfe ersucht wird, und seine Hilfe ist durch den Weg der Vermittlung und Kasb [Erwerb] und die Hilfe wird von ihm lediglich metaphorisch ersucht.

Also wird der Begriff Istighata allgemein in einem unbeschränkten Sinn verwendet für den, von dem man Hilfe bekommt, selbst wenn es lediglich durch Vermittlung und Kasb ist und dies ist sehr bekannt und es gibt keinen Zweifel darüber, nicht im Sprachlichen und nicht im göttlichen Gesetz. Deswegen gibt es keinen Unterschied zwischen diesem und dem Erbitten, insbesondere im Lichte der Überlieferung in al-Bukhari bezüglich der Fürsprache am Tag des Gerichtes:
„Als sie in diesem Zustand waren, ersuchten sie Hilfe [istaghathu] von Adam [alayhi salam], dann Musa [alayhi salam], und dann Muhammad [sallAllahu alayhi wa sallam].“

Tawassul kann auch bedeuten, dass man Dua [Bittgebete] von ihm ersucht, denn wahrlich, er ist am Leben und weiß um die Frage des Fragenden. Es wurde authentisch berichtet von einem langen Hadith:„Die Leute litten an einer Dürreperiode während des Kalifats von Umar [radiAllahu anh], worauf ein Mann zum Grab des Propheten [sallAllahu alayhi wa sallam] kam und sagte: „Oh Gesandter Allahs, erbitte Regen für deine Gemeinde, denn wahrlich sie sind am Boden zerstört,“

Darauf erschien ihm der Prophet [sallAllahu alayhi wa sallam] in einem Traum und sagte ihm, dass Regen kommen wird. Auch erscheint: „Geh zu Umar und gib ihm meinen Salam und dann sag ihm, dass sie Regen erhalten werden. Sag ihm: Sei klug, sei klug!“.
Dieses bedeutet Milde, denn er war streng in der Religion Allahs.
So kam er zu ihm und informierte ihn, wonach er weinte und sagte: „Mein Herr, ich enthalte mich nicht der Anstrengung, außer was meine Macht übersteigt!“

In einer anderen Überlieferung heißt es, dass derjenige der den Traum sah, Bilal ibn Harith al­Muzani war, der Gefährte [radiAllahu anh].

Imam Ibn Hadschar al-Haythami,
Übersetzt von el-Turki
1 Ibn Hadschar al-Haytami, al-dschawhar al-munazzam, wie von al-Qadi Yusuf al-Nabhani in shawahid al­haqq fil-istighata bi-sayyid al-khalq [sallAllahu alayhi wa sallam] zitiert wird. [Die Beweise der Wahrheit in dem Ersuchen der Hilfe mit dem Meister der Schöpfung sallAllahu alayhi wa sallam]

Imam az Zahid al Kawthari ra

Tawassul, Istiana und Istighasa[1]
Lasst uns hier ein Wort zu der Thematik von Istighatha und Istiana hinzufügen.
Zu Beginn: Beide befinden sich auf derselben Ebene [das heißt, sie teilen sich die gleiche Regelung], da in dem Hadith, gefunden in al-Bukhari, welche die Fürsprache betrifft, gesagt wird:
„Sie werden Hilfe erbitten [Istighatha] bei Adam (Alayhissalam) dann bei Musa (Alayhissallam) dann bei Muhammad (SallAllahu alayhi wa sallam)…“

Dies beweist, dass es zulässig ist, die Formulierung von Istighatha im gleichen Sinne zu verwenden, in dem Tawassul benutzt wird. Bezüglich des Hadithes:
„Hilfe wird nicht von mir erbeten (la yusaghathu bi).“

In der Sammlung von al-Tabarani, seine Kette beinhaltet (Abdullah bin) Lahaya, und wir haben seinen Status in unserem Buch al-Ishfaq erklärt, somit kann er nicht im Widerspruch zum [anderen] authentischen Hadith stehen.
Mit Hinblick auf den Hadith, welcher besagt:
„Wenn du Hilfe erbittest, dann erbitte Hilfe von Allah (ta ’ala)…“

So bedeutet es:
„Wenn du Hilfe von jemandem ersuchst, die den Sinn der Unterstützung hat, dann ersuche Hilfe zur Erleichterung bei Allah in all deinen Angelegenheiten – und das steht in Übereinstimmung mit der wörtlichen Bedeutung des Hadith, damit der Muslim nicht den Einen vergisst, welcher Ermöglicher der Mittel ist, wenn er Hilfe durch eines dieser Mittel ersucht. Nehmt das Beispiel vom Umar (RadiyAllahu Anh), der Regen durch al-Abbas (RadiyAllahu Anh) erbat. Als er um Regen bat, vergaß er nicht zu sagen: „Oh Allah, schicke uns Regen.“ Das ist der islamische Charakter.

Wenn wir den Hadith nicht in dieser Weise verstehen, wären wir dazu verpflichtet, ihn weit hergeholt bildlich zu interpretieren und dies würde zahlreichen Quran-Ayah und Ahadith widersprechen, die zu viele wären, als dass man sie hier alle erwähnen könnte. Folglich würde es keinen Sinn machen, zu erwägen, dass das Wort „wenn“ in diesem Hadith „Jedes Mal“ bedeutet, vielmehr, Bezug nehmend auf die Sprachlogiker, wird es als Ausdruck von Ihmal (Unklarheit im Bezug auf das Maß einer Angelegenheit) angesehen, deswegen hat der Gegner überhaupt nichts daran woran er sich klammern könnte in seiner Beweisführung.
Hinzufügend kann man den Fakt nennen, dass das Pronomen im Singular verwendet wird und den Fakt, dass die Elite – und sicherlich gehört ibn Abbas zu ihnen – dazu ermutigt haben, Hilfe einzig vom dem Einen zu erbitten, welche der Ermöglicher der Mittel ist (Allah ta’ala).
Bezüglich der Worte des Erhabenen: „Dich allein beten wir an und Dich allein bitten wir um Hilfe.“ (al-Fatiha:5) ist es im Kontext der Anbetung und der Führung zu sehen, wie es veranschaulicht wird durch den Kontext der Verses als auch durch die Reihenfolge der Wörter, genau wie an anderen Stellen, an welchen das Wort erscheint – und dies ist ein passender Weg des Ansprechens bei persönlichen Hilfeersuchen – so dass es nicht die normalen und üblichen Wege und Mittel, welche in diesem weltlichen Leben verwendet werden verneint.

Unser enger Freund, der Gelehrte und Autor zahlreicher hervorragender Werke, der große Meister: Scheich Muhammed Husnayn al-Adawi al-Maliki, leistete großartige Arbeit, indem er zahlreiche Bücher schrieb, welche die falschen Vorstellungen der Taymiyyun (die engstirnigen Nachfolger von Sheykh Ibn Taymiyya) bezüglich Tawassul zurückweisen. Durch seine hervorragend Untersuchung von Fakten, seine ordentliche und angenehme Art der Komposition [seiner Werke] und seine erhöhte Stellung im Wissen über alle Schuyukh der Gegner, durch die Übereinstimmung der Leute des Wissens, durch das alles, war er dazu in der Lage, die Dunkelheit zu verdrängen, die eingedrungen war.Mit Hinblick auf die Angelegenheit des Hörens der Menschen in den Gräbern und dessen Verständnis, wurde der offenkundigste Beweis zu dessen Unterstützung von dem Hadith­gelehrten Abdul Hayy al-Luknawi in seinem Buch „ Tadhkirat al-Rashid“ erbracht. Bezüglich der Worte des Gepriesenen: „Und ihr könnt die Toten nicht hörend machen“, gemäß der prüfenden Gelehrten, ist dies mit Hinblick auf die Polytheisten gemeint. Dies wurde überprüft, also schenkt den Fehlern der Fehlerhaften keine Beachtung.

Imam Zahid al-Kawthari[2] Übersetzt von Asma
[1] Abschnitt drei, Maq al-Taqawwul fi Masala al-Tawassul von[2] „Muhammad Zahid ibn Hasan al-Kawthari al-Hanafi (1296-1371) das Geschenk des letzten Shaykh al­Islam des Osmanischen Kalifats
und Hanafi-Jurist, gerühmt von Imam Muhammad Abu Zahra als Wiederbeleber (mudschaddid) des vierzehnten islamischen Jahrhunderts.“

Grab von al Kawthari


Hier kann man /frau sich anmelden zur Moscheeführung der Tekke-i Kadiriyye Mescidi e. V. Berlin & ein Feedback dazu hinterlassen .

Anfragen von der Presse sind unerwünscht aufgrund schlechter Erfahrungen und allgemeiner Ablehnung des Islams .

Viel Spaß

Talib al Talmeez al Muwahhid


Was ist Tasawwuf arabisch

Dieser bearbeitete Artikel basiert auf einen Artikel von Sulayman Ates
von islamaufdeutsch.de.

Warum ich ihn , den Artikel , bearbeitet habe , liegt auf der Hand :

1. Diese Seite islamaufdeutsch.de stammt von der Nurculuk Bewegung(Risale-i Nur)
2. diese Seite arbeitet mit dem Imam Ferid Heider zusammen , welcher der Imam der Berliner Spandauer Moschee „die Gefährten Moschee “ ist ,
3. Imam Ferid Heider gehört laut seiner eigenen Aussage zu
den Anhängern Ibn Tayymiyyahs ,
4. Beide Bewegungen Nurculuk & die Bewegung Ibn Tayymiyyahs
lehnen das Sufitum ab ,
5. Fethullah Gülen ist kein Vertreter des Sufitums ,
Auch wenn der Admin dieser Seite vieles Gutes übernimmt ,
so ist aber die Beziehung zwischen Risale-i Nur , Imam Ferid Heider
& dann noch zum Sufitum äußerst fragwürdig .

Aus dem Diwan des Maulana Jalaluddin Rumi ra stammt das folgende Gedicht auf persisch, welches lautet :
Persisch: Har Kas As Sehne Khod Shod Yaare Man! As Darune Man Nadschust Asraare Man :Jeder ist in seinem Denken mein Freund! Doch keiner hat die Geheimnisse meines Herzens erforscht!

Was bedeutet der Affekt der Liebe im Quran?

In Gesellschaften, die kein Leben nach dem Quran führen, gibt es sehr unterschiedliche Werte, die bei den Menschen das Gefühl von Liebe und Respekt auslösen können, wie derselben Kultur anzugehören, einen Titel zu besitzen, gut auszusehen oder gut angezogen zu sein. Das wirkliche Ziel der Gläubigen jedoch ist das Wohlgefallen Allahs; denn durch ihre Liebe zu Allah empfinden sie genauso Liebe und Zuneigung zu allem, was Allah geschaffen hat. Deswegen können sie niemals freundschaftliche Beziehungen unterhalten zu jemandem, der Allah nicht gefällt, geschweige denn Liebe und Zuneigung zu diesem Menschen in ihren Herzen empfinden. Dies steht im Quran so:

Du wirst kein Volk finden, das an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und dabei den liebt, der Allah und Seinem Gesandten zuwiderhandelt, und wären es ihre Väter oder ihre Söhne oder ihre Brüder oder ihre Verwandten. Sie – in ihre Herzen hat Er den Glauben eingraviert, und Er stärkt sie mit Seinem Geist. Und Er führt sie in Gärten ein, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen. Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Sie sind Allahs Partei. Allahs Parteigänger sind gewiss die Erfolgreichen. (Sure 58:22 – al-Mudschadala)

Aus dem Diwan stammt das folgende Gedicht :
„Die Seele empfängt Erkenntnis allein
durch die Seele und nicht durch das Denken.
Aus Sprache und Büchern kann Erkenntnis nicht sein,
sie kommt nach der Leerheit im Denken.“
Maulana Jalalud Din Rumi ra

Allah Subhana Hu ta ala Gottesliebe gemäss der der Lehre der Leute der Sunnah und der Gemeinschaft

Liebe ist eine der größten Wohltaten, die Allah Subhana Hu ta ala dem Menschen erwiesen hat. Jeder möchte für die Dauer seines Lebens mit Menschen zusammen sein, die er sehr liebt, denen er vertraut und denen er sich nahe fühlt. Die meisten der göttlichen Wohltaten und deren eigentlichen Wert findet man in einem Umfeld, in dem wahre Liebe und Freundschaft gelebt wird. Zum Beispiel möchte ein Mensch, der sich an einem schönen Ausblick erfreut, diese Freude mit einem geliebten Menschen teilen. Andererseits mag ein Mensch allein das schönste Festmahl oder das prunkvollste Haus nicht besonders anziehend finden. Denn Allah Subhana Hu ta ala hat die menschliche Natur so erschaffen, dass er Gefallen am Lieben und geliebt werden findet und sich an Freundschaft und Nähe erfreut. Ein gläubiger Mensch hat mehr Vergnügen daran, mit den Menschen zusammen zu sein, die nach der quranischen Moral leben und mit diesen in Freundschaft zu sein, als an den meisten Wohltaten.

