Eine Stellungsnahme bzgl. Talmudzitate

As Salamu alaikum wr wb ,
wer sich mit “Hamburger Islamist ” bezeichnet , schon derjernige macht sich verdächtig , dann einige Zitate aus dem Talmud kritisiert , so sind beide Sachverhalte nicht vertrauenswürdig .Trennen wir mal die Kritik an den Talmudzitaten von der Person , so kommen wir zu zwei Kritikpunkten :
1. Kritik an der Seite hansbolte.de , die berechtigt ist ,
denn ich habe mir die Seite nochmals genauer angeschaut & stimme überein mit der Kritik an den Talmudzitaten , dass man genauer hinschauen sollte ,von wem man etwas übernimmt .
2. was die generelle Kritik am Talmud angeht , so bleibt meine Haltung & Meinung die Gleiche

Ich als sunnitischer Muslim besitze einige Talmudausgaben sowie einige Bibelauslegungen , die in ihrer Auslegung sehr drastisch sind , besonders interessant dabei ist der “Babylonischer Talmud” , dass wenn man diese nur zitiert , schon als Nazi bezeichnet wird , denn solche Aussagen befinden sich wahrhaftig dort .

ws

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ibn taimyyyyah & das Ahlul Tasawwuf

Nasiha li-Ikhwanina `Ulama’ Najd:

http://www.sunnah.org/aqida/Sh_Rifai/Default.htm

http://www.sunnah.org/history/The%20Kharijites%20and%20their%20successors.htm

Es gibt mehrere sehr skurille Behauptungen über Ibn Tayymiyyah , die ihn einerseits als Hanbali Gelehrter, Hadith Gelehrten & Awiliyyah ( Freund Allahs ) bezeichnen & andererseits ihn als einzig wahrhaftige Autorität der Salafi Bewegung in Bezug auf die Kritik gegenüber dem Sufitum , wobei selbst der Quran , die Sunnah & die Fiqhbücher der Ahlus Sunnah wa Jamaah & der sunnitischen Rechtsschulen die logische Beweisführung anführt :

Einige Beispiele dazu :

http://www.naqschbandi.de/aqida.htm

“Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Prophet Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Jeder Prophet hat (Allah) ein Bittgebet für seine Umma (Gemeinde) vorgetragen, (das von Allah erfüllt wurde). Ich aber habe mein Bittgebet als Fürsprache für meine Umma am Tage der Auferstehung aufgehoben…” Hadit (Muslim,299)

http://www.naqschbandi.de/Fuersprache_des_Propheten1.pdf

http://www.naqschbandi.de/Salawat.htm

http://www.naqschbandi.de/Der_Umgang_des_Propheten.htm

http://www.naqschbandi.de/tawassul.htm

http://www.naqschbandi.de/artikel_taqlid.htm

http://www.naqschbandi.de/abuhanifa.htm

http://www.naqschbandi.de/imammalik.htm

http://www.naqschbandi.de/imamschafi.htm

http://www.naqschbandi.de/imamahmad.htm

Es gibt verschiedene Versionen Ibn Tayymiyyahs “ “Al Fatawa” übers Tasawwuf ,
die mehrfach zur Fitnah ( Zwietracht ) & Ghibaat ( üble Nachrede ) aufrufen seitens der Ahlul Sufiyya gegenüber Ibn Tayymiyyah , wobei es in einigen Aussagen absolute Übereinstimmung gibt :

Die islamische Einheitslehre Allahs & die Asmaul Husnah ,
die Aqida ( Glaubensgrundlagen im Islam ),
die bedingungslose Befolgung der Schariat ,
das Usul Fiqh ,
die Verteidigung der sunnitischen & klassischen Tradition der Ahlus Sunnah ,

Nun gehen wir einmal folgende Aussagen der Salafiyya Bewegung durch :

a) Wo im Quran & der Sunnah ist das Tasawwuf begründet ?
Antwort : Ibn Tayymiyyah (ra) sagte im Al Fatawa in Bezug auf den Sahih Hadith :
„ Aus Kufa wird die Fitnah sich erheben“ ( As Kutub as Sitta & auch im Buch von Al Maturidi „Al Radd al Imamat“ wird der Hadith zeitgebunden in den Zusammenhang mit Hussain (ra) & Kerbela definiert ) , dass nicht damit das Tasawwuf gemeint sei . Wobei er ,Ibn Tayymiyyah (ra) , das Tasawwuf ort-& zeitgebunden kategorisiert , wobei Uwais Ibn Qarani (ra) als der erste Sufi zur Zeit des Propheten saws lebte & von Allah als „Hauch der Barmherzigkeit „ bezeichnet wurde in einem Sahih Hadith in dem ersten Band des Riyyadus salihin .
Ein weiterer Kritikpunkt an Ibn Tayymiyyahs Ansichten übers Tasawwuf ist folgender :

a1)wenn es im Islam einige musl. –modernististische Bewegungen gibt , die folgendes behaupten , die gesamte islamische Gesetzgebung rein rational in ihrer Gesamtheit erfassen zu können & alles was darüber hinaus geht , mit dem eigentlichen Islam nicht zu tun haben kann , so muss dem energisch & intensiv widersprochen werden , denn folgender Hadith besagt folgendes :

Abu Huraira (ra) berichtete folgendes :
„ Wahrhaftig , vieles , was mir der Prophet saws sagte & was verkündet wurde ,
habe ich überliefert aus den Schätzen der Weisheit , aber einiges davon habe ich verheimlicht , da ihr deswegen den Hals abschlagen würdet „
( Bukhari ,Ilm )

a2)es gibt verschiedene Bewegungen , die behaupten , dass Einzige was wir als Muslime benötigen ist :
Quran & Sunnah , so ist das eine herabwürdigende Relativierung der Ahlus Sunnah Gelehrten , der Tafasirgelehrten & der Schujukh , denn damit sagen sie nichts anderes , was auch die al Kharijiten gegenüber Imam Ali Ibn Talib in der Schlacht von Siffin behaupteteten , denn damit setzen sie sich gleich den inneren Wahrnehmungen der Ashab al Kiram & dem Siegel der Propheten Muhammad saws .

B) Im Quran & Sunnah wird der Begriff „Sufi“ nicht verwendet .

Antwort Ibn Tayymiyyahs ist da sehr eindeutig im „ Al Sufiyya wa al Fuqara“Buch ,abgedruckt in der 11..Ausgabe „AlTasawwuf“seines „Majmu a fatawa ibn Tayymiyyah al kubra“ : „Der Begriff „ Sufi“ war in den ersten drei Generationen der As Salaf us Salihin eher unbekannt , aber in den späteren Generationen war er deutlich bekannter . Mehr als nur ein paar Imame sprachen darüber ( den Bgriff Sufi ) , insbesondere Imam Ahmad Ibn Hanbal (ra) , Imam Abu Hanifah (ra) , Imam Asch Schafii (ra) & Abu Sulaiman ibn Darani (ra) (.Im Muqadimmah von Ibn Khaldun wird Al Hasan al Basri ra & Uwais ibn Qarani ra als die Nachfolgergeneration der Al Sufiyya genannt , welche sich nach Ibn Ajiba –einem Maliki Gelehrten & Anhänger der Schadhiliyya Tariqat –auf den Propheten saws beziehen :D ie Begründer der Wissenschaft des Tasawwuf beziehen auf den Siegel der Propheten saws , der selbst Allahs gedachte , der die Bedeutungen , die Enthüllungen & deren Inspirationen “

c)es gibt keine Awiliyyaullah( Freunde Allahs )& auch keine Wilayatullah ( keine Freundschaft mit Allah ):

Hier greife ich mehrere Quellen zurück wie Quran ,Sunnah & das hanafitische Fiqhbuch Abu Hanifahs (ra) sowie auf das Al Muwatta von Imam Malik ibn Anas (ra) Die ehrenwerte Sura 10:62 widerlegt diese Irrleitung
” Die Freunde Allahs ( Awiliyyullah) ,die keine Furcht kennen ..”, denn auch folgende sahih überlieferte Hadithe aus As Suyutis Jami as Saghir bestätigen dies :D er Prophet saws sagte : ” Es wird immer 40 Männer auf Erden , deren Herzen so beschaffen sind wie das Herz des Freundes ( Ibrahim as ) des Allbarmherzigen jami aas saghir, Sujuti”

Die Quellen der Sunnah dazu :
Überliefert von Dschabir ibn Samura: Ich hörte den Propheten (s.) sagen: “Es wird zwölf Anführer geben.” Danach sagte er einen Satz den ich nicht gehört habe. Mein Vater sagte der Prophet (s.) fügte hinzu ” Alle von ihnen werden von den Quraisch abstammen.” (Im Sahih von Buchari, Kitabul Ahkam)Der Prophet (s.) sagte: ” Die Religion (Islam) wird fortfahren bis zur Stunde (Tag der Auferstehung), mit zwölf Kalifen für Euch, alle von ihnen werden von den Quraisch abstammen.” (Sahih von Muslim, Kitab al-Imaara)Dschabir Ibn Samura (r.) berichtete: Mein Vater und ich traten bei dem Propheten (s.) und ich hörte ihn sagen: Diese Sache (das Kalifentum) wird nicht zu Ende gehen, bis es unter den Kalifen zwölf gibt. Der Prophet sprach weiter aber ich konnte ihn nicht hören. Ich fragte meinen Vater nach dem, was der Prophet gesagt hatte. Er erwiderte: Sie alle werden von Quraisch sein. (Sahih von Muslim, Hadith Nr. 3393 in arabischer Zählung)

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Der große Gelehrte Imam Muhammed bin Idris as-Schafi sagt:
“3 Dinge haben mir in diesem Leben gefallen: der Neigung (Hewa) aus dem Weg gehen, Menschen mit Nachsicht behandeln und dem Weg des Tassawwuf folgen.”
Er sagt ebenfalls:
faqihan wa sufiyyan fa kun laysa wahidan fa inni wa haqqillahi iyyaka ansahu
“(Sei beides) Ein faqih und ein sufi: sei nicht nur einer von beiden,
Wahrlich, bei Allah’s wahrheit, Ich rate es dir aufrichtig!”
Wieder sagte er:
Ich begleitete die Sufis und habe nicht mehr als drei Sachen von ihnen gehört: Ihre Aussage das die Zeit ein Schwert ist; wenn du sie nicht einteilst, teilt sie dich. Ihre Aussage: Wenn du dein Nefs nicht beschäftigst mit der Wahrheit, wird er dich mit der Lüge beschäftigen und ihre Aussage, dass Entzug Immunität ist.
Der Imam Ahmad ibn Hanbal sagt:
“Ich kenne keine besseren Menschen als sie (Sufis).”( beides in den jewiligen Fiqhbüchern sowie Schafis Diwan al Hikmah ,Darul Fikr ,Damaskus )
Gemeinsamer Dhikr

Gemeinschaftliche Handlungen der Anbetung – dazu zählt auch die Erinnerung und Anrufung Allahs (Dhikru’Llah) – sind exzellenter als Anbetung, die einzeln unternommen werden. Die Herzen treffen sich in der Gemeinschaft, und in der Gruppe finden die Menschen gegenseitige Hilfe und Harmonie. Der Schwache kann vom Starken nehmen, diejenigen in der Dunkelheit von denen, die im Licht sind, die Dichten von den Durchlässigen, die Unwissenden von jenen mit Wissen etc.

Anas berichtete, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wenn du an denn Weiden des Gartens vorbeikommst, dann grase auf ihnen.“ Befragt, was die „Weiden des Gartens“ seien, antwortete er „die Kreise des Dhikrs.“ (At-Tirmidhi) Abu Huraira überlieferte folgendes vom Propheten: „Allah, der Allmächtige, hat Engel, die auf den Straßen reisen und dabei die Versammlungen des Dhikr auf Erden suchen. Wenn sie einen Zirkel des Dhikr finden, dann umspannen sie diesen mit ihren Flügeln, die bis in den Himmel reichen. Allah fragt sie: ‘Woher seid ihr gekommen?’ Sie antworten: ‘Wir kommen von Deinen Sklaven, die Dich verherrlichen, Dich preisen, Deine Einheit verkünden, Dich bitten Zuflucht bei Dir suchen.’ Er fragt – und er weiß es besser als sie: ‘Um was bitten sie Mich?’ Die Engel antworten: ‘Sie bitten Dich um den Garten.’ Er sagt: ‘Haben sie ihn gesehen?’ Sie entgegnen: ‘Nein, unser Herr.’ Er erwidert ihnen: ‘Wie wäre es, wenn sie ihn sehen würden?’ Dann fragt Er – und weiß es besser als sie: ‘Vor was suchen sie Zuflucht?’ ‘Vor dem Feuer’, antworten die Engel. Er fragt sie: ‘Haben sie es gesehen?’ Sie entgegnen ‘Nein’. Dann entgegnet Er: ‘Wie wäre es, wenn sie es sehen würden?’ Dann sagt Er: ‘Ich bezeuge euch gegenüber, dass Ich ihnen vergeben habe. Ich habe ihnen gegeben, um was sie Mich baten, und Ich gewähre ihnen die Zuflucht, um die sie Mich gebeten haben.’ Sie sagen: ‘Unser Herr, unter ihnen ist ein Übeltäter, der mit ihnen sitzt aber nicht von ihnen ist.’ Er sagt: ‘Ich habe ihm auch vergeben. Derjenige, der mit diesen Leuten sitzt, wird nicht elend sein.’“ (Überliefert von Muslim, At-Tirmidhi, Al-Hakim)

Abu Huraira berichtete von Abu Sa’id Al-Khudri, dass dieser den Propheten sagen hörte: „Es gibt niemanden, der sich an Allah erinnert, ohne dass die Engel sie umgeben, dass Barmherzigkeit sie einhüllt, dass Ruhe auf sie herabsteigt und Allah sie gegenüber jenen erwähnt, die mit Ihm sind.“ (Muslim, At-Tirmidhi)

Mu’awija berichtete, dass der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, zu einem Zirkel seiner Gefährten kam und sie fragte: „Was hat euch hier sitzen lassen?“ Sie entgegneten: „Wir haben uns hingesetzt, um uns an Allah zu erinnern und Ihn zu preisen.“ Er erwiderte: „Dschibril kam zu mir und berichtete mir, dass die Engel stolz auf euch sind.“ (Muslim, At-Tirmidhi)

Der Gelehrte Ibn ‘Allan, Kommentator des Buches „Al-Adhkar“, interpretierte das Hadith: „Wenn du an denn Weiden des Gartens vorbeikommst, dann grase auf ihnen.“ Es bedeutet seiner Ansicht nach: „Wenn ihr an einer Gruppe vorbeigeht, die sich an Allah erinnert, macht den Dhikr, den sie tun, oder hört ihrer Anrufung zu.“

In seiner Haschija schrieb Ibn ‘Abidin über Dhikru’llah in der Gruppe: „Imam Al-Ghazali verglich den Dhikr alleine und den Dhikr einer Gruppe mit dem ‘Adhan eines einzigen und dem ‘Adhan einer Gruppe. Er sagte: ‘Da die Stimmen einer Gruppe von Mu’adhdhins weiter reichen als die Stimme eines einzigen Mu’adhdhins, so hat der Dhikr einer Gruppe einen größeren Einfluss auf das Herz bei der Hebung der undurchsichtigen Schleier [vor der Wirklichkeit] als der Dhikr einer einzigen Person.“ At-Tahtawi sagt in seiner Haschija: „Imam Schar’awi sagt, dass die Gelehrten, sowohl die frühen als auch die neueren, darin übereinstimmen, dass es empfehlenswert ist, sich an Allah gemeinschaftlich in der Moschee oder anderswo zu erinnern. Und zwar solange, wie ihr Dhikr nicht jemand stört, der schläft, betet oder den Qur’an rezitiert, wie es in den Rechtsbüchern bestätigt wird.“ (Von Schaikh Sidi ‘Abdulqadir ‘Isa)

Quelle: Haqa’iq At-Tasawwuf

Abu Jazid Al-Bistami wurde gefragt, den Sufi zu beschreiben, und er sagte: „Er ist derjenige, der das Buch Allahs in seine rechte Hand und die Sunna in seine linke Hand nimmt, mit einem Auge auf den Garten und mit dem anderen auf das Feuer blickt, sich mit dem Gürtel dieser Welt gurtet und mit dem Mantel der nächsten Welt kleidet, und zwischen all dem zu seinem Meister sagt: „Zu Deinen Diensten, O Allah, zu Deinen Diensten.“

Ibn Tayymiyyah (ra) , den so gerne Salafis zitieren , sagte über die Schujukh al Salaf im Buch ” Majmu a al Fatawa al kubra “:

” Die meist erwähnenswertesten der größten Schujukh al Salaf sind Abu Adurrahman as Sulami (ra) , Autor des ” Tabaqat al Sufiyya ” ,AbdulQasim al Quschairi (ra) , AbdulQadir Al Geylani (ra) ,Al Fudail ibn Iyad (ra) , Al Junaid ibn Muhammad (ra) , Sahl ibn Abdullah al Tustari (ra) , Amr ibn Uthman al Makki (ra) , Abu Abdullah ibn Khafif al Schirazi (ra) , usw.,
so sind diese Anhänger der Aqida der Ahlus Sunnah & der Schule der Hadithwissenschaft der Sunnah , ihre sprache basiert auf Quran & sunnah & ihre verfassten Bücher sind innerhalb der Schariat ”

Im Buch ” Ar Risala al Ibadat al Scha´riayya wal farq wa baynaha bayna al bida ýya ” stellt Ahmad TaqudDin Ibn Tayymiyyah (ra) , der sunnitische ehrenwerte Hanbali Gelehrte, unmisserständlich fest & klar ,
dass die die Ahlul Sufiyyat ( also die Anhänger des sunnitischen Tasawwuf -Sufitum ) in ihrer Gesamtheit mit Ausschluss der Muschrikun & Kafirun , die er im al Fatawa genauestens beschreibt ), dass diese in den Methoden der Verehrung Allahs & Seinem Gesandten auf dem Weg des Tasawwuf ( also die Schujukh , die Zirkel des Dhikrs ,Murids , die Asketen ,Aschikun , der Tariqats , usw.) auf dem Fundament der Schariat stehen ”

Abû Huraira ® berichtete:
>> Der Gesandte Allâhs (s) sagte:
“Wer Menschen zum rechten Weg anspornt, dem wird gleicher Lohn zuteil
sein wie der Lohn derer, die ihm Folge leisteten, ohne jedoch ihren Lohn
zu verringern.
Und wer Menschen zum Irrweg anspornt, dem wird in gleichem Masse Sünde
zuteil sein, wie das Mass der Sünden derer, die ihm Folge leisteten,
ohne jedoch ihre Sünden zu verringern.” <<

(Muslim)

einige weitere Zitate Ibn Tayymiyyahs (ra) geben , welche er als Bayat bezeugt hat im Al Fatawa gegenüber Sayyid Hz. Abdul Qadir Geylani (ra) :
" Ya Shaykhuna Ya AbdulQadir " & auch der Satz " Ya Sayyidi Abu Hasan " ( AbdulQadir ra , denn er entstammt der Nachkommenschaft des Ahlul Bait Rasul Allahs ) .Ausserdem schrieb Ibn Tayymiyyah mehr als 345 wohlwollende & zum Teil sehr kritische Kommentare zu "Al Futuh al Ghayb " & Ibn Arabis " Fusus al Hikam " , welche aber als gerechtfertigt angesehen werden , denn sie tragen zum besseren Verständnis der Texte & zum Islam bei. Auch sagte ibn Tayymiyyah (ra) wiederum in " Majmu a al fatawa al kubra " im Vorwort dazu :
" der beste Weg des Tasawwuf ist der Qadiriyya Tariqa , denn sie kennt weder das Extreme noch das zu Exstatische , sie beinhaltet die Scharia , das Studium des Fiqh & die Verehrung Allahs sowie Seinem Gesandten gegenüber , nichts ist an diesem Weg abzulehnen "(Kommentar zu al Futuh al Ghayb )

`Ubada Ibn As-Samit, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:
Der Prophet Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Wer die Begegnung mit Allah liebt, mit dem liebt Allah auch die Begegnung. Und wer die Begegnung mit Allah verabscheut, mit dem verabscheut Allah auch die Begegnung.“
[Sahih Muslim Nr. 4844 (im arabischen)]

Al Fana :

Dieser Begriff al Fana führt in voller Härte zu beleidigenden Streitigkeiten zwischen Salaafiyya & Sufiyya , so lassen wir einmal doch den ehrenwerten Hanbali Faqih Ahamd Taqud Din Ibn Tayymiyyah (ra) zur Wort kommen & was er dazu sagte im " Majmu a al fatawa al kubra ":

" ….diese Station der Gottesliebe , den einige Schujukh al Salaf erreicht haben , charaktiziert diese als " Ahlul Ishq " ( Leute der exstatischen Gottesliebe, Anm. d. Ü. ) , welche sich in dem Objekt ihrer brennenden Sehnsucht & Liebe versinkt -also Allah -durch die Intensität seiner Liebe zu Ihm , so wird er in dieser Hoffnung Allah voller Ehrfurcht anrufen , sich an Ihn erinnern ( in jeder Lage) , & sich selbst völlig vergessen (d.h. :in dieser erwartungsvollen Hingabe & Selbstaufgabe vergisst er in dieser Exstase im Glaubensbekenntnis alles um sich herum , Anm. d. Ü) , vom Zustand dieser Liebe aus erreicht die Station der völligen Geistesabwesenheit & aus diesem Zustand heraus nimmt Allah das Zeugnis von ihm ab , nicht derjenige legt somit Zeugnis von sich aus ab , denn er , der Sufi , existiert nur durch die Erlaubnis Allahs & er existiert nicht aus sich selbst heraus .
Sowie er diese Station erreicht hat , so spürt er seine eigene Existenz nicht mehr , obwohl er existiert , so spürt er nur noch die Nähe Allahs
( welche soviele Eindrücke der Schönheiten der Herrlichkeit in sein Herz gelangen , die sich in Paradoxonen , Oxymoronen & Metaphern nur schwer wiedergeben lassen , Anm. d. Ü. ) .Daher wird er in diesem Zustand sagen :
"Ana al haqq " ( Hallaj ) oder " Subhani " ( Al Bistami ) .