Aus diesem Grunde ist das Paradies, das Allah Subhana Hu ta ala denen seiner Diener versprochen hat, die Er liebt und mit denen Er zufrieden ist, ein Ort von außerordentlicher Schönheit, an dem wahre Liebe, Freundschaft und Nähe mit großem Enthusiasmus gelebt werden. In den Beschreibungen, die Allah Subhana Hu ta ala im Quran vom Leben im Paradies gibt, spricht Er stets von Freude, Freundschaft, Liebe, Gesprächen, schönen Worten und von Ruhe. Im Paradies wird all das von den Menschen abgehalten, was Liebe und Freundschaft behindern könnte. Allah Subhana Hu ta ala teilt in einem Vers mit, dass vom Herzen eines Gläubigen, der ins Paradies eintreten wird, der gesamte Hass entfernt wird (Sure 7:43 – al-A’raf).

Ein weiteres Gedicht lautet von
Mawlana Jalalud Din Rumi ra :
Geduld bedeutet,
daß man immer weitblickend
das Ziel im Auge behält,
Ungeduld bedeutet,
daß man kurzfristig
nicht die Bestimmung begreift.

Schlechte Eigenschaften, die Liebe und Freundschaft behindern, Eifersucht, Feindschaft, Wettbewerbsdenken, Ärger und Bosheit finden keinen Eingang ins Paradies.

Eine der wichtigen Eigenschaften der im Paradies lebenden Muslime ist, dass sie alle Propheten, alle Gläubigen, jeden rechtschaffenen Menschen und alle in der Vergangenheit lebende Muslime sehr lieben. Gläubige fühlen sich zu allen anderen frommen Gläubigen hingezogen, die sich darum bemühen, Allah Subhana Hu ta ala es Wohlgefallen zu gewinnen, und behandeln sie als enge Freunde und erkennen sie als Beschützer an. Unter allen Umständen und Bedingungen erfreuen sie sich am Zusammensein mit ihnen; sie sind allen Muslimen in Treue verbunden. Diese schöne Liebe, die dem Glauben im Herzen der Muslime und der Allah Subhana Hu ta ala esfurcht entspringt, sowie die von Herzen kommende Bindung zu unserem Herrn belohnt Allah Subhana Hu ta ala mit dem Paradies, dem schönsten Ort der Liebe und Treue.

Siehe, eure Beschützer sind Allah und Sein Gesandter und die Gläubigen, die das Gebet verrichten und die Steuer zahlen und sich vor Ihm beugen. Und wer Allah und Seinen Gesandten und die Gläubigen zu Freunden nimmt, siehe, das ist die Partei Allah Subhana Hu ta alas; sie sind die Obsiegenden. (Sure 5:55-56 – al-Ma’ida)

Jeder Gläubige, der Allah Subhana Hu ta ala liebt, sich vor Allah Subhana Hu ta ala fürchtet und der sich aufrichtig darum bemüht, Seine Zufriedenheit zu erringen, ist einer der gesegneten Menschen, die die Welt verschönern. Ein Mensch, der Allah Subhana Hu ta ala liebt, liebt auch dessen Geschöpfe, empfindet diesen gegenüber Zuneigung und Mitleid, wünscht diese zu schützen und diesen Segen und Schönheit zu bringen. Die Botschafter Allah Subhana Hu ta ala es, die die gesegnetsten Menschen der Welt sind und die über ein außerordentliches Moralverständnis verfügen, haben ihre Mitmenschen zu Liebe und Freundschaft eingeladen.
So hat Allah Subhana Hu ta ala seinen gläubigen Dienern, die sich mit frommen Werken beschäftigen die frohe Botschaft überbracht:
… Sprich: „lch verlange dafür keinen Lohn von euch. Aber liebt dafür (eure) Nächsten.“ Wer eine gute Tat begeht, dem werden Wir gewiss noch mehr an Gutem erweisen. Allah ist fürwahr verzeihend und erkenntlich. (Sure 42:23 – asch-Schura)

Wenn Du die LIEBE findest,
findest Du wahrhaft DICH.
Shaykh Muhammad al-Jamal ar-Rifaí

Da ein Teil der Menschen nicht mit der quranischen Moral vertraut ist, und auch Allah Subhana Hu ta ala nicht in der notwendigen Weise kennt und preist, bleiben Zuneigung und Freundschaft ihnen versagt und sie führen ein Leben in Pein und Qual. Auch diejenigen unter diesen Menschen, die das scheinbar wunderbarste Leben führen, können nicht wahres Glück und wahre Ruhe finden. Für diese Menschen, die ohne Glauben leben, ist ein Leben in Einsamkeit ohne Liebe und ohne Freund niemals angenehm und schön. Allah Subhana Hu ta ala hat den Ungläubigen die Lieblosigkeit im Leben und im Jenseits wegen ihrer Undankbarkeit und ihres Unglaubens gegeben. Diese Menschen werden weder wirklich geliebt noch lieben sie selbst. Dadurch, dass sie sich Allah Subhana Hu ta ala beigesellen, ist die Liebe die sie leben nicht die wahre Liebe, und sie erleben fortwährend Pessimismus, Unglück und Schmerz.

Wie Allah Subhana Hu ta ala im Quran mitteilte, ist ein Leben allein, ohne Freunde, eine Eigenschaft der Hölle:
Siehe, er glaubte nicht an Allah, den Gewaltigen und sorgte sich nicht um die Speisung des Armen. Darum hat er hier heute keinen Freund. (Sure 69:33-35 – al-Haqqa)

Ich bin mit denen,
deren Herzen um
Meinetwillen zerbrochen sind.
( Hadith Qudsi )

Unser Ziel ist es, die Gläubigen an die Bedeutung der Liebe zu unserem Herrn, dem Besitzer endloser Barmherzigkeit, zu den Geschöpfen Allah Subhana Hu ta ala es und zu den Gläubigen zu erinnern und diejenigen, die Allah Subhana Hu ta ala leugnen, darauf aufmerksam zu machen, welch große Mühsal und Qual auf einen lieblosen Menschen wartet. Jeder Gläubige hat sich davon fern zu halten, muss beginnen, die Liebe zum Paradies bereits auf der Welt zu leben und muss sich in Liebe und Loyalität an die Gläubigen binden sowie an unseren Herrn, Der der einzige Freund und Beschützer ist.

Ein Weisheitsspruch der Qadiriyya Tariqah lautet :
Das Verstehen der Wahrheit kann nicht erworben werden.
Es kann nur geschehen…..
Und wenn es geschieht,
kann es nur angenommen werden,
wenn der Verstand frei von einem Ich(Ego)
und das Herz voller Liebe ist.


Allah Subhana Hu ta alas Lehre über die Gottesliebe , was sie beinhaltet -2-

Wird einem Menschen etwas angeboten oder ein Gefallen erwiesen, dann möchte dieser sofort die dadurch entstandene Zufriedenheit zeigen. Er empfindet Dankbarkeit gegenüber jemanden, der ihn in sein Haus eingeladen und bewirtet hat; insbesondere dann, wenn der Hausbesitzer ein feinfühliger Mensch ist, der alle Bedürfnisse des Anderen, ohne dass es auch nur eines Wortes bedarf, in fehlerloser Weise deckt. Manchmal weiß ein Mensch, der nach einer ernsthaften Krankheit mit Hilfe des Arztes gesund geworden ist, nicht, wie er diesem danken soll. Und ebenso wird ein Mensch, der beim Überqueren der Straße von einem Anderen vor dem Überfahren bewahrt wurde, diese Person belohnen und alles tun, um seine Dankbarkeit zu zeigen.

Eine weitere Qadiriyya Weisheit lautet :
Den Menschen muß man kennen,
um ihn zu lieben,
Allah muß man lieben,
um Ihn zu erkennen.

Ein Mensch, der krank ist und einer Person bedarf, die ihn pflegt und seine Bedürfnisse stillt, wird sich aus Dankbarkeit wohl verhalten, Achtung und Zuneigung zeigen und sich für jeden Gefallen bedanken. Er wird auf jeden Fall vermeiden, diese Person zu verletzen. Jeder Mensch liebt Personen, die ihm Überraschungen bereiten und einen Gefallen tun und bemüht sich, diesen gegenüber fehlerlose Achtung und Sorge an den Tag zu legen.

Aber es gibt eine wichtige Tatsache, die manche Menschen vergessen: Es ist Allah Subhana Hu ta ala , der Besitzer von allem Lebenden und Leblosen, Der den Menschen beglückt, diesen bewirtet, diesem ein tägliches Brot und Wohltaten darbietet, Der Momente schafft, die ihm gefallen, Der ihm jeden Morgen wieder das Leben gewährt, ihn vor Gefahren schützt, ihn nach einer Krankheit gesunden lässt und Der seine Schmerzen und Pein mittels Medikamenten stillt. Deshalb muss der Mensch wegen der Wohltaten, die er empfängt und der Schönheiten, denen er begegnet, seine Liebe, seine empfundene Dankesschuld, seine Treue und seinen Dank Allah Subhana Hu ta ala bekunden. Während er einem Menschen für eine Hilfe dankt, darf er nicht vergessen, dass es unser Herr war, Der diese Person zur Hilfe inspirierte und zum Erbarmen führte. Dies teilt Allah Subhana Hu ta ala in einem Vers folgendermaßen mit:
Allah, wahrlich, Sein ist das Reich der Himmel und der Erde. Er macht lebendig und lässt sterben; und außer Allah habt ihr weder Beschützer noch Helfer. (Sure 9:116 – at-Tauba)

Wenn Du zu Allah betest,
so bete nur um Deine Liebe zu IHM.
Shaykh Muhammad al-Jamal ar-Rifaí ra

Im Quran brachte der Prophet Abraham (a.s) in einem Gebet zu Allah Subhana Hu ta ala die Barmherzigkeit unseres Herren gegenüber den Menschen folgendermaßen zur Sprache:
Der mich erschuf und Der mich leitet, und Der mich speist und tränkt, und Der mich heilt, wenn ich krank bin, und Der mich sterben lässt, dann aber wieder lebendig macht, und Der, wie ich hoffe, mir am Tage des Gerichts meine Fehler verzeihen wird. (Sure 26:78-82 – asch-Schu’ara’)

Liebe im Quran

Der Weg um im Paradies in Ewigkeit in Liebe und Freundschaft zu leben ist, ein Mensch zu sein, der Allah Subhana Hu ta ala sehr liebt und der von Allah Subhana Hu ta ala sehr geliebt wird. Wie Allah Subhana Hu ta ala im Quran mitteilt, sind dies die Allah Subhana Hu ta ala esfürchtigen (Sure 9:4 – at-Tauba), die sich Läuternden (Sure 9:108 – at-Tauba), die gerecht Handelnden (Sure 49:9 – al-Hudschurat), die Gutes Tuenden (Sure 2:195 – al-Baqara), die sich Reinigenden (Sure 2:222 – al-Baqara), die sich Bekehrenden (Sure 2:222 – al-Baqara), die Standhaften (Sure 3:146 – Al-‘Imran) und die Ihm Vertrauenden (Sure 3:159 – Al-‘Imran).
Siehe, diejenigen, die glauben und Gutes tun, denen wird der Erbarmer Liebe erweisen. (Sure 19:96 – Maryam)
Zu Seinen Zeichen gehört euch, dass Er euch Gattinnen aus euch selbst schuf, damit ihr bei ihnen ruht. Und Er hat zwischen euch Liebe und Barmherzigkeit gesetzt. Darin sind fürwahr Zeichen für nachdenkliche Leute. (Sure 30:21 – ar-Rum)
… Sprich: „lch verlange dafür keinen Lohn von euch. Aber liebt dafür (eure) Nächsten.“ Wer eine gute Tat begeht, dem werden Wir gewiss noch mehr an Gutem erweisen. Allah ist fürwahr verzeihend und erkenntlich. (Sure 42:23 – asch-Schura)