Seine Fatwa dazu , welche von vielen Ahlus Sunnah Gelehrten als sahih angesehen & wurde von Ibn Abidin ( ra) in seiner Fatwa über Scharia & tasawwuf als Rechtfertigung benutzt :
Ich kann selbst in der schwersten Abwägung nach der Scharia dies weder als Sünde noch als Unglaube bezeichnen , denn er ist durch diesen Zustand entschuldigt.Denn er ist betrunken von diesem Zustand , der jenseits von Khamr ( verbotenes -berauschendes ) ist, so ist er weder zu bestrafen noch als Kafir zu betrachten , denn dieser Seelenzustand ist eine wahrhaftige Quelle der Sakina ( innerer Zufriedenheit ) & Freude ,aber der umgekehrte Fall ist der :
"Zwei Männer befanden sich an einem See , einer von ihnen fiel hinein & der andere warf sich hinterher , so fragte der andere :
" Was liess dich mit folgen ? " , der andere antwortete :
" Ich dachte , ich wäre Du & Du ich , daher folgte ich Dir ", so ist derjenige , der sich selbstverantwortlich in den Tod reißt unenschuldbar ,denn seine Absicht folgte nicht dem Prinzip der Hilfsbereitschaft , sondern der Verirrung & Irrleitung .

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:
Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Allah, der Erhabene und Segensreiche, hat Engel, die keine andere Aufgabe haben außer auf den Straßen umherzugehen, um denjenigen nachzuspüren, die sich versammeln, um sich Allahs zu gedenken. Wenn sie aber eine Versammlung finden, wo sich Leute Allahs gedenken, sitzen sie mit ihnen. Die Engel umschirmen sie mit ihren Flügeln in der Weise, dass sie unmittelbar mit dem ersten Himmel verbunden werden. Wenn sie sich zerstreuen, steigen die Engel in den Himmel auf. Hier dann fragt sie Allah, Der Allmächtige und Erhabene – und Er ist wohl wissender als sie -: „Woher seid ihr gekommen?“ Sie erwidern: „Wir kamen von Deinen Dienern auf der Erde, die Dich preisen, indem sie sagen: „Subhana Allah“ (gepriesen sei Allah), Deine Größe rühmen, indem sie sagen: „Allahu Akbar“ (Allah ist Der größte), die Formel laa Ilaaha Illa Allah (kein Gott ist da außer Allah bzw. Es gibt nichts Anbetungswürdigeres außer Allah) sprechen, Dich loben, indem sie sagen: „Al-hamdu lillah“ (Alles Lob gebührt Allah) und Dich bitten.“ Er sagt: „Worum bitten sie Mich?“ Sie sagen: „Sie bitten Dich um Dein Paradies.“ Er sagt: „Haben sie Mein Paradies gesehen?“ Sie sagen: „Nein! unser Herr.“ Er sagt: „Und wie denn, wenn sie es gesehen hätten?“ Sie sagen weiter: „Und sie suchen Zuflucht bei Dir.“ Er sagt: „Und wovor suchen sie Zuflucht bei Mir?“ Sie sagen: „Vor Deinem Höllenfeuer, unser Herr!“ Er sagt: „Haben sie Mein Höllenfeuer gesehen?“ Sie sagen: „Nein!“ Er sagt: „Und wie denn, wenn sie es gesehen hätten?“ Sie sagen: „Und sie bitten Dich um die Vergebung ihrer Sünden.“ Er sagt: „Ich habe ihre Sünden vergeben, ich habe ihnen alles gegeben, worum sie bitten, und ich habe ihnen Zuflucht bei Mir davor gegeben, wovor sie Zuflucht bei Mir gesucht haben.“ Sie sagen: „O Allah, unter ihnen befindet sich Soundso, und er ist ein sündiger Diener. Es geschah aber, dass er an ihnen vorbeiging und mit ihnen saß.“ Er sagte: „Ihm habe Ich auch vergeben. Sie sind diejenigen, mit denen er gesessen hat; und derjenige, der mit ihnen sitzt, soll nicht unglücklich sein.““
[Sahih Muslim Nr. 4854 (im arabischen)]

Mehr Links zum Tasawwuf :

http://ansary.de/Islam/WeisSpruche.html

http://sufiportal.de/text.php?id=85&s=read

http://sufiportal.de/text.php?id=94&s=read

http://sufiportal.de/text.php?id=93&s=read

Links & Bücher über das Schariat , Fiqh & Tasawwuf (englisch & deutsch ):
1. english :

http://www.islamicbookstore.com/b8391.html

http://kitaabun.com/shopping3/product_info…b942b886459be61

http://kitaabun.com/shopping3/index.php?manufacturers_id=30

http://kitaabun.com/shopping3/product_info…products_id=197

2. deutsch :

http://www.inid.de/Wissenswertes/lehre_des_islam/view

http://www.inid.de/Wissenswertes/Rechtsquellen/

http://www.kitapshop.de/store/de/product_i…roducts_id=1441

http://www.kitapshop.de/store/de/product_i…roducts_id=1616

http://www.kitapshop.de/store/de/product_i…c84db72c1893f07

Einige sunnitisch-klassische islamische Seiten :
www.islamische-zeitung.de
www.islam-verstehen.de
www.al-sakina.de

http://www.sunnah.org/articles/Wahhabiarticleedit.htm

ws

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Die Schönsten Namen Allahs

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Die 99 Eigenschaften (Namen) Allahs
al-Asma, al-husna

Und auf der Erde gibt es für diejenigen, die überzeugt sind, Zeichen (von Allah),
und in euch selber. Wollt ihr denn nicht sehen?

(Sure 51 Vers 20-21)

Allah ist absolut transzendent; nichts ist IHM auch nur ähnlich. Jedem Menschen hat Allah die Fähigkeit mitgegeben IHN zu erkennen, wenn er wirklich aufrichtig nach IHM sucht. Jeder denkende Menschen findet in der Natur und in sich selbst viele Zeichen, welche die Existenz Gottes beweisen.

Dieses Jahrtausend ist ein Zeitalter der Umbrüche. Jahrtausendealte Kulturen werden zerschlagen, wissen ist heute an jeden Ort verfügbar. Auch die großen Religionen der Menschheit sind von diesem Schicksal nicht verschont geblieben. In der Mitte der globalen Umbrüche ist der ortlose Mensch, herausgeschleudert aus der geistigen Beheimatungen, hilflos der Flut an Informationen ausgeliefert. Und immer noch hat der Mensch die gleichen Fragen: Gibt es Gott? Wozu sind wir auf Erden? Die großen Religionen sind auf dem Prüfstand und es wird ihnen das Geschick des Verlgeiches nicht erspart bleiben. Eine jede Religion wird nach dem Beweis und der Kraft gefragt.

Wer sich unvoreingenommen mit dem Qur'an auseinadersetzt, kann einen anderen Islam entdecken, welcher er sonst nur über die Medien wahr nimmt. Die Muslime beten den lebendigen, den barmherzigen, den alleinigen Gott an. Sie bemühen sich mit der ganzen Kraft ihrer Seele, die verborgenen Schätze des Islams durch Unterwerfung, nahezukommen.

Dessen Herzen verhärtet sind, können mit den Attribute, da sie eine Eigenschaft ausdrücken, auch deren Gegenteil (negative Attribute) interpretieren. Es liegt an den Suchenden selber, ob er sich der Allmacht Allahs hingibt, oder ob er sich abwendet. Und Allah ist auf nichts angewiesen.

Das Geheimnis der Namen Allahs

Im Qur'an heißt es: …"und Gott stehen die schönsten Namen zu. Ruft IHN damit an und lasst diejenigen, die hinsichtlich SEINER Namen ein abwegige Haltung einnehmen!" Der Prophet Muhammed (sallallahu alaihiveselam) sagte: …"es gibt neunundneuzig Namen, die nur Allah gehören. Derjenige, der sie erlernt, der sie versteht und aufzählen kann, wird eintreten ins Paradies und das ewige Heil erlagen."

Die schönen Namen Allahs sind der Beweis für die Existenz Allahs. Erlernt, begreift und rezitiert die schönsten Gottesnamen. Sucht die Spuren der Attribute Allahs in den Himmeln, auf Erden und im Schönen, das in euch selbst liegt. So werdet ihr, je nach dem Grad eurer Aufrichtigkeit, Seelentrost finden. Mit Allahs Hilfe wird der Zweifler Gewißheit erlangen, der Unwissende Kenntnis und der Leugner Bekennermut. Der Geizige wird großmütig, Tyrannen werden das Haupt beugen, die Glut im Herzen der Mißgünstigen wird erlöschen.

Millionen von Muslimen bestätigen, dass die Mediation dieser göttlichen Wesenattribute Ruhe für die Seele und Bereicherung für das Herz und den Verstand bringt. Allah ist für die Muslime "undefinierbar", aber durch die Eigenschaften Allahs, die IHM zugeschrieben werden, refelxiert sich Allah den meditierenden Menschen. Somit erkennt der Mensch Allah obwohl ER über diese Eigenschaften steht. Es sind nur Namen, aber von großer Bedeutung für denjenigen, der seinen Schöpfer erkennen will. Jeder einzelne kann zur Erkenntnis Allahs gelangen, doch darf man nicht vergessen, der einzelne menschliche Verstand bestimmt den Maßstab der Gotteserkenntnis.

Die Attribute Allahs sind den Menschen, und nur ihm, hilfreich auf den Weg zur Wahrheit. Sie helfen den Strebenden zur Annäherung an Allah und zum anderen verbessert es seinen Seelenzustand. Die Meditation der Namen Allahs und dessen Gedenken "Dhikr" ist der Weg der Verwirklichung der eigenen Person hin zum vollkommenden Menschen (al-insan). Mit dem Glaubensdogma "La illahe illa llah" (Es gibt kein Gott außer Allah) begibt sich der Muslim in Tiefen, die man nur durch den "Dhikr" erleben kann. Wer das Geheimnis über Allahs Namen nachvollziehen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als sich der Miditation hinzugeben.

Allah Allah ist der Eigenname für "Gott". Allah steht nicht für einen Gott der Muslime sondern der Gott der ganzen Schöpfung. In den islamischen Ländern nennen auch die Christen Allah als ihren Gott.
Namesgebung: "Abdullah" (Knecht Allahs)
Der Träger dieses Namens erinnert an die Einheit und Einzigkeit Allahs.

ar-Rahman mitleidig, gütig, milde, barmherzig.
Namensgebung: Rahman (Barmherzige)

ar-Rahim der Gnädig
Namensgebung: Rahim (Gnädig)

al-Malik der König, der Herscher. Nur Allah alleine kommt der Titel des Herrschers zu. Der Name steht für Macht die nur Allah hat. ER ist der Herrscher und Eigentümer des Menschen.
Namensgebung: Malik (König)

al-Quddus der Heilige, der Geheiiligte, der Reine
Dieser Name sagt eindrucksvoll aus, dass Allah frei ist von jeder Unvollkommenheit.
Namensgebung: Quddus (Heilige)

as-Salam der Friede, das Heil
Allah ist derjenige, der Friede und Heil gibt. Friede ist ein Zustand, den man erst im künftigen Leben ganz erlangen wird.
Namensgebung: Selam (Friede)

al-Mu'min der den Glauben hat, der der Inhaber des Glaubens ist, der Sicherheit gibt, der Beschütz.
Glaube ist ein angeborener Drang, das Streben des Menschen zu seinem Schöpfer. Glaube ist das größte Geschek, das der Mensch von Allah erhalten kann. Der erste Grad ist das Bekenntnis, wer dann das Gebet verrichtet und Qur'an liest, zeigt seinen Mitmenschen, dass er an Allah glaubt und ein Muslim ist.
Namensgebung: Mumin (Glauben)

al-Muhaymin der Wachsame
Allah ist der allgegenwärtige Zeuge, dessen Wissen über allem wacht.
Namensgebung: Muhayin (Wachsame)

al-Aziz der Kostbare
Allah ist der Seltene, der überaus Kostbare, der absolut Einzige.
Namensgebung: Aziz (Kostbar)

al-Dschabbar der Gewaltige, der Unzugängliche, der überaus Starke.
Allah ist derjenige, der das Zerschlagene verbinden kann, die Wiederherstellung der Ordnung.
Namensgebun:. Dschabbar (Gewaltige)

al-Mutakabbir der Stolze, der Seiner eigenen Größe.
Namensgebung: Mutakabbir (Stolze)

al-Khaliq der Schöpfer
Das Universum, das nicht zufällig, sondern nur mit einem nur dem Schöpfer bekannten Ziel entstanden ist. Alles bedarf einen Schöpfer.
Namensgebung: Khaliq (Schöpfer)

al-Bari der Erschaffer, der Urzeuger
In Sure 55 Vers 26 steht: "alle, die auf Erden sind, werden vergehen, nur Allahs Angesicht bleibt bestehen". Wir sind eine geschaffene, vergängliche Forum und die Ruh (Seele) gehört "ausschließlich" Allah.
Namensgebung: Bari (Erschaffer)

al-Musavvir der Gestalter, der Formgeber
Allah ist der Gestalter, ohne von einem Vorbild auszugehen, und dass ER nicht zwei Dinge ganz gleich formt. Jeder Mensch ist eine individuelle Schöpfung, wohingegen alles, was der Mensch schafft, von seinem Werkzeug und der vorher erdachten Technik abhängt.
Namensgebung: Musavvir (Gestalter)

al-Ghahffar der Verzeihende
Aus den verschiedenen Formen des Verbs "gahara" (verzeihen) leiten sich verschiedene Gottesnamen ab, die im Zusammenhang mit der göttlichen Eigenschaft des Verzeihens stehen. "Al-Ghafur – der Nachsichtige, al-Ghaffar – der nicht aufhört zu verzeihen. Allah tilgt die Sünden der Menschen und das kann nur ER, denn nur ER kennt die Umstände und Mechanismen, die zu einer Verirrung und somit zur Sünde führten.
Namensgebung:. Ghaffar (Verzeihende)

al-Qahhar der Bezwinger, der Allgewaltige, der Unbesiegbare
Allah der der Absolute Herrscher über alles ist, kann selbst niemals von etwas beherrscht werden. Der Mensch aber, der selbst herrscht und beherrscht wird, erkennt das es eine überragende Dimension gibt, die ihn übertrifft.
Namensgebung: Qahhar (Bezwinger)

al-Wahhab der Schenkende, der Spender aller Gnaden.
Allha ist derjenige, der fortwährend und unentgeltlich schenkt.
Namensgebung: Wahhab (Schenkende)

ar-Razzak der Bescherer, der den Unterhalt beschert.
Allah gibt jeden seinen "Rizq". Das es jedoch Menschen auf Erden gibt die Hungern müssen, liegt im System der Menschen. Die Nahrungsmittel auf der Welt reichten für alle aus, hätten sich ihrer nicht einige Nationen über ihren Bedarf bemächtigt und ließen andere Völker bewusst verhungern.
Namensgebung: Razzak (der Bescherer)

al-Fattah der Trennende, derjenige, der öffnet, aufschließt und löst.
Allah bietet den Menschen die Loslösung an durch den Weg des Friedens.
Namensgebung: Fattah (Trennende)

al-Alim der Allwissende, der über alles Bescheid weiß.
Nur Allah ist der Kenner, der Wissende. Wir sind von IHN abhängig. Das Wissen, welches wir Menschen haben, geht auf Allah Allwissensheit zurück.
Namengebung: Alim (Allwiesender)

al-Qabid der Abmessende, der zurückhält
Allah, ER gibt und ER nimmt. Das bezieht auch auf das Strafen oder das Verzeihen. Allah ist auch Der, Der ein Übermaß an Lebensunterhalt gewährt.
Namensgebung: Qabid (Abmessende)

al-Basit der reichlich Zuteilende, der weit macht
Allah gibt SEINEN Geschöpfen soviel, dass sie reichlich auskommen damit. ER lässt, was ER will, in einem Maße herabkommen.
Namensgebung: Basit (Zuteilende)

al-Chafid der Erniedringende
Die Geschichte hat uns gezeigt, dass jede Herrschaft und Macht auf Erden entsteht, wächst und schließlich untergeht. Das Unvermögen der Mächtigen, zum Wohle der Menschen Maß zu halten, und stattdessen ihre Befügnisse systematisch zu übertreten, führt unweigerlich zum Sturz aller menschlichen Regierunssysteme. Die Menschheit könnte in größerer Harmonie leben, wenn die Regierenden, die ja aus sich selbst heraus keine Gewalt oder Herrschaft haben, sondern Allah und Seine vertreten, dies immer aufrichtig und ohne Frömmigkeit vor Augen hätten. Daher wird Allah – wenn die Zeit – kommt die Mächtigen in die Knie zwingen.
Namensgebung: Chafid (Erniedriger)

al-Rafi der Auszeichnende, derjenige, der zu Würde und Macht aufsteigen lässt.
Alle Macht auf Erden ist vergänglich, nur die von Allah verliehene wirkt über den Tod hinaus. Die Erhöhung eines Menschen erfolgt nach den inneren Werten eines Menschen.
Namensgebung: Rafi (Würde und Macht)

al-Muizz der Ehrende, der die Herrschaft gibt.
Sure 3 Vers 26: …sag: Rab, der DU über die Herrschaft verfügst! Du gibtst die Herrschaft wem DU magst, und Du nimmst die Herrschaft wem Du magst.
Namensgebung: Muizz (Ehrend)

al-Mudhill der Demütigende
"Allah schämt sich nicht, irgendein Gleichnis zu prägen, sei es auch nur mit einer Mücke. Der Demütigende bezieht sich auf jene Menschen, die die Mächtigen in Politik und Wirtschaft achten und ehren, die sich vor ihnen erniedrigen, um doch nur von ihnen geknechtet und gedemütigt zu werden. Sie sollten sich stattdessen vor Allah demütigen.
Namensgebung: Mudhill (Demütigende)

al-Sami der Hörende, der alles hört, der zuhört.
Allah hört, aber nicht vergleichbar dem Hören der Menschen. Das Hören Allahs übersteigt unser verstandesmäßige menschliche Begreifen, denn Allah ist jenseits aller vermenschlichen Vergleiche.
Namensgebung: Sami (Hörende)

al-Basir der Sehende, der alles sieht.
Unser menschliches dasein besteht aus unseren Gedanken. In das innere der Wahrnehmungen können unsere Sehorgane nicht hineinblicken. Daher ist das Sehen von Allah mit den menschlichen Sehen nicht vergleichbar. Allah sieht in unsere Innerstes.
Namensgebung: Basir (Sehende)

al-Hakam der Richter, der Schiedsrichter, der seine Souveränität ausübt.
Ein Richter sollte über Weisheit als auch über Vorsehung verfügugen. Diese Eigenschaften können wir Menschen nicht haben, weil wir nur den äußeren Tatbestand wahrnehmen können. Allah blickt aber in die Herzen der Menschen.
Namensgebung: Hakam (Richter)

al-adl der gerecht und billig ist.
Adlu besagt die absolute unanfechtbare Entscheidung des Richters. Wenn Allah SEINE Entscheidung getroffen hat, gibt es nichts mehr zu sagen. ER ist die Gerechtigkeit.
Namensgebung: Adl (Gerccht)

al-Latif der Freundliche, der Zartfühlende, der Huldvolle,
Der Name zeigt, dass Allah SEINE Geschöpfe freundliche Huld schenkt um ihnen beizustehen.
Namensgebung: Latif (Freundliche)