Ob Du auf dem Weg bist
oder schläfst:
Gedenke immer Allahs Namen,
denn ER kennt keine Zeit.
Shaykh Muhammad al-Jamal ar-Rifaí ra

Und (gedenke des) Zacharias, als er zu seinem Herrn rief: „O mein Herr! Lasse mich nicht kinderlos, obwohl Du der beste der Erben bist“. Da erhörten Wir ihn und schenkten ihm Johannes und machten seine Frau für ihn fähig (zu empfangen.) Siehe, sie wetteiferten im Guten und riefen Uns mit Liebe und Ehrfurcht an und demütigten sich vor uns. (Sure 21:89, 90 – al-Anbiya)
Allah liebt fürwahr diejenigen, welche auf Seinem Weg in Schlachtordnung kämpfen, so als wären sie eine festgefügte Mauer. (Sure 61:4 – as-Saff)
Und doch gibt es Leute, die neben Allah Ihm angeblich Gleiche setzen und sie lieben, wie man Allah (nur) lieben soll: Aber die Gläubigen sind stärker in der Liebe zu Allah… (Sure 2:165 – al-Baqara)
Und er sprach: “lhr habt anstelle von Allah Götzen angenommen, in gegenseitiger Liebe zum irdischen Leben. Dann aber, am Tage der Auferstehung, wird einer von euch den andern verleugnen und verfluchen. Eure Wohnung wird dann das Feuer sein, und ihr werdet keinen Beistand finden.” (Sure 29:25 – al-‘Ankabut)
Sprich: „Wenn eure Väter und eure Söhne und eure Brüder und eure Frauen und eure Sippe und das von euch erworbene Vermögen und die Wäre, deren Unverkäuflichkeit ihr befürchtet, und die Wohnungen, die euch gefallen, euch lieber sind als Allah und Sein Gesandter und das Bemühen auf Seinem Weg, dann wartet, bis Allah mit Seinem Befehl kommt.“ Und Allah leitet die Lasterhaften nicht. (Sure 9:24 – at-Tauba)
Diejenigen, die vor ihnen hier (in Medina) im Glauben zu Hause waren, lieben die, welche zu ihnen auswanderten, und fühlen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde. Sie ziehen (die Flüchtlinge) sich selber vor, auch wenn sie selber bedürftig sind. Wer so vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist – denen ergeht es wohl. (Sure 59:9 – al-Haschr)
Siehe, diejenigen, die glauben und Gutes tun, denen wird der Erbarmer Liebe erweisen. (Sure 19:96 – Maryam)
Und Mitgefühl und Reinheit von Uns. Und er war fromm. (Sure 19:13 – Maryam)

Eine weitere Weisheit der Qadiriyya lautet :
Wer Gutes tut , tut es um Allahs Willen , weil Ihn swt liebt

Diejenigen, die vor ihnen hier (in Medina) im Glauben zu Hause waren, lieben die, welche zu ihnen auswanderten, und fühlen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde. Sie ziehen (die Flüchtlinge) sich selber vor, auch wenn sie selber bedürftig sind. Wer so vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist – denen ergeht es wohl. (Sure 59:9 – al-Haschr)
… Du wirst immer wieder Verräter unter ihnen entdecken, bis auf wenige. Aber vergib ihnen und verzeihe; siehe, Allah liebt die Gutes Tuenden. (Sure 5:13 – al-Ma’ida)
Und dank der Barmherzigkeit Allahs warst du gütig zu ihnen. Wärst du aber grob und hartherzig gewesen, so wären sie von dir davongelaufen. Darum vergib ihnen und bete für sie um Verzeihung und ziehe sie in der Sache zu Rate, aber wenn du einmal entschlossen bist, dann vertraue auf Allah; siehe, Allah liebt die Ihm Vertrauenden. (Sure 3:159 – Al-‘Imran)
…und befahl mir Gebet und Almosen, so lange ich lebe, und Liebe zu meiner Mutter. (19:31-32)
Als Wir deiner Mutter die Eingebung vermittelten: »Lege ihn in einen Kasten und wirf ihn dann in den Fluss. Der Fluss wird ihn an das Ufer treiben. Mein Feind und sein Feind wird ihn dann aufnehmen. „Doch Ich zeigte dir Meine Liebe, so dass du unter Meinen Augen erzogen würdest. (20:38-39)
Da erhörten Wir ihn und schenkten ihm Johannes und machten seine Frau für ihn fähig (zu empfangen.) Siehe, sie wetteiferten im Guten und riefen Uns mit Liebe und Ehrfurcht an und demütigten sich vor uns. (21:90)

Gottesliebe und Gottesfurcht gehören zusammen

Manche Menschen glauben, dass die Gottesliebe ausreicht, um die religiöse Moral zu leben und um ein Mensch zu sein, der Allah Subhana Hu ta ala zufrieden stellt. Allerdings teilt Allah Subhana Hu ta ala im Quran mit, dass die frommen Diener mit denen Er zufrieden ist, nicht nur Allah Subhana Hu ta ala sehr lieben, sondern Ihn auch mit ganzer Kraft fürchten und sich vor Ihm hüten. Jeder Mensch, der Allah Subhana Hu ta ala mit allen Seinen Eigenschaften kennt und der Verstand und Gewissen besitzt, um Seine Größe wie erforderlich zu preisen, der wird sich auch vor Allah Subhana Hu ta ala fürchten und sich vor Ihm hüten. Allah Subhana Hu ta ala gibt den Dienern, die Ihn fürchten die Fähigkeit, Rechtes von Unrechtem zu unterscheiden. Das fehlerlose Einhalten von Allah Subhana Hu ta ala es Vorschriften und gewissenhaftes Verhalten lässt den Menschen an Kraft gewinnen. Im Quran teilt Allah Subhana Hu ta ala diese den Gläubigen gegebene Wohltat folgendermaßen mit:
O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr Allah fürchtet, wird Er euch das Vermögen zur Unterscheidung (von gut und böse) geben und euch eure Missetaten vergeben und euch verzeihen; und Allah ist voll großer Huld. (Sure 8:29 – al-Anfal)

Ein Mensch, der Allah Subhana Hu ta ala fürchtet und vor Ihm auf der Hut ist, wird niemals lügen. Selbst wenn deren Interessen mit Füßen getreten werden, wird diese Person fürchten, Allah Subhana Hu ta ala es Zufriedenheit zu verlieren, vor Seiner Vergeltung auf der Hut sein und sich ehrlich verhalten. Selbst wenn diese Person aufgrund einer momentanen Sorglosigkeit etwas Falsches sagt, wird sie wegen dieser Sünde sofort vor Allah Subhana Hu ta ala bereuen und ihren Fehler berichtigen. Ebenso wird ein Mensch wiederum aus Allah Subhana Hu ta ala esfurcht niemals auf unrechtem Wege Geld verdienen, auch wenn er in großer Not ist.

Ein Mensch ohne Allah Subhana Hu ta ala esfurcht kann sich innerhalb gewisser Grenzen anständig und richtig verhalten, ab einem bestimmten Punkt jedoch, tut er, was er will. Ein Mensch dagegen, der Allah Subhana Hu ta ala fürchtet und vor Ihm auf der Hut ist, wird auch in noch so großer Not niemals einen Weg einschlagen, den Allah Subhana Hu ta ala nicht gutheißt. Wenn er auf ein Problem stößt, wird er sich an Allah Subhana Hu ta ala wenden, Ihm vertrauen und beten, dass unser Herr ihm einen Ausweg zeigt.

in der berühmten Qadiriyya Weisheit heißt es :
Liebe wächst nicht auf dem Felde und
ist auch nicht auf dem Markt zu haben;
wer sie besitzen will,
sei er König oder Bettler,
muß sie mit seinem Leben bezahlen.

Allah Subhana Hu ta ala ist Derjenige, Der seine Diener liebt, ihnen Schönes wünscht, ihnen verzeiht, mit ihnen Mitleid hat, ihnen hilft und ohne Gegenleistung wohlwollend ist. Heiden und Leugnende können nicht mit der Barmherzigkeit Allah Subhana Hu ta ala es rechnen. Der Besitzer endloser Gerechtigkeit, unser Herr, wird die frommen Diener, die aufrichtigen Herzens an Ihn glauben, auf der Welt und im Jenseits mit Barmherzigkeit belohnen, und Er wird die beharrlich Leugnenden mit den Qualen der Hölle bestrafen.

So bleibt euch Allahs bewusst so gut ihr nur könnt und lauscht und gehorcht… (Sure 64:16 – at-Taghabun)

Und spendet auf Allahs Weg, und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben, und tut Gutes; denn siehe, Allah liebt die, die Gutes tun. (Sure 2:195 – al-Baqara)

Ein Mensch, der die endlose Kraft Allah Subhana Hu ta ala es und die endlose Qual in der Hölle wie erforderlich preisen kann, wird sich in jedem Moment seines Lebens und bei jeder Verrichtung vor Allah Subhana Hu ta ala fürchten und im Innersten zittern. Aufgrund dieser Allah Subhana Hu ta ala esfurcht wird er mit großer Sorgfalt von Verhaltensweisen Abstand nehmen, die Allah Subhana Hu ta ala nicht gutheißt. Da er allerdings Allah Subhana Hu ta ala in großer Liebe und Treue verbunden ist, hofft er, dass Allah Subhana Hu ta ala ihm seine Fehler vergibt und seine Reue annimmt und dass Allah Subhana Hu ta ala ihn, wegen des Eifers, den er an den Tag legte um Allah Subhana Hu ta ala es Wohlgefallen zu gewinnen mit dem Paradies belohnt. Allah Subhana Hu ta ala beschreibt im Quran diese Moral der Gläubigen folgendermaßen:
Diejenigen, welche ihren Herrn fürchten, obwohl Er ihnen verborgen ist – ihnen wird Verzeihung und großer Lohn zuteil. (Sure 67:12 – al-Mulk)

Da die Liebe die wahre Religion(Islam) und
der wahre Weg ist, gewährt Allah ihr
Seine Pracht ohne Unterlaß.
( Nurbakhsh )

O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah geziemend, und sterbt nicht anders denn als Muslime. (Sure 3:102 – Al-‘Imran)
Er ist es, der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf, worauf Er sich auf den Thron setzte. Er weiß, was in die Erde hineingeht und was aus ihr hervorgeht, was vom Himmel herabsteigt und was zu ihm hinaufsteigt. Und Er ist bei euch, wo immer ihr seid. Und Allah sieht wohl, was ihr tut. (Sure 57:4 – al-Hadid)

Ein Gläubiger, der Allah Subhana Hu ta ala wirklich liebt, empfindet große Furcht vor Allah Subhana Hu ta ala es Bestrafung und davor, Allah Subhana Hu ta ala es Zufriedenheit und Liebe zu verlieren und zeigt sein Leben lang großen Eifer. Allah Subhana Hu ta ala überbrachte den Gläubigen, die diese Moral leben, folgendermaßen die frohe Botschaft:
Wer aber das Jenseits begehrt und eifrig nach ihm strebt und gläubig ist – denen wird ihr Eifer gedankt. (Sure 17:19 – al-Isra’)

Eine weitere Qadiriyya Weisheit lautet :
Über manche kommt Allahs Liebe wie eine Lawine.
Es fängt mit einem unscheinbaren Schneeball an.
Und manche Menschen wachsen, während sie fallen.
Der Pfad wird breit, und manche gehen schnell.
Die Fähigkeit,
Allah zu lieben, ist in uns allen,
wie unscheinbar auch immer

Die tolerante und liebevolle Moral unseres Propheten (s.a.w.)