al-Chabir der Scharfsinnige, der Wohunterrichtete,
Allah ist der Kenner der tiefsten Geheimnisse aller Seiner Geschöpfe. ER durchdringt alles und gelangt bis in die entferntesten Winkel des Universums, dessen kleinste Einzelheiten ER vollkomen kennt.
Namensgebung: Chabir (Scharfsinnige)

al-Halim der Milde, der Langmütige,
Würde Allah den Sünder nicht die Zeit geben zur Reue, hätte der Sünder nicht die Zeit zur Einsicht. Doch Allah gewährt jeden Menschen Zeit.
Namensgebung: Halim (Mide)

al-Adhim der Erhabene, der Glänzende, der Unmeßbare,
Viele Menschen verfolgen ein Ideal irdischer Größe. Und dennoch sind die Größen, wie das Mongolenreich oder der Ruhm von Alexander des Großen nichts im Vergleich zum überwältigenden Sonnenuntergang. Viele Menschen können große Taten verbringen, aber Allah ist es, der Leben schenkt.
Namensgebung: Adhim (Erhabene)

al-Ghafur der Nachsichtige, der Nachsichtübende,
Allah der Gütige, der immer wiederkehrende Süden verzeiht. Allah gibt den Menschen SEINE Bereitschaft zum vergeben der Sünden, wenn der Sünder nur Reue zeigt.
Namensgebung: Ghafur (Nachsichtige)

al-Schakur der Dankbare, der Vergelter,
Dieser Name kommt von "schukr" und ist sinnbildlich aufzufassen. Auf Allah bezogen kann man sagen, ER ist derjenige, der für weniges großen Lohn gibt. Da Allah uns mit Vergeltung begegnet, sollen auch wir Menschen Allah und den anderen Geschöpfen "Dankbarkeit" entgegen bringen.
Namensgebung: Schakur (Dankbare)

al-Aliyy der Höchste, der Oberste,
Allah ist der Höchste. ER steht absolut über allem, was sich Menschen an Hohem, Großartigem, Unermeßlichen vorstellen können. Von IHM hängt alles ab.
Namensgebung: Aliyy (Höchste)

al-Kabir der Große,
Allah ist nicht nur unübertreffbar, sondern auch unvergleichbar, wie implizit jeder Begriff, den Mensch auf Allah anwendet. Die ganze Schöpfung ist ein Beweis für die unermeßliche Größe Allahs. Daher sollen wir nicht vergessen, dass unsere Bemühungen um die Gunst der Großen auf dieser Welt, letztlich nichts anderes ist als eine Erniedrigung vor einem einfachen Knecht des Allerhöchsten.
Namensgebung: Kabir (Große)

al-Hafidh der Hüter, der Bewahrer
Es gibt keinen Augenblick wo das Universum unbeobachtete wäre. Allah umfasst alle Geschöpfe in ihrer Form und ihrer Substanz.
Namensgebung: Hafidh (Hüter)

al-Muqit der Erhalter, der Bestimmer,
Allah ist der Ernährer aller SEINER Geschöpfe. ER bestimmt den Unterhalt eines jeden, sei er gläubig oder ungläubig.
Namensgebung: Muqit (Erhalter)

al-Hasib der Genügende, dem es an nichts mangeln lässt,
Allah hat für Seine Geschöpfe alles erschaffen, was für sie notwendig ist. Einem jeden noch so geringen Teil hat Allah in der Schöpfung berücksichtigt.
Namensgebung: Hasibu (Genügende)

al-Schalil der Majestätische, der Anbetungswürdige,
Allah ist die Schönheit in Sich. Allahs Majestät ergibt sich aus der Vollkommenheit SEienr Eigenschaften, die durch Seinen Namen versinnbildlicht wirde.
Namensgebung: Dschalil (Majestät)

al-Karim der Vortreffliche, der höchst Edelmütige
Von Allah geht alles Elde aus. Allah ist in Seiner grenzenlosse Güte und gewährt den Menschen aufschub um Reue zeigen zu können. Im Bezug zum Qur'an verwendet man die Eigenschaft Kerim, "Qur'an Kerim"
Namensgebung: Karim (Vortreffliche)

al-Raqib der Wacht, der Aufpasser, der Beobachtet,
Allahs allwissender Schutz umfasst die aufmerksame Wachsamkeit und gleichzietig das vollkommene Wissen um jede Handlung mit all ihren Rückwirkungen und Folgen.
Namensgebung: Raqib (Wächter)

al-Mudschib der Erhörer,
Sure 2 Vers 186 …und wenn dich Meine Diener nach mir fragen, so bin ICH nahe und erhöre, wenn einer zu MIR betet, sein Gebet. Sie sollen nun auf micht hören und an mich glauben. Vielleicht werden sie den rechten Weg einschlagen.
Namensgebung: Mudschib (Erhörer)

al-Wasi der Allunfassende, der Allgegenwärtige,
Sure 2 Vers 255 …Allah, Es gibt keinen Gott außer IHM. (ER ist) der Lebendige und Beständige. IHM überkommt weder Ermüdung noch Schlaf…
Namensgebung: Wasi (Allumfassende)

al-Hakim der Weise, der Kluge,
Allah ist voller Weisheit und hat umfassende Kenntins aller Dinge und Handlungen.
Namensgebung: Hakim (Weise)

al-Wadud der Liebreiche, der Zärtliche, der Vielgeliebte,
Allah ist derjenige der Seine Geschöpfe liebt. ER hat die Gesetze so angelegt, dass diese möglichst viel Gutes und am Ende der Tage das Gute an sich erlangen mögen.
Namensgebung: Wadud (Liebreiche)

al-Madschid der Preswüridge
Alles Erschaffene preist SEINE Herrlichkeit, den der Lobpreis gebürht IHM alleine. Und doch kann nichts Allah berühren, weder Blicke, nocht Geanken.
Namensgebung: Madschid (Preiswürdige)

al-Ba'ith der Erwecker
Die Auferstehung nach dem Tod gehört zu den sieben Glaubenssätzuen der Muslime. Sure 20 Vers 55 …aus ihr haben Wir euch geschaffen, in sie bringen Wir euch zurück und aus ihr bringen Wir euch ein anderes Mal hervor…
Namensgebung: Baith (Erwecker)

al-Schahid der Zeuge, der Bezeugt,
Allah ist der Gegenwärtige, der immer Erscheinende. Allah ist daher derjenige, der einen absoluten Zeugenischarakter besitz. Nur ER kennt alle Geheimnisse.
Namensgebung: Schahid (Zeuge)

al-Haqq der Wahre, der Wirkliche,
Der Name bezeichnet alles Wahre und Wirkliche. So die Belohnung und die Bestrafung am Jüngsten Tag.
Namensgebung: Haqq (Wahre)

al-Wakil der Sachwalter, der Verwalter
Allah ist alles anvertraut, IHM entgeht nichts. ER kümmmert sich um alle Belange und Bedürfnisse SEINER Geschöpfe.
Namensgebung: Wakil (Verwalter)

al-Qawiy der Starkte, der Gewaltige,
Sure 11 Vers 66: Dein Herr ist der Starke der Mächtige. Allahs Stärke wird mit der Zeit nicht schwächer, wie es bei uns Menschen vorkommt.
Namensgebung: Qawiy (Starke)

al-Matin der Kraftvolle, der Festigkeit hat,
Allah ist der Vollkommene in Seiner gerenzenlosen Macht.
Namensgebung: Matin (Kraftvolle)

al-Waliy der die Herrschaft innehat, der Autorität besitzt,
Sure 2 Vers 107: Außer IHM habt ihr weder Freund noch Helfer. Allah ist der Waliy eines jeden Menschen, der IHM gehorch, der ist Rechtgeleitet.
Namensgebung: Waliy (Herrschaft bezitzt)

al-Hamid der Gelobte, der Verlichte,
Sure 1: Lob sei Allah, dem Herrn der Menschen in aller Welt. Das heißt, Allah ist der Höchstgelobte aller Zeiten, aller Völker, aller Schöpfung. Deshalb ist es Pflicht für jedes Ding, Allah zu Loblpreisen.
Namensgebung: Hamid (Gelobte)

al-Muhsi der Zählende,
Allah enthält alles Gezählte in Sich und kennt allumfassend die Schöpfung.
Namensgebung: Muhis (Zählende)

al-Mubdi der Beginnende, der Erneuerer, der Zuvorkommende,
Allah ist Der, der alles Lebendige aus nichts erschaffen hat. Sure 7 Vers 29: …so wie ER euch ein erstes Mal gemacht hat, werdet ihr zurückkehren.
Namensgebung: Mubdi (Erneuerer)

al-Muid der Wiedererwecker, der neu belebt,
Sure 29 Vers 20: …Sag: Zieht im Land umher und schaut, wie ER die Schöpfung ein erstes Mal vollzogen hat! Sure 85 Vers 13 …ER erschafft ein erstes Mal und wiederholt die Schöpfung.
Namensgebung: Mudi (Wiedererwecker)

http://www.ansary.de/Islam/AllahNamen.html

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Was bedeutet Hadith ?

Hadith
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Begriff Hadīth(arabisch أحاديث , حديث ‎ hadīth, ahadīth, DMG ḥadīṯ, aḥādīṯ, „Mitteilung, Erzählung, Bericht“) steht für überlieferte Nachrichten im Islam sowohl profanen als auch religiösen Charakters. Im islamisch-religiösen Gebrauch bezeichnet der Begriff die Überlieferungen über Mohammed: über seine Anweisungen, nachahmenswerte Handlungen, Billigungen von Handlungen Dritter, Empfehlungen und vor allen Dingen Verbote und religiös-moralische Warnungen, die im Koran als solche nicht enthalten sind. Die Summe dieser Überlieferungen mit ihrem normativen Charakter bilden die Sunna des Propheten und sind somit Teil der religiösen Gesetze im Islam; sie ist nach dem Koran die zweite Quelle der islamischen Jurisprudenz (Fiqh). Als koranischer Terminus ist hadith auch die Offenbarung Gottes:

„Gott hat die beste Verkündigung (aḥsana ʾl-ḥadīṯ) herabgesandt, eine sich gleichartig wiederholende Schrift…“

– Sure 39, Vers 23

Als Synonym verwendet die islamische Tradition – in inhaltlicher Anlehnung an den obigen Koranvers – den Begriff kalām („Rede“, „Parole“, „Aussage“), indem man den Propheten wie folgt zitiert: „die beste Rede (kalām) ist das Gotteswort (kalāmu ʾllāh) und die beste Leitung (zum Glauben) ist die Leitung Mohammeds“.

Überlieferungen, in denen Aussprüche und Taten der Gefährten (Sahaba) des Propheten enthalten sind, können ebenfalls – wie die Hadithe – richtungsweisend sein. In diesem Fall spricht man nicht vom Hadith, sondern vom athar, āthār / آثار أثر‎ / aṯar , āṯār /„Spur, Zeichen“, die man hinterlässt und erst in übertragenem Sinne heißt es: Tradition, Überlieferung nach den Gefährten des Propheten. Oft sind aber beide Begriffe, hadith und athar, austauschbar

Die Anfänge der Hadithliteratur
In der zeitgenössischen Islamforschung ist es trotz einschlägiger Arbeiten von Aloys Sprenger, Ignaz Goldziher, Nabia Abbott, Fuat Sezgin und anderen umstritten, wann die schriftliche Fixierung, Sammlung und Überlieferung von Hadithen in ihrer Einheit von Isnad und Matn anzusetzen sind. Heute hält man es für wahrscheinlich, dass es schon im ersten muslimischen Jahrhundert Aufzeichnungen von Prophetentraditionen gegeben hat, die nach ihrer mündlichen Überlieferung in kleinen Schriftrollen oder Heften zusammen gefasst wurden. F. Sezgin hat in seiner Geschichte des arabischen Schrifttums (Bd. 1) anhand islamischer Quellen einige Nachrichten zusammengetragen, die zwar über die Existenz früher Hadith-Sammlungen berichten, aber über ihre Inhalte nur wenig verwertbares aussagen. Am Forschungsstand hat sich in diesem Zusammenhang seit Goldzihers abwägender Feststellung im wesentlichen nichts geändert:

„Nichts steht der Voraussetzung im Wege, dass die Genossen [Goldziher meint die sahaba] und Schüler Aussprüche und Verfügungen des Propheten durch schriftliche Aufzeichnung vor Vergessenheit bewahren wollten“

– Ignaz Goldziher: Muhammedanische Studien, Bd. 1, S. 9

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen trugen keine bestimmten Werktitel; man nannte sie sahifa صحيفة ‎ / ṣaḥīfa /„Schriftrolle“, oder dschuz’ جزء‎ / ǧuzʾ /„Teil; Abschnitt; kleines Heft“ [1] . Diese Sammlungen, die Fuat Sezgin unter diesen Bezeichnungen aufzählt, [2] gehen zwar auf Autoritäten im ersten und zweiten muslimischen Jahrhundert zurück, sind aber Abschriften aus dem 6. und 7. muslimischen Jahrhundert. Die ältesten literarischen – d.h. außerkoranischen – Schriften auf Papyrus sind durch die Publikationen von Nabia Abbott bekannt geworden. [3]

Die Hadithkategorien
Die islamischen Hadithwissenschaften teilen die Hadithe mit Hinblick auf ihre Inhalte und auf die Qualität der ihnen beigefügten Isnade in drei Hauptgruppen ein:

sahih / صحيح‎ / ṣaḥīḥ /„gesund, authentisch“;
hasan / حسن ‎ / ḥasan /„schön, gut“ sind Traditionen nach dem Propheten, die sowohl inhaltlich als auch mit Hinblick auf ihre Überlieferer allgemeine Akzeptanz haben und somit normativen Charakter in der Anwendung der Sunna, der zweiten Quelle der Jurisprudenz besitzen;
da’if / ضعيف ‎ / ḍaʿīf /„schwach“ ist dagegen eine Tradition, die – wie es Ahmad ibn Hanbal definiert – man in der Rechtspraxis trotz ihrer zweifelhafter Authentizität in bestimmten Fällen als Sunna anwendet, bevor man auf die Analogie (qiyas) als weitere Quelle der Jurisprudenz zurückgreift. Allerdings hat sich diese im Traditionalismus und nicht im Fiqh verwurzelte Ansicht Ibn Hanbals in der Hadithkritik nicht durchgesetzt. Denn ein „schwacher“ Hadith ist in der Jurisprudenz keine Argumentationsgrundlage (huddscha / حجّة‎ / ḥuǧǧa /„Beweis; Argument“).
Diese drei Hauptkategorien der Hadithe haben zahlreiche, von der islamischen Hadithwissenschaft nach unterschiedlichen Kriterien entwickelte und definierte Unterkategorien; die wichtigste unter ihnen ist ein hadith mutawatir / حديث متواتر‎ / ḥadīṯ mutawātir /„allgemein verbreiteter, von vielen zitierter Hadith“, der als authentisch (sahih) gilt und zugleich über mehrere glaubwürdige Überliefererketten auf den Propheten zurückgeht.

maudu’ / موضوع ‎ / mauḍūʿ /„gefälscht“ – aus dem Verb w-ḍ-ʿ = „erfinden“, im Sinne von „fälschen“ – ist ein Hadith, dessen Inhalt (matn) und Überliefererkette (Isnad) erfunden und somit als Fälschungen anzusehen sind.
Die Isnadkategorien
Ein Hadith besteht aus seinem Inhalt (matn) und einer vorangestellten Überliefererkette (isnad), die die Namen der Überlieferer (Traditionarier) in ihrer chronologischen Kontinuität bis in die Zeit des Propheten enthält; das letztes Glied in dieser Kette sei immer einer der Prophetengefährten (sahaba), der als Zeuge die Aussage des Propheten zitiert. Die Kategorisierung der Hadithe orientiert sich entweder am Isnad oder am Inhalt desselben. Die Einteilung der Hadithe nach den Isnaden erfolgt somit nach äußeren, formalen Kriterien und sagt über die Echtheit der Inhalte der Überlieferungen zunächst nichts aus. Ein Isnad kann sein:

musnad / مسند ‎ /„lückenlos auf die sahaba zurückgeführt“ und muttasil / متصل ‎ /„zusammenhängend; kontinuierlich“: eine chronologisch ununterbrochene Überliefererkette mit dem Prophetengefährten als Kronzeugen der Aussage. Seiner Form nach spricht man in diesem Fall von einem hadith marfu’ / حديث مرفوع ‎ / ḥadīṯ marfūʿ /„zurückgeführt auf den Propheten“.
mursal / مرسل ‎ /„unvollständig“: in der Kette fehlt der Prophetengefährte als Kronzeuge, obwohl die darauf folgende Autorität einen Prophetenspruch zitiert, oder der Prophetengefährte als direkter Vermittler der Tradition keine Anerkennung findet. In diesem Fall spricht die Traditionsliteratur von marasil as-sahaba, wie z. B. die mursal-Tradition des ‘Abd Allah ibn ‘Abbas, der im Todesjahr Mohammeds erst dreizehn Jahre alt gewesen sein soll.
munqati / منقطع ‎ /„unterbrochen“ ist mit dem mursal verwandt; in diesem Isnad fehlt ein Vermittler an einer anderen Stelle, z. B. zwischen der dritten und vierten Generation der Überlieferungschronologie. Seiner Form nach spricht man in diesem Fall von einem hadith maqtu’ / حديث مقطوع‎ / ḥadīṯ maqṭūʿ /„unterbrochener Hadith“.
mu’dil / معضل ‎ /„rätselhaft“ und mu’allaq / معلق ‎ /„unentschieden; fraglich“ ist ein Isnad, in dem zwei oder gar mehrere Vermittler in der Überliefererkette fehlen oder aus unterschiedlichen Gründen, die die Hadithkritik zu erörtern hat, absichtlich nicht genannt werden. Somit ist ein mu’dil auch munqati, also unterbrochen in der Kette, aber nicht alle munqati’ sind mu’dil.
In der Entwicklungsgeschichte der Hadithliteratur und der Hadithkritik haben die islamischen Gelehrten durch ihre scharfsinnige Kritik an der Struktur der Isnade weitere Kategorien geschaffen. Echte Isnade gibt es nach Auffassung der Islamwissenschaft höchstens bis zwei oder drei Generationen an Mohammed heran, jedoch nicht zurück bis zu ihm selbst.

Die Hadithkritik
Die Verbreitung des Traditionsmaterials in Form von Hadithen, in ihrer Einheit von Isnad und matn (Inhalt; die Aussage an sich), vor allem das Anwachsen dieses Materials führte zwangsläufig nicht nur zur Kategorisierung der Hadithe nach ihrer formalen Struktur, sondern förderte die Entstehung eines wichtigen Wissenschaftszweiges unter den islamischen Wissenschaften, den man als ‘ilm al-ridschal / علم الرجال‎ / ʿilmu ʾ-riǧāl /„die Wissenschaft (über) die Männer, d. h. der Überlieferer von Hadithen“ bezeichnet. Dieser Wissenschaftszweig ist bereits in der zweiten Hälfte des 2. muslimischen Jahrhunderts die Grundlage der Hadithkritik gewesen und hatte nicht die Traditionen oder den formalen Aufbau der Isnade zum Gegenstand, sondern untersuchte die Lebensumstände und die wissenschaftlichen Qualifikationen der in den Isnaden genannten Überlieferer (der „Männer“). Diese hadithkritischen Untersuchungen der Traditionarier – der Überlieferer der Hadithe – fanden schließlich in der Herausbildung einer umfangreichen biographischen Literatur ihren Niederschlag, die von den kleinen, kurzgefaßten Namenslisten in den Anfängen zu großangelegten, mehrbändigen Biographien im islamischen Mittelalter führten. Man nennt diese Werke kutub al-ridschal / كتب الرجال‎ / kutubu ʾr-riǧāl /„Bücher über die Traditionarier“ in denen sowohl der Lebenslauf der angegebenen Personen als auch die hadith-kritischen Prädikate, die man mit ihren Namen jeweils verbunden hat, Erwähnung finden. Es war stets wichtig, auf das Lehrer-Schüler-Verhältnis der Überlieferer hinzuweisen, um die Kriterien der Zuverlässigkeit der betreffenden Person überprüfen zu können. Unter diesen umfassenden Gelehrtenbiographien sind die Werke von al-Mizzi , al-Dhahabi und Ibn Hadschar al-’Asqalani die wichtigsten. Die Lokalhistoriker wiederum haben es verstanden, in ihren Werken zur Stadtgeschichte auch die Biographien derjenigen Traditionarier zu berücksichtigen und gemäß den Kriterien der Hadithkritik vorzustellen, die in der betreffenden Stadt oder Region gelebt und gewirkt haben. Die Werke von Ibn ‘Asakir für die Stadtgeschichte von Damaskus und von al-Chatib al-Baghdadi für Bagdad sind in diesem Sinne konzipiert.