Der wichtigste Schritt im kulturellen Kampf mit dem Terror besteht darin, sich intellektuell mit der Verbreitung der religiösen Moral unter den Menschen auseinanderzusetzen. Der einzige Weg, den Brunnen des Blutvergießens trocken zu legen ist, die Besonderheiten der guten Moral, die in der Bibel und im Quran beschrieben sind, aus dem ausgeglichenen Blickwinkel der Liebe, Güte, Barmherzigkeit und Toleranz zu erläutern. Insbesondere für den im Namen der Religion praktizierten Terror, besteht die Lösung aus dem richtigen Erklären der Religion und aus dem Verständnis der moralischen Werte.

Deshalb muss den Menschen ein Beispiel vorliegen und eine Quelle, die sie als Wegweiser betrachten. Diese Quelle ist der Quran, das Beispiel ist das Leben Unseres Propheten.

In diesem Abschnitt lernen wir die gute Moral Allah Subhana Hu ta ala es im Licht der Quranischen Verse und der Hadithe kennen, die unser Prophet in jedem Moment seines Lebens in hervorragender Weise lebte. Zweifellos wird das größte Hindernis für den Terror eine Gesellschaft von Menschen sein, die sich die Botschafter Allah Subhana Hu ta ala es zum Vorbild genommen hat. In einem solchen Umfeld ist es für den Terror unmöglich, zu überleben. Terroristen, denen Menschenliebe unbekannt ist, die aggressiv und intolerant sind, die mit Menschen anderer Ansichten nicht ins Gespräch kommen können, die auf die Gedanken des Gegenüber keinen Wert legen, die schnell wütend werden und jedes Problem mit Gewalt zu lösen trachten, solche Menschen erreichen ihre Ziele niemals in einer Gesellschaft, die auf Liebe und Toleranz gegründet ist.

O Prophet! Wir haben dich entsandt als Zeugen, Freudenboten und Warner und als einen, der mit Seiner Erlaubnis zu Allah Subhana Hu ta ala einlädt, und als ein leuchtendes Licht.
(Sure 33:45, 46 – al-Ahzab)

Die folgende Qadiriyya Weisheit lautet :
Bringen Sie sich in den Stand der Liebe,
indem Sie Ihre Begierden verringern
und Ihre Dankbarkeit vermehren.

Der Prophet (s.a.ws.) war ein toleranter Mensch voller Liebe

Zur Zeit unseres Propheten existierten in Arabien Gesellschaften, die verschiedenen Religionen, unterschiedlicher Kulturen und Anschauungsweisen anhingen. Juden, Christen, Sabäer, Zoroastrer und Heiden lebten miteinander. Darüber hinaus gab es zahlreiche Stämme, die einander feindlich gesinnt waren, obwohl sie den gleichen Glauben hatten. Allerdings wandte sich unser Prophet (s.a.w.s) jedem – welcher Religion er auch angehörte – mit Güte, Geduld, Toleranz und Liebe zu und lud die Menschen zur Religion ein. Dieses Verhalten, das der Prophet Muhammad (s.a.w.s) den Menschen gegenüber an den Tag legte, wird im Quran folgendermaßen beschrieben:

Und Dank der Barmherzigkeit Allah Subhana Hu ta ala es warst du gütig zu ihnen. Wärst du aber grob und hartherzig gewesen, so wären sie von dir davongelaufen. Darum vergib ihnen und bete für sie um Verzeihung… (Sure 3:159 – Al-Imran)

Damit ihr an Allah Subhana Hu ta ala und Seinem Gesandten glaubt und damit ihr ihm beisteht und ihn ehrt und damit ihr Ihn morgens wie abends preist.
(Sure 48:9 – al-Fath)

Im Quran wird niemand gezwungen, zum Islam überzutreten. Der Muslim ist lediglich dazu verpflichtet, Allah Subhana Hu ta ala es Religion zu erklären. Allerdings geschieht es mit dem Wunsch Allah Subhana Hu ta ala es, diese Person den rechten Weg finden zu lassen und sie zum Glauben zu bringen. Niemand kann einen Anderen zum Glauben und zur Andachtsübung zwingen. Unser Prophet (s.a.w.s) praktizierte diesen Befehl Allah Subhana Hu ta ala es stets mit Sorgfalt und brachte immer wieder zum Ausdruck, dass die Religion nur gelebt werden kann, wenn es im Herzen gewünscht wird. In einem Vers teilt Allah Subhana Hu ta ala folgendermaßen mit, wie sich der Prophet (s.a.w.s) anderen Menschen gegenüber verhalten sollte:

Wir wissen wohl, was sie sagen; doch du kannst sie nicht zwingen. Darum ermahne mit dem Quran alle, die Meine Drohung fürchten. (Sure 50:45 – Qaf)

Der folgende Ausspruch bezieht sich auf die
Liebe zu Allah swt sowie auf die
Liebe zum Propheten Muhammad saws :
Wer keine Liebe hat, kann keine Religion haben.
( Mashriqi )

Der Prophet (s.a.w.s) befahl in einem Spruch folgendermaßen: „Ich wurde mit toleranter Glaubensfestigkeit (Eigenschaft derjenigen, die von der Religion des Propheten Abraham sind) geschickt, wer sich meiner Sunna entgegenstellt ist nicht von mir“1 und rief mit einem anderen Ausspruch den Gläubigen folgendermaßen zu: „Ich wurde geschickt um barmherzig und tolerant zu sein…“2 Die hervorragende Moral unseres Propheten (s.a.w.s) wird in einer anderen Aussage folgendermaßen ausgedrückt:

• Jemand, der, wenn er wütend ist (sein Selbst beherrscht) und mit Nachgiebigkeit entgegnet, der erlangt die Liebe Allah Subhana Hu ta ala es!3

Es gibt zahleiche Hadithe bezüglich der barmherzigen, gütigen und toleranten Moral unseres Propheten (s.a.w.s). So sagte der Prophet (s.a.w.s) zum Beispiel „Jemand der sich der Menschen nicht erbarmt, der erbarmt sich auch nicht Allah Subhana Hu ta ala es“4 Seine anderen Aussagen lauten folgendermaßen:

„Erbarmt euch und man wird sich euer erbarmen. Vergebt, und euch wird vergeben. Schade um die Geburtshelfer des leeren Geschwätzes, Schade um diejenigen, die ihre Sünden wissender Weise fortsetzen und um diejenigen, die nicht um die Vergebung ihrer Sünden bitten.“5

„Allah Subhana Hu ta ala ist ein Freund (barmherzig und gütig), liebt die Gefährten und was er dem Freund entgegnet, wird niemals mit etwas anderem gegeben.“ 6

Der große Imam Gazali umreißt das Verhalten des Propheten (s.a.w.s) gegenüber den Menschen seiner Umgebung mit dem Wissen der Hadithgelehrten:
Er war sehr weit entfernt vom Erzürnen und war schnell zufrieden. Menschen gegenüber war er der gütigste aller Menschen. So dass der gesegnetste der Menschen derjenige ist, der den Menschen dient, der nützlichste der Menschen derjenige, der den Menschen Nutzen bringt.7

Die Menschenliebe, Sensibilität und Güte, die die Menschen aus der Umgebung unseres Propheten (s.a.w.s) mit der Religion verband, und die deren Herzen für die Religion erwärmte, ist die Außerordentlichkeit der Moral, die für alle Muslime von großer Wichtigkeit ist. Diese schönen Eigenschaften unseres Propheten (s.a.w.s), die ein Beispiel für die gesamte Menschheit darstellen, werden in der Sure at-Tauba folgendermaßen mitgeteilt:

• Wahrlich, nun kam bereits ein Gesandter aus eurer Mitte zu euch. Schwer liegen eure Missetaten auf ihm. Fürsorglich ist er für euch! Gegen die Gläubigen (aber) ist er gütig und barmherzig. (Sure 9:128 – at-Tauba)

• Liebe, Güte, Toleranz und Barmherzigkeit sind die gemeinsamen Besonderheiten der Botschafter, die Allah Subhana Hu ta ala als Führer auf den rechten Weg sandte. Allah Subhana Hu ta ala berichtet im Quran auch davon, dass die anderen Propheten mit „Empfindlichkeit für Liebe“ beehrt wurden und zeigt diesbezüglich den Propheten Johannes (a.s), der von Ihm Weisheit erhielt, als ein Beispiel für die Menschen. Im Vers spricht er über diesen gesegneten Menschen: „Und Mitgefühl und Reinheit von Uns. Und er war fromm.“ (Sure 19:13 – Maryam)
Der Prophet (s.a.w.s) war ein mitfühlender und weichherziger Mensch
Unser Prophet (s.a.w.s) hatte ständig Kontakt zu Menschen aller Schichten und er sprach mit jedem, von den Höchsten bis zu den Sklaven, von den alleinstehenden Waisen bis zu den Frauen und Kindern. Es stand mit all den Menschen in einem guten Dialog, deren Sozialstruktur, Lebensweisen, Charaktere und Gewohnheiten vollkommen verschieden voneinander waren, gewann deren Seelen und legte gegenüber jedem ein liebenswürdiges, verständnisvolles, geduldiges und freundliches Verhalten an den Tag.

Wie den Ereignissen zu entnehmen ist, die die Gefährten überlieferten, die dem Propheten (s.a.w.s) nahestanden, war er „in höchstem Maße liebenswürdig, vornehm, fein, freundlich und feinfühlig“. Der Ausspruch des Propheten (s.a.w.s) „Ich wurde gesandt um mit den Menschen „freundlich zu sein“8 ist Zeichen seines hohen charakterlichen Niveaus. Aischa (r.a), die den Propheten (s.a.w.s) sehr genau kannte, sagte „Es gibt keinen, der über eine bessere Moral verfügt als der Prophet Allah Subhana Hu ta ala es. Wenn ihn jemand von seinen Gefährten oder aus der Familie zu sich ruft, antwortet er mit ‚Bitte schön‘. Aus diesem Grund befahl Ihm Allah Subhana Hu ta ala ‚Du bist mit der Bestimmung von hoher Moral,“9 und erklärte so die gute Moral, die sie bei Ihm sah. Anas, der im Hause unseres Propheten (s.a.w.s) aufwuchs und diesem jahrelang diente, beschrieb die unvergleichliche Liebenswürdigkeit des Propheten (s.a.w.s) folgendermaßen:

• „Mit ganzer Seele hört er jemanden zu, der ihn etwas fragt und verlässt den Fragenden nicht, bevor dieser gegangen ist. Wenn der Prophet Allah Subhana Hu ta ala es jemandem die Hand schüttelt oder jemandem die Hand hinstreckt um diese zu schütteln, dann zieht er diese erst zurück, wenn der andere seine Hand zurückzieht. Wenn er mit jemandem Angesicht zu Angesicht steht, dann wendet der Prophet Allah Subhana Hu ta ala es sein Gesicht erst ab, wenn sein Gegenüber sein Gesicht abwendet. Niemals streckt er die Beine in Richtung eines vor ihm Sitzenden aus. Trifft er mit jemanden zusammen, grüßt er zuerst. Das Händeschütteln mit den Gefährten beginnt er zuerst.“

• „Niemals schneidet er jemandem das Wort ab. Stets beendet er seine Rede, Er beendete das Gespräch erst, wenn die sprechende Person ihre Rede beendete oder aufstand, um zu gehen.

• „Dem großmütigen Gesandten diente ich zehn Jahre. Wirklich, niemals sagte er ‚Oh je‘ zu mir. Ebenso wie er mich niemals wegen eines Befehls ausschimpfte, den zu erfüllen ich mich verspätete oder den ich nicht erfüllte, so befahl er seiner Familie, wenn diese mich ausschimpfen wollte, ’stört ihn nicht, wenn diese Arbeit gewürdigt worden wäre, hätte er sie erledigt.'“

Eines Tages befahl er mir wegen einer Sache anderswo hinzugehen. Nachdem ich gegangen war sah ich auf der Straße ein paar Kinder spielen und versank in der Beobachtung ihres Spiels. Gerade da fasste jemand von hinten meinen Kopf mit zwei Händen. Als ich mich umdrehte und schaute war er selbst es. Er lachte mich an und sagte: ‚Bist Du dorthin gegangen wo ich Dir sagt, mein lieber Enes?‘ Ich sagte ‚Nein, ich bin noch nicht gegangen, ich werde gehen‘.