Die wichtigsten Prädikate sind: thiqa / ثقة‎ / ṯiqa /„glaubwürdig, zuverlässig“; mutqin / متقن‎ / mutqin /„genau“; huddscha / حجّة ‎ / ḥuǧǧa /„beweiskräftig“; ‘adl / عدل‎ / ʿadl /„gerecht, korrekt“; hasan al-hadith / حسن الحديث ‎ / ḥasanu ʾl-ḥadīṯ /„guter (Überlieferer) von Hadithen“. Auf der anderen Seite der Kritik stehen dann: da’if / ضعيف‎ / ḍaʿīf /„schwacher, nicht glaubwürder Traditionarier“; kadhdhab / كذّاب‎ / kaḏḏāb /„Lügner“; sariqu ‘l-hadith / سارق الحديث ‎ / sāriqu ʾl-ḥadīṯ /„Hadith-Dieb“. Ein besonderes Prädikat ist mudallis / مدلّس‎: er verfälscht die Isnade dadurch, daß er die Namen „schwacher“ Traditionarier durch „glaubwürdige“ ersetzt, um ein Hadith als Argumentationsgrundlage im Recht, in der Theologie einsetzen zu können. In der Hadith-Literatur ist es verpönt, Hadithe zu überliefern, in deren Isnaden „schwache“ Traditionarier erscheinen. Daher hat man die Namen der „schwachen“, d. h. unzuverlässigen Traditionarier in den sog. kutub al-du’afa’ / كتب الضعفاء‎ / kutubu ʾḍ-ḍuʿafāʾ /„Bücher über die schwachen (Traditionarier)“ samt den von ihnen überlieferten Hadithen zusammengestellt. Die älteste Sammlung, die wiederum die Namen der glaubwürdigen Überlieferer, die im Irak gewirkt haben, enthält, ist unter dem Titel kitab al-thiqat / كتاب الثقات‎ / kitābu ṯ-ṯiqāt /„Das Buch der glaubwürdigen (Traditionarier)“ aus dem späten 2. muslimischen Jahrhundert erhalten. Es handelt sich dabei um eine einfache Liste von Gelehrtennamen ohne weitere biographische Angaben.

Ignaz Goldziher hat in seinen bahnbrechenden Muhammedanischen Studien das Wesen der Hadithkritik treffend zusammengefasst:

„Man ging jedem einzelnen der in den Isnaden erwähnten Gewährsmänner nach, um seinen Charakter zu ergründen, um zu erfahren, ob er moralisch und religiös unanfechtbar sei, ob er nicht Propaganda für antisunnitische Zwecke mache, ob seine Wahrheitsliebe im allgemeinen als erwiesen gelten könne, ob er die persönliche Fähigkeit habe, das Gehörte treu wiederzugeben, ob er ein Mann sei, dessen Zeugenschaft in civilrechtlichem Sinne vom Richter unbedenklich zugelassen würde. Denn die Hadithüberlieferung betrachtete man als die erhabenste Form der Shahada, der Zeugenaussage, da der Rawi (d. h. der Überlieferer) ein für die Gestaltung des religiösen Lebens höchst wichtiges Zeugnis ablegt darüber, dass er diese oder jene Worte von dem oder jenem gehört habe.“

– Muhammedanische Studien. II. S. 142

Philologische HadithkommentareNeben der Beschäftigung mit der Authentie der Traditionen und ihrer Überlieferer entwickelte sich bereits relativ früh, in der Mitte des 2. muslimischen Jahrhunderts ein neuer Wissenschaftszweig: die Interpretation und Erläuterung schwieriger, nicht allgemein bekannter und nur selten benutzer Wörter in den Hadithen. Die meistens alphabetisch angeordneten Sammlungen bezeichnete man als غريب الحديث‎ / ġarīb al-ḥadīṯ /„seltene (Begriffe) im Hadith“. In diesen Werken griffen die Autoren neben den linguistischen Erklärungen von Wörtern auch auf Zeilen in der arabischen Poesie zurück, um durch sie die Verwendung und Bedeutung solcher Begriffe zu erklären. [4]

Hadithsammlungen
Maßgebliche Hadithsammlungen stammen unter anderem von Al-Buchari (gest 870), Muslim (gest 875), Malik ibn Anas und Ahmad Ibn Hanbal. Es ist allerdings bis heute umstritten, ob der Muwatta von Malik ibn Anas als eine Hadith-Sammlung, oder als ein corpus iuris der medinensischen Rechtsschule zu verstehen sei. Zwar folgt das Werk der Anordnung der klassischen Hadith-Sammlungen der Folgegenerationen, jedoch wird es durch lange Abschnitte rein juristischer Überlieferungen – auch durch die Darstellung von Ra’y (opinio) – unterbrochen.

Für Hadithsammlungen der Schiiten siehe: Kutub arba’a

Die sechs Bücher
Folgende „sechs Bücher“ (al-Kutub as-sitta) stellen den klassischen Kanon der Hadith-Sammlungen dar:

die „ganz großen Zwei“:
al-Buchari (810–870): Sahih al-Buchari, al-Dschami as-sahih („Die gesunde Sammlung“)
Muslim (817–875): Sahih Muslim, al-Dschami as-sahih („Die gesunde Sammlung“)
Ibn Madscha (824–887): Kitab as-sunan
Abu Dawud (817–889): Kitab as-sunan
At-Tirmidhi (824–892): al-Dschami as-sahih fi s-sunan
an-Nasa’i (830–915): Kitab as-sunan
Folgende weitere Hadith-Sammlungen sind von Bedeutung:

Malik ibn Anas: al-Muwatta`
Ahmad Ibn Hanbal: Musnad ibn Hanbal.
Eine beliebte kleine Sammlung von insgesamt 40 Überlieferungen moralischen Inhalts, das Kitab al-arba’in hadithan („Das Buch von den vierzig Hadithen“), wurde von dem syrischen Gelehrten Yahya ibn Scharaf ad-Din an-Nawawi, der 1278 verstarb, verfasst. Er stellte außerdem in den Riyâd as-sâlihîn („Gärten der Frommen“) eine umfangreiche Sammlung zu moralisch-erzieherischen Zwecken zusammen.

Für die Suche nach einem gegebenen Hadith empfiehlt sich die Arbeit mit der Hadith-Konkordanz von A. J. Wensinck, die alle Hadithe der großen sechs Sammlungen sowie einiger kleinerer mit Nachweisstellen auflistet. Die Sammlung von Ahmad Ibn Hanbal war nicht thematisch sortiert und die Arbeit mit ihr stellte daher ein besondere Herausforderung dar. Sie sind inzwischen von A. M. Omar klassifiziert und thematisch geordnet worden. Die CD-ROM al-Alfiyya li-s-sunna al-nabawiyya الألفية للسنة النبوية‎ erfaßt 1300 Hadithsammlungen und hadithspezifische Bücher.

Sonderform: Hadith qudsi
Der hadith qudsi ist eine Sonderform Form des Hadith. Während der überwiegende Teil der Hadithe als prophetischen (نبوي‎ / nabawi) Ursprungs gilt, wird ein hadith qudsi als göttlichen, heiligen (qudsi / قدسي‎) – auch hadith ilahi حديث إلاهي ‎ / ḥadīṯ ilāhī – Ursprungs angesehen. Ein hadith qudsi enthält die Worte Gottes nicht im Wortlaut wie im Koran, sondern nur sinngemäß und vom Propheten Mohammed weitergegeben. Ein solcher Hadith kann durch göttliche Inspiration (ilham) oder durch einen Traum entstehen und unterscheidet sich somit von der Offenbarung (wahy) des Koran, die nach muslimischem Glauben das reine Gotteswort darstellt. Glaubt jemand nicht an die Offenbarung, wird er des Unglaubens beschuldigt; dies ist in Bezug auf den hadith qudsi nicht der Fall. Solche Hadithe dürfen im islamischen Ritualgebet nicht gesprochen werden. Die ersten Sammlungen dieser Traditionen sind relativ späten Ursprungs und stammen aus dem 13. und 15. Jahrhundert.

Quelle: www.wikipedia.de

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Der Zustand des Scheichs Muhyiddin ibn al-‘Arabi

Der Zustand des Scheichs Muhyiddin ibn al-‘Arabi
sowie eine kurze Biografie
aus Imam Ibn ‘Abidins Buch Futuhati Ilahiyya
übersetzt von M.F. Bayraktar
www.ahlu-sunnah.de