• Ich habe ihm jahrelang gedient. Wirklich nicht ein einziges Mal erinnere ich mich bei einer Sache, die ich erledigt hatte ‚Warum hast du das getan‘ gehört zu haben, oder bei einer Sache, die ich nicht erledigt hatte ‚Warum hast Du das nicht getan?“10

Der Prophet bildete während seines ganzen Lebens Tausende von Menschen aus und war für Menschen, die die Religion und die gute Moral nicht kannten, der Anlass für gutes Verhalten, Feinfühligkeit, Großzügigkeit und für hervorragende Charaktereigenschaften. Der Prophet, der mit seinen Worten, Verhaltensweisen und seiner Moral Anlass für die Bekehrung von Milliarden von Menschen wurde, ist für die Menschen der gesegnetste Wegweiser und Erzieher.
Unser Prophet (s.a.w.s) ermahnte die Gläubigen liebevoll zu sein

• ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Allah Subhana Hu ta ala bezeugt. Der Hass gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr der Allah Subhana Hu ta ala esfurcht. Und fürchtet Allah Subhana Hu ta ala . Siehe, Allah Subhana Hu ta ala kennt euer Tun.
• (Sure 5:8 – al-Ma’ida)

Worauf unser Prophet (s.a.w.s) vor allem Wert legte, war, dass sich die Gläubigen einander – ohne ein bestimmtes Interesse zu verfolgen – mit von Herzen kommender Liebe mochten und keine schlechten Gefühle wie Hass, Wut oder Eifersucht füreinander empfanden. Dabei war er den Gläubigen das schönste Beispiel und erteilte ihnen häufig Empfehlungen.

Eine Aussage, die Allah Subhana Hu ta ala im Quran unserem Propheten (s.a.w.s) zu gebrauchen befahl, lautet folgendermaßen:

• Das ist es, was Allah Subhana Hu ta ala Seinen Dienern verheißt, die glauben und das Rechte tun. Sprich: „lch verlange dafür keinen Lohn von euch. Aber liebt dafür (eure) Nächsten.“ Wer eine gute Tat begeht, dem werden Wir gewiss noch mehr an Gutem erweisen. Allah Subhana Hu ta ala ist fürwahr verzeihend und erkenntlich. (Sure 42:23 – asch-Schura)

• Einige der heiligen Hadithe über die Liebe, Freundschaft und Brüderlichkeit unseres Propheten (s.a.w.s) lauten folgendermaßen:

• „Ein Gläubiger wünscht für sich selbst und für seinen geliebten Bruder.“ 11

• „Beschenkt euch, liebt euch. Schenkt euch Nahrungsmittel. Dies resultiert in einer Erweiterung eurer Nahrung.“ 12

• „Besucht euch, beschenkt euch. Denn Besuch vernietet die Liebe, ein Geschenk löst schlechte Gefühle im Herzen los und wirft diese ab.“ 13

• „Seid nicht eifersüchtig aufeinander, hasst euch nicht, sagt euch keine schlechten Worte, wendet euch nicht die Rücken zu, hetzt nicht eure Freunde aufeinander. Die Diener Allah Subhana Hu ta ala es mögen Brüder sein.“ 14

Das Leid der euch vorausgegangenen Gesellschaften befiel auch euch: Neid und Hass. Hass zu nähren ist etwas, dessen Wurzel ausgegraben werden. Ich schwöre bei Allah Subhana Hu ta ala , ohne zu glauben könnt ihr nichts ins Paradies kommen. Wenn ihr einander nicht liebt, könnt ihr nicht glauben. Soll ich euch von etwas berichten, das unter euch geliebt werden wird? Verbreitet den Gruß unter euch.“15

Nach dem Glauben liebt Allah Subhana Hu ta ala vernünftige Menschen.16
• Grollt einander nicht, seid nicht auf den anderen eifersüchtig, wendet euch nicht den Rücken zu und unterbrecht nicht euer Verhältnis; Oh, ihr Diener Allah Subhana Hu ta ala es, werdet alle Brüder!17
• Denke und schau: Wegen Deiner roten oder schwarzen Haut bist Du nicht wertvoller als jemand anders; Außerordentlichkeit ist lediglich mit strenger Frömmigkeit!“18

Der Prophet (s.a.w.s.) war gerecht
Die Entscheidungen, der Prophet Muhammad (s.a.w.s) unter den Muslimen traf, das gerechte und tolerante Verhalten, das er gegenüber Personen anderer Religion, Sprache, Rasse und Völkern an den Tag legte und auch die Gleichbehandlung von Arm und Reich, so wie es Allah Subhana Hu ta ala in dem Vers mitteilte, ist für alle Menschen ein großes Beispiel. In einem Vers befahl Allah Subhana Hu ta ala dem Propheten Muhammad (s.a.w.s) „… Und wenn du richtest, richte zwischen ihnen in Gerechtigkeit. Siehe, Allah Subhana Hu ta ala liebt die Gerechtigkeit übenden.“ (Sure 5:42 – al-Ma’ida) und der Prophet ließ auch unter den schweren Bedingungen, unter denen er sich befand, niemals von der Gerechtigkeit ab.

Während der Zeit seines Prophetentums geschahen einige Ereignisse, die sein gerechtes Verhalten in beispielhafter Weise darstellen. In der Region, in der der Prophet (s.a.w.s) lebte, wohnten Menschen verschiedenster Religionen, Sprachen, Rassen und Stämme. Für diese Gesellschaften war es ebenso schwierig in Ruhe und Sicherheit zu leben, wie es schwierig war, diejenigen auszuschalten, die Zwietracht unter ihnen verbreiteten. Allerdings wurde die Gerechtigkeit unseres Propheten auch für diese Gesellschaften zum Quell von Ruhe und Sicherheit, wie sie es bereits für die Muslime war. Zur Zeit des Jahrhunderts der Glückseeligkeit wurde auf der arabischen Halbinsel jeder gerecht behandelt, ohne Unterschied ob Christ, Jude oder Heide.

Diese gute Moral des Propheten (s.a.w.s) muss heute beispielhaft für das Verhalten von Menschen unterschiedlicher Religionen sein. Die Gerechtigkeit unseres Propheten (s.a.w.s) sicherte den Kompromiss zwischen den Menschen unterschiedlicher Rassen. Der Prophet (s.a.w.s) teilt auch in zahlreichen Ansprachen und sogar in seiner Abschiedspredigt mit, dass es bei den Rassen keine Überlegenheit geben kann und – wie Allah Subhana Hu ta ala in dem Vers mitteilte – „Überlegenheit eine Angelegenheit der Frömmigkeit sein wird“. In den anderen Hadithen befahl er folgendermaßen:

• „Ihr Menschen! Ihr seid alle die Kinder von Adam. Adam wurde jedoch aus Erde erschaffen. Die Menschen müssen es unbedingt sein lassen, sich mit ihren Rassen zu loben.“19

„Es besteht kein Anlass diesen euren Stamm für Überlegenheit oder Hochmut herzunehmen. (Ihr Menschen)! Ihr seid alle die Kinder Adams. Ihr seid alle wie die gleichgestellten Weizenkörner in einem Mass… Jedoch gibt es keine Überlegenheit des einen über den anderen mit Ausnahme der Religion und Frömmigkeit. Zum schlecht sein reicht es für eine Person, Widerwillen gegen eine andere zu empfinden, diese zu erniedrigen, geizig, von schlechtem Charakter zu sein oder die Grenzen und Schranken durchbrochen zu haben.“ 20

Unser Prophet (s.a.w.s.) war auf der Seite des Friedens
Unser Prophet (s.a.w.s) verlangte niemals danach Krieg zu führen, sondern bemühte sich stets darum, die Islamische Moral den Menschen auf dem Wege des Friedens nahezubringen. Deshalb entgegnete er den schweren Angriffen und dem Druck jahrelang mit Geduld; als allerdings die Notwendigkeit bestand diesem Druck zu antworten, erlaubte er nach einer göttlichen Offenbarung den Krieg. Er eröffnete erst Krieg gegen ein Land, wenn Druck und Angriffe Lebensgefahr zeigten und der Weg zum Frieden vollständig verschlossen war.

Der Krieg in 629 war für die Muslime der blutigste und schwierigste Krieg zu Lebzeiten unseres Propheten (s.a.w.s). Er bestimmte Zaid b. Harise zum Kommandanten des Heeres und gab dem Heer folgende Empfehlungen: Führt Krieg mit dem Namen Allah Subhana Hu ta ala es, auf dem Weg Allah Subhana Hu ta ala es und gegen diejenigen, die Allah Subhana Hu ta ala leugnen. Begeht keinen Verrat. Schneidet keine Körperteile ab wie Ohren und Nasen. Tötet keine Kinder und Frauen, Alte und in ihre Allah Subhana Hu ta ala eshäuser zurückgezogenen Männer der Religion. Haut keine Dattelpalmen und andere Bäume um, reißt keine Gebäude nieder.21

Die moralischen Prinzipien, die im Krieg unbedingt eingehalten werden müssen, werden in den Hadithen folgendermaßen erwähnt:
• Man kämpft nur gegen diejenigen, die den Krieg fördern oder im Krieg kämpfen.
• Mönche in den Kirchen werden auf keine Weise berührt.
• Kindern wird kein Schaden zugefügt.
• Frauen wird kein Schaden zugefügt.
• Alten wird kein Schaden zugefügt.
• Bestellten Feldern wird kein Schaden zugefügt.
• Verträgen wird Loyalität zugesichert, Vereinbarungen bleibt man treu.
• Tieren wird kein Schaden zugefügt.
• Es wird keine Folter ausgeübt.
• Städte werden nicht zerstört.22

Und jeder hat eine Richtung, nach der er sich kehrt. Wetteifert daher miteinander in guten Werken. Wo immer ihr seid, Allah Subhana Hu ta ala wird euch allesamt zu Ihm zurückbringen. Siehe, Allah Subhana Hu ta ala hat Macht über alle Dinge.
(Sure 2:148 – al-Baqara)

Das Dokument von Medina, das der Prophet (s.a.w.s) mit den jüdischen und ungläubigen Gesellschaften unterzeichnete, ist ein wichtiges Beispiel für Gerechtigkeit. Diese Vereinbarung, die vorbereitet wurde um unter den verschiedenen Glaubensrichtungen anhängenden Gesellschaften Gerechtigkeit herzustellen, und um die Interessen jeder Gesellschaft zu wahren, brachte auch den Gesellschaften Frieden, die jahrelang in Feindschaft lebten. Einer der wichtigsten Inhalte des Medina Dokumentes ist die Gewährleistung der Glaubensfreiheit. Der diesbezügliche Paragraph lautet folgendermaßen:

„Die Ben-i Avf Juden sind von der gleichen Religionsgemeinschaft wie die Gläubigen, die Religion der Juden ist für diese selbst, die Religion der Muslime für diese selbst.“23

Im 16. Artikel des Dokuments von Medina wurde mitgeteilt „Von uns unterworfene Juden werden das Recht auf unsere Hilfe und unsere Unterstützung gewinnen, ohne irgendeine Ungerechtigkeit zu erleben und ohne dem Feind zu helfen.“24

Auch die Gefährten nach unserem Propheten (s.a.w.s) blieben dieser Vorschrift treu, die unser Prophet (s.a.w.s) in die Vereinbarung setzen lies; die gleiche Vereinbarung wurde für Berber gültig und für Menschen, die dem buddhistischen oder brahmanischen Glauben angehörten.25

Einer der wichtigsten Gründe für das friedvolle, sichere und ruhige Vorübergehen des Jahrhunderts der Glückseligkeit war das gerechte Verhalten unseres Propheten (s.a.w.s), das mit der Quranischen Moral übereinstimmte. Auch ausländische Autoren waren von dem hervorragenden Charakter des Propheten (s.a.w.s) beeindruckt und lobten dessen moralische Taten. George Bernhard Shaw drückte diese hervorragenden Eigenschaften in seinem Buch ‚The Genuine Islam‘ folgendermaßen aus:

Wegen ihrer wundervollen Lebendigkeit hielt ich mir stets die Religion des Propheten Muhammad (s.a.w.s) vor Augen. Sie kommt mir vor wie die einzige Religion, die die Kapazität hat, jedes Zeitalter anzusprechen und die unterschiedlichen Phasen des Lebens zu assimilieren. Ich habe Ihn – diese wunderbare Person – untersucht und nach meiner Meinung … muss er als der Retter der Menschheit bezeichnet werden. Wenn einer Person wie ihm die Aufgabe übertragen würde, die Regierung der modernen Welt zu übernehmen, dann wäre die Lösung der Probleme der Welt erfolgreich in einer Form, die den äußerst notwendigen Frieden und Glück mit sich bringen würde…26

Auch heute muss man sich der Quranischen Moral anpassen, die die einzige Lösung für die heute überall auf der Welt vorkommenden Auseinandersetzungen, Streit und Meinungsverschiedenheiten darstellt, und man darf wie unser Prophet (s.a.w.s) – unabhängig von Religion, Sprache und Rasse – niemals von der Gerechtigkeit ablassen.

1. El-Cami’s Sagir, 1. 427 (Hati, T. Bagdad, VII, 209, Doç, Dr. Talat Sakalli, Hadislerle Islam’da Hosgörü ve Kolaylik, Çaglayan Yayinlari, Izmir, 1996, S.16ç
2. El-Cami’s Sagir, 1. 427, Doç. Dr. Talat Sakalli, Hadislerle Islam’da Hosgörü ve Kolaylik, Çaglayan Yayinlari, Izmir, 1996, S.17
3. Esbahani: Hz. Aise; Tevfik Rüstü Erkul, Hadis Usulü Dersleri, Fon Matb., Ankara, 1970, S. 79), Yesevizade, Sevgi Peygamberi, Hakikati Arayis Nesriyati, Ankara, 1996,
S. 131.
4. Buhari ve Müslim, Yesevizade, Sevgi Peygamberi, Hakikati Arayis Nesriyati, Ankara, 1996, S. 157.
5. G. Ahmed Ziyaüddin, Ramuz El Hadis, 1. cilt, Gonca Yayinevi, Istanbul, 1997, 70/10
6. Prof. Dr. Ibrahim Canan, Kütüb-i Sitte Muhtasari Tercüme ve Serhi, 7. cilt, Akçag Yayinlari, Ankara, S. 293.
7. Huccetü’l Islam Imam Gazali, Ihya’u Ulum’id-din, 2. cilt, Çeviri: Dr. Sitki Gülle, Huzur Yayinevi, Istanbul 1998, S. 798.
8. Beyhaki: Cabir; A. H. Berki, No: 143, Yesevizade, Sevgi Peygamberi, Hakikati Arayis Nesriyati, Ankara, 1996, S. 157.
9. http://www.sevde.de/Pey-ornek/18.htm
10. Konyali Mehmed Vehbi, Tam Metni Sahih-i Buhari, 4. cilt, Üçdal Nesriyat, Istanbul 1993, S. 340.
11. Huccetü’l Islam Imam Gazali, Ihya’u Ulum’id-din, 3. cilt, Çeviri: Dr. Sitki Gülle, Huzur Yayinevi, Istanbul 1998, S. 152.
12. Prof. Dr. Ibrahim Canan, Kütüb-i Sitte Muhtasari Tercüme ve Serhi, 16. cilt, Akçag Yayinlari, Ankara, S. 239.
13. Prof. Dr. Ibrahim Canan, Kütüb-i Sitte Muhtasari Tercüme ve Serhi, 16. cilt, Akçag Yayinlari, Ankara, S. 239.
14. Huccetü’l Islam Imam Gazali, Ihya’u Ulum’id-din, 3. cilt, Çeviri: Dr. Sitki Gülle, Huzur Yayinevi, Istanbul 1998, S. 315.
15. Huccetü’l Islam Imam Gazali, Ihya’u Ulum’id-din, 3. cilt, Çeviri: Dr. Sitki Gülle, Huzur Yayinevi, Istanbul 1998, S. 425.
16. Teberan: Hz. Ali; A.H.Berki, No:160, Yesevizade, Sevgi Peygamberi, Hakikati Arayis Nesriyati, Ankara, 1996, S.305
17. Buhari ve Müslim: Enes; „Riy. Sal.“ III/1598 ve 1601, Yesevizade, Sevgi Peygamberi, Hakikati Arayis Nesriyati, Ankara, 1996, S. 305.
18. Camiüssagir, Abdülbaki Gölpinarli, s.21, Yesevizade, Sevgi Peygamberi, Hakikati Arayis Nesriyati, Ankara, 1996, S. 306.
19. Sünen-i Ebu Davud, 4/331
20. Müsned-i Ahmed b. Hanbel, 4/158, Ibnu Kesir, 4/128
21. Buhari: Bapu Gazveti Mute Ardi’s Sam, 2/611. Peygamber Efendimiz Hayati ve Daveti (Er-Rahiku’l Mahtum), Safiyurrahman el-Mübarek-Furi, Risale Yayinevi, Istanbul, 1999, S. 438.
22. Ahmet Hamdi Akseki, Abdurrahman Azzam Pasa’nin „Allah Subhana Hu ta ala Allah Subhana Hu ta ala ‚in Peygamberlerine emanet ettigi ebedi risalet“, Diyanet Isleri Baskanligi Nesriyat, Ankara, 1948, Önsöz.
23. Muhammed Hamidulllah, Islam Müesseselerine Giris, Düsünce Yayinlari, Istanbul, 1981, S. 128.
24. Medine Sözlesmesi, Milli Gazete, 5 Aralik 2001.
26. Muhammed Hamidulllah, Islam Müesseselerine Giris, Düsünce Yayinlari, Istanbul, 1981, S. 162-163

Die Liebe ist Wurzel und Fundament des Weges zu Allah subhana Hu taala .
Im Vergleich zur Liebe sind Zustände und Stationen alle ein Spiel.
( Somnun Mohebb )

Wer Allah Subhana Hu ta ala liebt, liebt auch die Propheten und die Gläubigen
Die Gläubigen lieben wegen der starken Liebe und aufrichtigen Verbindung, die sie zu Allah Subhana Hu ta ala empfinden, auch die Geschöpfe Allah Subhana Hu ta ala es und erkennen in diesen die Manifestation von Allah Subhana Hu ta ala es Eigenschaften. So wie unser Herr im Quran „Siehe, eure Beschützer sind Allah und Sein Gesandter und die Gläubigen, die das Gebet verrichten und die Steuer zahlen und sich vor Ihm beugen.“ (Sure 5:55 – al-Ma’ida) mitgeteilt hat, nähren die Gläubigen eine tiefe Liebe gegenüber den frommen Gläubigen und den Propheten, die Allah Subhana Hu ta ala den Menschen sandte um ihnen den rechten Weg zu weisen. Allah Subhana Hu ta ala hat die Propheten allen anderen Menschen zum Vorbild gegeben; sie sind Persönlichkeiten von tiefem Glauben und überlegener Moral. So wie Allah Subhana Hu ta ala in dem Vers „In dem Gesandten Allahs habt ihr wirklich ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.“ (Sure 33:21 – al-Ahzab) davon berichtete, liegen im Leben und in der Moral unseres Propheten Muhammad (s.a.w.s) viele schöne Beispiele und Weisheiten. Die tiefe Verbindung, Frömmigkeit, Geduld, Güte, Intelligenz, Mut, Reinheit, Mitleid, Treue, Eifer und viele weitere Eigenschaften, die unser Prophet (s.a.w.s) Allah Subhana Hu ta ala gegenüber aufwies, sollten allen Muslimen als Beispiel dienen.

Unser Prophet (s.a.w.s) erinnert uns folgendermaßen an die Bedeutung der Liebe zu Allah Subhana Hu ta ala und dem Propheten:

• Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) meinte doch: “Derjenige, der den Allmächtigen Allah Subhana Hu ta ala und den Propheten nicht mehr als alles andere liebt, dessen Glaube ist nicht stark”. Auf die Frage was Glaube sei äußerte er: “Allah Subhana Hu ta ala und der Prophet müssen für dich liebenswerter sein als alles andere.” Er meinte weiterhin: “Ein Diener wird niemals ein Gläubiger, wenn er nicht Allah Subhana Hu ta ala und den Propheten mehr liebt als Kind und Kegel, sein Eigentum und alle Geschöpfe.”

• “Entsprechend der Überlieferung Enes’ meinte der Prophet (s.a.w.s); wenn es jemanden mit drei guten Eigenschaften gäbe, dann fände dieser Geschmack am Glauben. Ersten muss diese Person Allah Subhana Hu ta ala und den Propheten über alles lieben. Zweitens, in seiner Liebe zu jemandem anderen steckt auch die Liebe zu Allah Subhana Hu ta ala . Drittens, die Hinwendung zum Unglauben wird als so ekelhaft betrachtet, wie ins Feuer geworfen zu werden.” ( Sahih-i Buhari, S. 53 Hadith 15)

• Allah war wahrlich gegen die Gläubigen gnädig, indem Er unter ihnen einen Gesandten aus ihrer Mitte erweckte…
• (Sure 3:164 – Al-‘Imran)

Alle Botschafter und Propheten Allah Subhana Hu ta ala es wurden von Allah Subhana Hu ta ala ausgewählt und sind Menschen von überlegener Moral, die das Wohlgefallen unseres Herrn errungen haben. Allah Subhana Hu ta ala führte im Quran die gute Moral der Propheten als Beispiel lobend an. Unser Prophet Muhammad (s.a.w.s), der Prophet Moses (a.s), der Prophet Jesus (a.s), der Prophet Abraham (a.s), der Prophet Aaron (a.s), der Prophet Johannes (a.s), der Prophet Josef (a.s), der Prophet Jonas (a.s), der Prophet Jakob (a.s), der Prophet Ismael (a.s), der Prophet Salomon (a.s), der Prophet David (a.s) und alle anderen Propheten und Botschafter sind den Menschen ein Beispiel für ihren aufrichtigen Glauben an Allah Subhana Hu ta ala , ihre von Respekt vervollständigte Allah Subhana Hu ta ala esfurcht, ihre Frömmigkeit und ihre gute Moral. Alle Gläubigen, die sich den Quran als Führer nehmen und die Botschafter mit ihren überlegenen Eigenschaften erkennen, konkurrieren in guten Werken, um die Moral der Propheten zu erreichen, um wie diese Allah Subhana Hu ta ala es Freundschaft zu gewinnen und um im Paradies mit ihnen zusammen zu sein. Diese tiefe Liebe, die die Gläubigen gegenüber den Propheten empfinden, zeigt auch deren Verständnis von Liebe. Die Liebe, die die Gläubigen einem anderen gegenüber empfinden, resultiert vollständig aus dem Glauben dieser Person, aus ihrer guten Moral und Frömmigkeit. Selbst wenn man diese schöne Eigenschaften eines Menschen kennt, ist es Grund für eine tiefe und eifrige Liebe zu diesem Menschen, auch wenn man ihn in seinem Leben niemals trifft.

Auch wenn die Gläubigen die Gesandten Allah Subhana Hu ta ala es niemals gesehen, gekannt oder getroffen haben, so fühlen sie doch eine tiefe Liebe, Respekt und Bindung zu ihnen. Allah Subhana Hu ta ala hat die Gesandten den Menschen als eine Gnade geschickt. In vielen Quranversen wurde von ihnen in Liebe und Lob gesprochen und so wird der Liebeseifer der Gläubigen ihnen gegenüber noch erhöht. Die Gläubigen sprechen von den Propheten und Gesandten jederzeit mit Liebe, Hochachtung und Lob und halten sich diese stets erhaben vor ihre Augen. Bei jeder Gelegenheit erzählen sie allen Menschen von deren Hingabe zu Allah Subhana Hu ta ala , ihrer Nähe, Liebe und guten Moral und rufen die Menschen auf, dem Weg der Gesandten zu folgen.

• …Wir machten sie zu Vorbildern, die auf Unser Geheiß rechtleiteten, und wiesen sie an, Gutes zu tun, das Gebet zu verrichten und Almosen zu entrichten… (Sure 21:73 – al-Anbiya)

Allah Subhana Hu ta ala teilt im Quran mit, dass die Propheten den Gläubigen näher als sie sich selbst stehen sollen:

• Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selbst, und seine Gattinnen sind ihre Mütter. Und Blutverwandte sind einander nach dem Buche Allahs näher verwandt als die Gläubigen und die Ausgewanderten, es sei denn, dass ihr euren Schützlingen (testamentarisch) Gutes erweisen wollt. Das ist in dem Buch verzeichnet. (Sure 33:6 – al-Ahzab)
• …Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Sie sind Allahs Partei… (Sure 58:22 – al-Mudschadala)

Allah Subhana Hu ta ala erwähnt in zahlreichen Quranversen die schöne Moral und die überlegenen Eigenschaften der Propheten. Manche Verse, in denen die Propheten mit Liebe und Lob gegrüßt werden, lauten folgendermaßen:

Und bewahrten sein Ansehen unter den nachfolgenden (Generationen). „Friede sei mit Abraham!“ So belohnen Wir die Rechtschaffenen. Er gehörte gewiss zu Unseren gläubigen Dienern. Und Wir kündigten ihm lshak an, einen Propheten unter den Rechtschaffenen. Und Wir segneten ihn und lshak. Unter seinen Nachkommen waren jedoch rechtschaffene neben solchen, welche Unrecht gegen sich selber begingen. (Sure 37:108-113 – as-Saffat)
• Und bewahrten ihr Ansehen unter den späteren (Geschlechtern). „Friede sei mit Moses und Aaron!“ So belohnen Wir die Rechtschaffenen. Sie gehörten gewiss zu Unseren gläubigen Dienern. (Sure 37:119-122 – as-Saffat)
• Elias war gewiss auch einer der Gesandten… Und Wir bewahrten sein Ansehen unter den späteren (Geschlechtern) „Friede sei mit Elias!“ So belohnen Wir die Rechtschaffenen. Er gehörte gewiss zu Unseren gläubigen Dienern. (Sure 37:123, 129-132 – as-Saffat)
• Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob und leiteten beide recht. Und zuvor leiteten Wir Noah recht und aus seinen Nachkommen David und Salomo und Hiob und Josef und Moses und Aaron. So belohnen Wir die, welche Gutes tun. Und Zacharias und Johannes und Jesus und Elias: Alle wären Rechtschaffene! Und Ismael und Elischa und Jonas und Lot: Alle zeichneten Wir vor den Menschen der Welt aus und einige ihrer Väter und ihrer Brüder. Wir wählten sie aus und leiteten sie auf einen geraden Weg. (Sure 6:84-87 – al-An’am)

Allah Subhana Hu ta ala grüßt im Quran die Propheten folgendermaßen:
• Friede sei mit den Gesandten! Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten! (Sure 37:181, 182 – as-Saffat)

Die Propheten sind die frommsten Gläubigen, die Allah Subhana Hu ta ala am meisten liebt und die Er zum Freund genommen hat. Die, die Allah Subhana Hu ta ala am meisten liebt, sind auch die Geliebtesten unter den Gläubigen. Deshalb müssen die Gläubigen ihre Liebe zu unseren Propheten preisen und sich bemühen, nicht von deren Weg und Moral abzuweichen.

• ihr Menschen! Zu euch ist der Gesandte mit der Wahrheit von eurem Herrn gekommen. So glaubt; das ist am besten für euch… (Sure 4:170 – an-Nisa)

• Einen Gesandten, der euch Allahs deutliche Verse vorträgt, um diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, aus tiefer Finsternis zum Licht zu führen. Und wer an Allah glaubt und das Rechte tut, den führt Er in Gärten ein, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen. Eine schöne Versorgung hat Er für ihn bestimmt! (Sure 65:11 – at-Talaq)

Die Allah Subhana Hu ta ala lieben, lieben auch die Gläubigen, welche die Freunde Allah Subhana Hu ta ala es sind
Diejenigen, die Allah Subhana Hu ta ala liebt, sind gleichzeitig auch diejenigen, die von den Gläubigen geliebt werden. Die Freunde Allah Subhana Hu ta ala es sind auch die Freunde der Gläubigen. Derjenige, der Allah Subhana Hu ta ala liebt, liebt auch die von Allah Subhana Hu ta ala geliebten Diener. Fromme Gläubige auf dem Weg Allah Subhana Hu ta ala es sind die Diener, die Allah Subhana Hu ta ala am meisten liebt. Aus diesem Grund lieben sich die Gläubigen sehr und sind einander sehr verbunden.
Allah Subhana Hu ta ala erwähnt in vielen Quranversen die Liebe, Bindung, Barmherzigkeit und Verbundenheit der Gläubigen untereinander. Einige dieser Verse lauten folgendermaßen:

• Gedulde dich, zusammen mit denen, welche deinen Herrn des Morgens und Abends anrufen im Trachten nach Seinem Angesicht. Und wende deine Augen nicht von ihnen ab im Trachten nach der Schönheit des irdischen Lebens. Und gehorche nicht dem, dessen Herz Wir vom Gedenken an Uns abgelenkt haben und der seinen Begierden folgt und dessen Treiben zügellos ist. (Sure 18:28 – al-Kahf)
• Allah liebt fürwahr diejenigen, welche auf Seinem Weg in Schlachtordnung kämpfen, so als wären sie eine festgefügte Mauer. (Sure 61:4 – as-Saff)
• Und haltet allesamt an Allahs Seil fest, und zersplittert euch nicht, und gedenkt der Gnadenerweise Allahs euch gegenüber als ihr Feinde wart und Er eure Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet, und als ihr am Rande einer Feuergrube wart und Er euch ihr entriss. So macht euch Allah Seine Zeichen klar, auf dass ihr euch leiten lasst. (Sure 3:103 – Al-‘Imran)
• Und die Gläubigen, Männer und Frauen, sind einer des anderen Freund. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Unrechte und verrichten das Gebet und zahlen die Steuer und gehorchen Allah und Seinem Gesandten… (Sure 9:71 – at-Tauba)
• …diejenigen, welche glaubten und ausgewandert sind und sich mit Gut und Blut auf Allahs Weg einsetzten und (dem Propheten) Herberge und Hilfe gewährten, sollen einer des anderen Freund sein… (Sure 8:72 – al-Anfal)

Shaykh Hasan al Basriyy ra sagte :
Wer Gott recht erkennt, der liebt ihn,
und wer die Welt recht erkennt, der haßt sie;

Für Allah lieben
• Das ist es, was Allah Seinen Dienern verheißt, die glauben und das Rechte tun. Sprich: „Ich verlange dafür keinen Lohn von euch. Aber liebt dafür (eure) Nächsten.“ Wer eine gute Tat begeht, dem werden Wir gewiss noch mehr an Gutem erweisen. Allah ist fürwahr verzeihend und erkenntlich. (Sure 42:23 – asch-Schura)

Ein Gläubiger widmet sein ganzes Leben Allah. Er lebt für Allah, arbeitet für Allah und liebt für Allah.

Was es bedeutet, für Allah zu lieben, könnte unverständlich sein für jemanden, der den Islam mit seinem wahren Sinn nicht kennt. Einer, der sein ganzes Leben lang von Allah entfernt geblieben ist, und der Ihn nicht erkennt, wird auch nicht wissen, wie er Allah lieben soll.

Aber der Gläubige, der Allah erkennt, Seine große Barmherzigkeit gegen ihn sieht und der bemerkt, dass er seine Existenz der Barmherzigkeit Allahs zu verdanken hat und dass alles, was er liebt und ihm gefällt, ihm von Allah gegeben wird, liebt Allah und erreicht den edlen Geist der Liebe zu Allah.

Im Quran wird der große Unterschied zwischen den Gläubigen und anderen Menschen in diesem Sinn folgendermaßen erklärt:

• Und doch gibt es Leute, die neben Allah Ihm angeblich Gleiche setzen und sie lieben, wie man Allah (nur) lieben soll. Aber die Gläubigen sind stärker in der Liebe zu Allah… (Sure 2:165 – al-Baqara)

Wie aus dem obenerwähnten Vers ersichtlich ist, lieben diejenigen, die Allah Götter zur Seite stellen und die die Attribute von Allah anderen Wesen zuschreiben, diese Wesen wie Allah selbst. Diese Liebe jedoch basiert auf dem Götzendienst.

Gläubige, die sich bewusst sind, dass alles Allah gehört und die Existenz aller Wesen in Allah gründet, lieben Allah am meisten. Dieser große Unterschied, der sich daraus ergibt, dass die Gläubigen Allah als den Einen und Einzigen erkennen, zeichnet sie vor anderen Menschen aus. Im Quran informiert Allah uns, dass die Ungläubigen es nicht aushalten können, wenn die Gläubigen Allah „den Einzigen“ nennen:

• …Und wenn du deinen Herrn im Quran als den Einzigen erwähnst, wenden sie ihren Rücken voll Abneigung. (Sure 17:46 – al-Isra‘)

Es soll aber auch erwähnt werden, dass die Götzendiener sich nicht unbehaglich fühlen, wenn Allah neben ihre Götzen gestellt wird. Beispielsweise, die Logik „Wir sind Muslime aber gleichzeitig führen wir unser Leben, wie wir wollen“ bildet die Grundlage ihres Gedankens. Die Tatsache jedoch, die der Gläubige bemerkt, ist folgende:
* Nichts (kein Mensch, kein Tier, kein Ding, kein Ereignis) besitzt eine Schönheit aus Sich selbst heraus. Allah hat alles erschaffen und Er hat alles mit Schönheit ausgestattet. Da eine Person beispielsweise ihr Gesicht nicht selbst entworfen und geschaffen hat, gehört die Schönheit ihres Gesichts Allah.
* Allah gibt diese Schönheit den Menschen, den Er aus dem Nichts erschaffen hat, nur für kurze Zeit. (Denn der Mensch wird bald älter werden und sterben.) Nur Allah besitzt die Kraft, diese Schönheit im Jenseits noch einmal und noch perfekter zu erschaffen.
*Wie der Mensch wurden auch alle anderen großartigen Geschöpfe von Allah erschaffen und „liebenswert“ gemacht. Und um daran zu erinnern, dass Er der wahre Besitzer dieser Schönheit ist, wird Er alle diese Geschöpfe mit dem individuellen Tod oder mit dem allgemeinen Tod am Jüngsten Tag vernichten. Im Jenseits werden alle Wesen wieder erschaffen werden.

Aus diesem Grund liebt der Gläubige alle Schönheit, indem er weiß, dass sie zu Allah gehört und dass die Originale dieser Schönheit sich im Jenseits befinden. Allah ist der wahre Besitzer aller Schönheiten.

Im Gegensatz zu den Ungläubigen basiert die Liebe der Gläubigen auf dem Glauben an Allah. Die Liebe der Ungläubigen gründet sich jedoch auf den Götzendienst. Im Quran wird eine solche Liebe mit den Worten vom Propheten Abraham (a.s.) wie folgt erklärt:

• Und er sprach: „Ihr habt anstelle von Allah Götzen angenommen, in gegenseitiger Liebe zum irdischen Leben. Dann aber, am Tage der Auferstehung wird einer von euch den andern verleugnen, und verfluchen. Eure Wohnung wird dann das Feuer sein, und ihr werdet keinen Beistand finden.“ (Sure 29:25 – al-‚Ankabut)

Ein Gläubiger jedoch zeigt seine ganze Liebe zu Allah. Allah lieben bedeutet die Geschöpfe zu lieben, indem man bemerkt, dass sie die Attribute Allahs reflektieren und dass diese Attribute in Wirklichkeit zu Ihm gehören, wie uns das Spiegelbeispiel klarmacht.

Infolgedessen zeigt ein Gläubiger seine Liebe zu Allah, indem er die anderen Gläubigen liebt, in denen sich Allahs Attribute manifestieren und die die moralischen Werte angenommen haben, die den Gläubigen von Allah befohlen werden. Diese Art Liebe basiert nicht auf einer Blutsverwandtschaft, derselben Rassenzugehörigkeit oder auf irgendwelchen Vorteilen. Es ergibt sich aus der Liebe zu Allah daraus, diejenigen zu lieben, die Allah lieben. Im Quran wird diese Liebe unter den Gläubigen folgendermaßen ausgedrückt:

• Diejenigen, die vor ihnen hier (in Medina) im Glauben zu Hause waren, lieben die, welche zu ihnen auswanderten, und fühlen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde. Sie ziehen (die Flüchtlinge) sich selber vor, auch wenn sie selber bedürftig sind. Wer so vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist – denen ergeht es wohl. (Sure 59:9 – al-Haschr)

Allah macht im Quran klar, dass die Liebe, die den Gläubigen entgegen gebracht wird, ihnen von Allah speziell gewährt worden ist:
• Siehe, diejenigen, die glauben und Gutes tun, denen wird der Erbarmer Liebe erweisen. (Sure 19:96 – Maryam)
• Und Wir gaben ihm Weisheit, als er noch ein Kind war, und Mitgefühl und Reinheit von Uns. Und er war fromm. (Sure 19:12, 13 – Maryam)

Die Erhabene Wirklichkeit erlegt uns Hitze auf und Kälte,
Kummer und Schmerzen, Schrecken
und materielle wie körperliche Not-
all das vereint,
damit der Kern unseres
innersten Seins zum Vorschein komme.
(Rumi)

Gläubige lieben nur Allah und die, die an Allah glauben. Aus diesem Grund erweisen denen, die sich gegen Allah auflehnen, keine Liebe. In folgenden Quranversen wird dieses Thema folgendermaßen betont:

• ihr, die ihr glaubt! Nehmt nicht meinen Feind und euren Feind zu Freunden. Ihr zeigt ihnen Zuneigung, obwohl sie an die Wahrheit, die zu euch gekommen ist, nicht glauben. Sie vertreiben den Gesandten und euch, weil ihr an Allah, euren Herrn, glaubt. Obwohl ihr zum Kampf auf Meinem Wege und im Trachten nach Meinem Wohlgefallen auszieht, zeigt ihr ihnen insgeheim Zuneigung. Doch ich weiß sehr wohl, was ihr verbergt und was ihr zeigt. Wer aber von euch sich so verhält, der ist vom rechten Pfad abgeirrt…
• …Ihr habt ein schönes Beispiel an Abraham und den seinigen, als sie zu ihrem Volk sprachen: „Seht, wir haben nichts mit euch und mit dem, was ihr außer Allah anbetet, zu schaffen. Wir wollen nichts von euch wissen. Und zwischen uns und euch herrscht Feindschaft und Hass so lange, bis ihr an Allah alleine glaubt… (Sure 60:1, 2 – al-Mumtahina)
• ihr, die ihr glaubt! Seht weder in euren Vätern noch in euren Brüdern Freunde, solange sie den Unglauben dem Glau-ben vorziehen. Wer von euch sie sich doch zu Freunden nimmt, das sind die Übeltäter. (Sure 9:23 – at-Tauba)
• Du wirst kein Volk finden, das an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und dabei den liebt, der Allah und Seinem Gesandten zuwiderhandelt, und wären es ihre Väter oder ihre Söhne oder ihre Brüder oder ihre Verwandten… (Sure 58:22 – al-Mudschadala)

Wie wir diesen Versen entnehmen können, hängt die Liebe der Gläubigen von keinem Kriterium ab, außer dem, Allah zu lieben. Seine Liebe hängt nicht von Kriterien wie Blutsverwandtschaft oder Reichtum ab, sondern vom Glauben an Allah und von der Moral des Qurans. Ein Gläubiger liebt diejenigen, die einen festen Glauben an Allah haben, die anderen Gläubigen, nicht die, für die Ruhm, Geld und sozialer Status wichtiger als alles andere auf der Welt sind.

Da er seine Liebe von anderen Faktoren außer der Liebe zu Allah gereinigt hat, liebt er am meisten den Menschen, der immer nach dem höchsten Wohlgefallen Allahs sucht und der am Allah Subhana Hu ta ala esfürchtigsten ist. Wer diese Merkmale besitzt, den werden die Gläubigen am meisten lieben. Wenn wir den Quran lesen, sehen wir, dass die Gläubigen am meisten den Propheten (s.a.w.s.) liebten, der Allah am nächsten war und Allah am meisten fürchtete:

• Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selbst… (Sure 33:6 – al-Ahzab)

Da das Verständnis eines Gläubigen für Liebe auf dem Glauben basiert, wird er auch seine Ehe auf dieselbe Basis gründen. An diesem Punkt taucht ein wichtiger Unterschied zwischen Gläubigen und Ungläubigen auf.

Die Ungläubigen gründen ihre Ehe oft auf wechselseitige materielle Vorteile. Besonders die Frau erwartet für die Ehe einen reichen Mann, der sie bequem leben lassen wird. Die meisten Mädchen würden einen Mann, dessen Charakter ihnen nicht gefällt, trotzdem wegen seines Reichtums und seiner Berühmtheit heiraten. Es ist so etwas wie ein Handelsvertrag. Der einzige Unterschied ist, dass dieser Vertrag für ein ganzes Leben gültig ist.

Das ist die Liebe –
zum endlosen Himmel nach oben fliegen,
hundert Schleier auf einmal zerreißen,
beim ersten Atemzug sich dem Leben ergeben,
nach dem letzten Schritt ohne Füße weitergehen,
die Welt als einen Traum betrachten,
und nicht so, wie sie uns erscheint.
(Rumi)

Solche Heiratsbeispiele sind oft zu sehen. Es gibt viele junge Mädchen, die einen reichen Alten oder jemanden, der einen schlechten Charakter hat, heiraten, weil er reich oder berühmt ist.

Der Grund der Ehen von den Ungläubigen ist nicht immer Geld. Es gibt auch viele junge Mädchen, die nur physische Eigenschaften für wichtig halten. Solche Mädchen heiraten Männer, die außer einem guten Aussehen keine andere Eigenschaft haben, weil sie diese Männer als einen „Ritter auf einem weißen Pferd“ ansehen.

All diese physischen Eigenschaften jedoch werden nach einer kurzen Zeit nicht mehr bestehen. Der Mann, den sie heiratet hat, wird nach einer bestimmten Zeit älter werden, seine Kraft und Gesundheit verlieren. Es ist nicht unbedingt nötig, älter zu werden. Es kann ein Unfall passieren, er kann einen Körperschaden bekommen, an einer Lähmung oder tödlichen Krankheit leiden. Was wird unter solchen Bedingungen mit der Ehe geschehen?

Was wird die Frau tun, wenn ihr Gatte, den sie geheiratet hatte, weil er schöne Augen hat, wegen eines Unfalls erblindet? Mit höchster Wahrscheinlichkeit würde sie die unvernünftige Grundlage, auf der vielleicht die wichtigste Entscheidung ihres Lebens beruht hat, in diesem Moment begreifen.

Denke stets daran:
Wenn Du Allah swt willst,
gibt ER Dir,
was Du willst!
Shaykh Muhammad al-Jamal ar-Rifaí

Der Gläubige zielt auf das ewige Paradies im Jenseits ab. Sein Leben ist dazu bestimmt, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen und diese große Rettung und Glückseligkeit zu erwerben. Da sein Gebet, sein Opfer, sein Leben und sein Tod Allah gehören und auf diesen Kriterien basieren, wird er sicherlich seine Liebe und auch seine Ehe auf dieser Grundlage gründen.

Eine Ehe, die geschlossen wird, um Allahs Wohlgefallen zu erwerben, ist sicherlich von einer Ehe, die völlig auf dem Götzendienst beruht, zu unterscheiden. Eine solche Ehe hängt natürlich nicht von Kriterien wie Vermögen, Berühmtheit, äußeres Aussehen etc. ab. Der einzige Zweck in einer solchen Ehe ist, Allahs Wohlgefallen zu erwerben. Ein Gläubiger wird aus diesem Grund für die Ehe jemanden wählen, der sie immer zum höchsten Wohlgefallen Allahs führen wird. Das heißt, er wird einen Menschen heiraten, der die Eigenschaften der Gläubigen am meisten besitzt und der seiner Meinung nach am frömmsten und am Allah Subhana Hu ta ala esfürchtigsten ist.

Aus diesem Grund wünschten zu den Zeiten des Propheten Muhammad (s.a.w.s.) die gläubigen Frauen, die immer nach Allahs Wohlgefallen suchten, den Propheten (s.a.w.s.) zu heiraten. Allah hat in den Versen die anderen, die sich entgegengesetzt entschieden haben, als diejenigen beschrieben, die das diesseitige Leben und seinen Schmuck begehren:

• Prophet! Sprich zu deinen Frauen: „Falls ihr das irdische Leben mit seinen Reizen begehrt, dann kommt; ich will euch ausstatten und dann in Frieden gehenlassen. Wenn ihr aber Allah und Seinen Gesandten und die jenseitige Wohnung begehrt, dann hat Allah für die gutgesinnten unter euch herrlichen Lohn bereitet.“ (Sure 33:28, 29 – al-Ahzab)
Der Mensch denkt an das Jenseits dessen, den er wirklich liebt

Das eigentliche Leben des Menschen ist das Leben im Jenseits, das nach dem Tode beginnt. Die Welt ist nur ein Ort an dem sich der Mensch vorübergehend aufhält und an dem er auf die Probe gestellt wird. Gläubige, die sich dieser Tatsache bewusst sind, zeigen sich gegenseitig ihre Liebe, indem sie sich gegenseitig auf das ewige Leben im Jenseits vorbereiten. Ebenso sehr wie sie das Wohlgefallen und die Barmherzigkeit Allah Subhana Hu ta ala es und das Paradies erreichen möchten, ebenso sehr wünschen sie, dass auch ihre geliebten Glaubensbrüder in den Genuss dieser Wohltaten und Schönheiten kommen. Das Wissen darum, dass der Mensch sonst in Ewigkeit und ohne Rettung den Höllenqualen ausgesetzt ist, führt dazu, dass die Gläubigen Fehler und Mängel, die sie an sich entdecken ohne Verzögerung ausgleichen und sich bemühen, sich gegenseitig zu der Moral zu führen, mit der Allah Subhana Hu ta ala zufrieden ist. Sie ermahnen sich stets gegenseitig zum Schönen und bemühen sich, vor dem Schlechten auf der Hut zu sein. Ihr Eifer und ihre Entschlossenheit sind eines der sichtbaren Anzeichen ihrer gegenseitigen Liebe. Allah Subhana Hu ta ala berichtet im Quran von dem tiefen, auf das Jenseits gerichteten Liebesverständnis der Gläubigen füreinander:
• Und die Gläubigen, Männer und Frauen, sind einer des anderen Freund. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Unrechte und verrichten das Gebet und zahlen die Steuer und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie – wahrlich, Allah erbarmt sich ihrer. Siehe, Allah ist mächtig und weise. (Sure 9:71 – at-Tauba)

Allah ist der Beschützer der Gläubigen. Er führt sie aus tiefer Finsternis zum Licht. Die Ungläubigen aber, ihre Freunde sind bloße Götzen. Diese führen sie aus dem Licht in tiefe Finsternis. Sie sind die Bewohner des Feuers und verweilen ewig darin. (Sure 2:257 – al-Baqara)

Dieser Artikel wird noch durch den Artikel
„Der Sunnah folgen :11 Zeichen der Liebe
zum Siegel der Propheten Muhammad saws “
von Shaykhul Islam Raza Khan al Barelwi ra
im zweiten Teil ergänzt .

Möge Allah Subhana taala wal Haqq al Mubin euer Herz zum Leuchten bringen durch Seine Erleuchtung & Rechtleitung , möge Er Seine Zeichen auf dem Weg derer zeigen , welche Er swt am meisten liebt .
Amin al Fatiha !

auf arabisch , die Beweisführung der Sufis :
http://sunnah.org/arabic/Afaaq.html

The Defense of the Sunnah:
An Analysis of the Theory and Practices Of Tasawwuf (Sufism)
by Shaykh Ibrahim Muhammad Hakim aska-Shaghouri ra :
http://mac.abc.se/home/onesr/d/defs_e.pdf

Beide Artikel sind ein starker Beweis gegen jene Behauptungen der modernistische Bewegung gegen die Sufis :

Das Ahlul Tasawwuf sei nicht mehr auf dem Hohen Weg Weg der Sunnah