Der eigentliche Text [al-Matn]
Über den Zustand des größten aller Scheichs [Scheich al-Akbar], Muhyiddin Ibn al-‘Arabi (Allah subhanahu wa ta’ala soll uns aus ihm Nutzen ziehen lassen):
Im Maruzat des Scheichulislams Abusuud wird erwähnt, man hätte ihn eines Tages gefragt: „Einige Worte in Scheich Muhyiddin ibn al-‘Arabis ‚Fusul al-Hikam‘ sind unvereinbar mit der Scharia‘. Was bedeuten die Aussagen: „Er schrieb das Werk, um jene fehlzuleiten, die nach ihm kommen sollten. Wer diese Bücher liest, gilt als abgefallen [vom Glauben].“ Was ist es, was mit solch einer Person getan werden muss?“
Scheichulislam Abusuud antwortete: „Ja, es gibt einige mit der Scharia‘ unvereinbare Aussagen in seinem Buch. Einige wandten den Ta’wil (metaphorische Deutung) an, um diese Aussagen mit der Scharia‘ zu vereinbaren. Wir jedoch wissen mit voller Gewissheit [Yaqin], dass einige dieser unvereinbaren Aussagen von einigen Juden erdichtet wurden. So ist es Wadschib, diese Aussagen, die unvereinbar sind, nicht mehr zu lesen. Der Sultan (Sulayman al-Qanuni) erließ ebenfalls einen Befehl, der das Lesen dieser Werke verbot. So ist es Wadschib, seine mit der Scharia‘ unvereinbaren Werke nicht zu lesen, auswendig zu lernen und anzuhören.“
Als der Schreiber des Qamus, Fayruzbadi, über Scheich Muhyiddin ibn al-‘Arabi befragt wurde, lobte und preiste er ihn, erläuterte [Tafsir] und deutete [Ta‘wil] seine klaren und sicheren Wörter und sprach: „O Allah! Die Aqidah dieses größten aller Scheichs, mit der er Allah subhanahu wa ta’ala anbetete und mit der Du wohlgefällig bist – gebe sie uns ein, auf dass wir sie ebenfalls sprechen!
Muhyiddin ibn al-‘Arabi ist der Scheich der Tariqah aus Sicht des Wissens und der Zustände [Hal]. Er ist offiziell und auch wahrhaftig der Imam der vollkommenen, perfekten, der arbab al-haqaiq und ashab al-daqaiq. Er ist eine große Persönlichkeit, welche die zerstörte Kenntnis über Allah [marifah] mit seinen Taten, Werken, Übungen und Erziehungen wiederherstellte. Wenn die Gedanken [Fiqir] der Gelehrten an einer Seite seines uferlosen Meeres an Wissen ankommen, dann tauchen ihre Gedanken dort ein und verbleiben verwirrt. Scheich al-Akbar ist solch ein Fluss, wenn man Eimer voller Schmutz in ihn schütten würde, so würde es an seiner Vollkommenheit und seinem Segen nichts verringern. Scheich al-Akbar ist eine Wolke, welche die den Sternen gleichenden Gelehrte seiner Zeit verdeckt. Sie können nicht mit ihm zusammen auftreten und dabei Ruhm ernten. Eine ehrenvolle Persönlichkeit, deren Du‘a die sieben Himmel überschritt, deren Segen den Osten und Westen füllte und deren Du‘a akzeptiert war. Ich beschreibe diese Person, die Quelle des Wissens und der Weisheit, die Sammelstelle der Karamat und Tugenden, mit schönen Eigenschaften und Taten, welche hoch angesehen sind. Jedoch ist es so, dass ich mit Gewissheit weiß, dass diese Person weit höher ist, als meine Beschreibungen jemals reichen könnten. Ich bin unfähig darin, ihn wahrhaftig zu beschreiben. Dass die Beschreibungen über ihn, die ich vornahm, richtig sind, wird dadurch bestätigt, dass seine Taten gemäß seinen Worten waren.
Ich habe ihn nicht mit meinem Gutdünken loben und preisen können, wie es ihm gebührt. So lang ich sage, was ich selbst glaube, trage ich keine Schuld. Höre nicht auf die Wörter des Unwissenden, der den Wert, die Stufe und die Ehre des Scheich al-Akbar nicht kennt und denkt, er sei einer von denen, welche die Scharia‘ übertreten hätten! Messe seinen Worten keine Beachtung bei!
Ich schwöre bei Allah und dem, den Allah gesandt hat, damit er ein Beweis für Ihn sei sallallahu ‘alayhi wa sallam: „Ohne Zweifel, was ich erwähnte, ist nur ein Teil des Lobes über Scheich al-Akbar. Denn wie sehr man ihn auch lobt, er verdient es.“
Der Grund, weshalb ich so viele Lobpreisungen über Scheich al-Akbar aufliste, ist, dass ich befürchte, für mich selbst nicht genüge getan zu haben, denn solch eine tugendhafte Person mit nur wenigen Worten der Tugend und Perfektion zu loben, wäre ein mangelhaftes Verhalten.
Der Schreiber von Qamus fährt fort mit dem Lob: „Eine der Besonderheiten der Bücher des Scheich al-Akbar ist, dass derjenige, der sie liest, einen Verstand bekommt, mit dem er sogar die schwersten Angelegenheiten leicht lösen kann.”
Auch Imam Scharani lobte und pries Scheich al-Akbar in seinem Werk „Tanbihul Aghbiya ala Qatratin min bahiri ulumil Awliya.“
Die Erläuterung des Textes [al-Scharch]
„Scheich Muhyiddin ibn al-‘Arabi…“ Muhyiddin ibn al-‘Arabi (560-637 n. H.) kam in Spanien, Mursiyya, zur Zeit des Sultans der Muwahidun, Abu Yusuf Yakub (560), zur Welt.
Schon in sehr jungen Jahren ging er gemeinsam mit seiner Familie nach Ischbiliyya und nahm dort seine ersten Unterrichte. Er lernte gemäß den damaligen Unterrichtsarten den Quran auswendig und studierte Tafsir, Ahadith und Fiqh.
Ibn al-‘Arabi gehört zu dem berühmten arabischen Stamm der Tayyi. Auch wenn man über seine nahen Verwandten nicht viel Wissen hat, so weiß man dennoch, das es achtbare und bedeutende Persönlichkeiten väterlicherseits und mütterlicherseits gab.
Unter seinen Verwandten gab es welche, die Wissen über Tasawwuf trugen. Er selbst war gemäß seiner eigenen Aussage jemand, der die Stufe des Qutb im Tasawwuf erreichte.
Sein Onkel mütterlicherseits, Abu Muslim al-Khalwani, war von den großen der Qutbs. Ein anderer Onkel, auch mütterlicherseits, Yahya b. Yaan, war das Oberhaupt der Stadt Talamsan. Ibnul Arabi zufolge beendetet er aufgrund des Einflusses eines Scheichs namens Abu Abdullah al-Tusi seine Regierungsarbeit und folgte dem Weg des Tasawwuf.
Seiner eigenen Aussage zufolge war er mit den Führenden der Regierung befreundet und besonders mit dem Philosophen Ibn Ruschd.
Ibn al-‘Arabi begab sich während seiner Studien für einige Zeit in die Einsamkeit. Auf jedem Gebiet, speziell im Bereich des Tasawwuf, ohne zuvor darüber etwas gelernt oder ein Buch darüber gelesen zu haben, eignete er sich das Wissen über viele Dinge durch Mukaschafa [Entschleierung] an. Daraufhin verließ er die Einsamkeit.
Ibn al-‘Arabi ging, nachdem er einige Zeit lang in Andalusien war, auf Wanderung und erreichte Damaskus, Bagdad und Makkah. Er traf dort die bekannten Gelehrten und Scheichs und zog viel Nutzen aus ihnen.
Für einige Zeit ging er nach Konya und wurde vom seldschukischen Sultan respektiert und heiratete dort die verwitwete Mutter Sadruddin Konawis.
Daraufhin kehrte er wieder nach Damaskus zurück und starb dort im Jahre 637.
Nafahat al-Uns zufolge schrieb einer der Gelehrten aus Bagdad ein Buch über Muhyiddin und sagte darin, dass er mehr als 500 Bücher verfasst habe.
Einige der uns erhalten geblieben Werken des Muhyiddin al-‘Arabis sind:
1. Futuhat-i Makkiyya fi Asrari’l-Malikiyya wa’l-Mulkiyya
2. Kitabu’l-Isra ilâ Makâmi’l-Asrâ
3. Fusûsu’l-Hikam
4. Muhadaratu’l-Abrâr wa Musâmaratu’l-Ahyâr
5. Kalâmu’l-Abâdila
6. Tâdschu’r-Rasail wa Minhâdschu’l-Wasail
7. Mawâkiu’n-Nudschûm wa Matali Ahillatu’l-Asrâr wal Ulûm
8. Rûhu’l-Kuds fi Munasahâti’n-Nafs
9. Kitabu’l-Asfâr
10. Al-Isfar al-Natâidschi’l-Asfâr
11. Diwan
12. Tardschamânu’l-Aschwak
13. Kitabu Hidâyati’l-abdâl.
14. Kitabusch Schawâhid.
15. Kitabu’l-Bâ.
„Wir wissen mit absoluter Gewissheit…“ Die Gewissheit Scheichulislam Abusuuds, dass die mit der Scharia unvereinbaren Wörter von den Juden Muhyiddin ibn al-‘Arabi zugedichtet wurden, besteht entweder darin, dass er einen festen Beweis hat oder weil der Grund für den Ausspruch dieser Dinge seitens des Scheich al-Akbars unbekannt ist oder der Ta’wil dieser Worte unmöglich ist. So wird angenommen, dass diese Aussagen Scheich al-Akbar fälschlicherweise zugeschrieben werden.
Denn es ist ja auch so, dass diejenigen, die Imam Scharani nicht mochten, seinen Büchern einige Aussagen hinzufügten, die nicht mit der Scharia‘ vereinbar sind und verleumdeten somit Imam Scharani.
Daraufhin versammelte Imam Scharani die Gelehrten seiner Zeit und zeigte ihnen seine Originale. Daraufhin sah man, dass diese Wörter in den Originalen nicht existierten. Jene, die Erklärungen für die Worte des Scheich al-Akbar haben wollen, sollten das Buch Abdulghani Nablusis ‚Ar Raddul Matin ala Muntakisil Arifin Muhyiddin“ zu Rate ziehen.
„So ist es Wadschib, diese nicht zu lesen…“ Wenn man feststellt, dass diese Aussagen von Scheich al-Akbar nur Verleumdungen ihm gegenüber sind, dann ist es sowieso Wadschib, diese nicht zu lesen.
Wenn es nicht sicher ist, dass es Verleumdungen sind, dann wird nicht jeder verstehen, was Muhyiddin al-‘Arabi sagt oder noch schlimmer, sie werden seine Worte ablehnen. Deswegen ist das Meiden dieser Aussagen in diesem Falle ebenfalls Wadschib.
Imam Suyuti sagt in seinem Werk ‚Tanbihul gabi bi tabriat Ibni Arabi‘ Folgendes:
„Bezüglich Muhyiddin ibn al-‘Arabi teilen sich die Gelehrten in zwei Lager. Die einen sagen, dass er ein Wali ist, die anderen behaupten das Gegenteil. Für mich gibt es einen Weg, der für beide Gruppen nicht zufriedenstellend ist: Daran zu glauben, das Muhyiddin ibn al-‘Arabi ein Wali ist, aber dass das Lesen seiner Bücher Haram ist.“
Von Muhyiddin ibn al-‘Arabi wird überliefert: „Solch eine Gruppe sind wir, dass für jene, die nicht mit uns sind, das Lesen unserer Bücher Haram ist.“
Denn die Sufis haben sich untereinander über ein bestimmtes Wort und seine Bedeutung geeinigt und meinten mit diesen Dingen nicht das, was die Fuqaha darunter verstehen. Wer die Aussagen dieser mit den Bedeutungen der Fuqaha erläutert, wird ein Kafir.
Imam Ghazali sagt in manchen seiner Bücher: „Einige Wörter der Sufis gleichen den Wörter wie ‚Yad‘, ‚‘Ayn‘ und ‚Istiwa‘ und anderen Mutaschabihat aus dem Quran und den Ahadith.“ Wenn es bestätigt ist, dass ein Buch Muhyiddin ibn al-‘Arabi gehört, so muss ebenfalls bestätigt werden, dass nicht einige Wörter von einem Irregeleiteten, Ungläubigen oder Erneuerer hinzugefügt wurden oder dass damit die Bedeutungen unter den Sufis gemeint sind. Dies zu wissen ist jedoch nicht möglich. Jemand, der sagt, dass er dies weiß, wird Kafir. Denn dies ist etwas, was nur Allah subhanahu wa ta’ala allein wissen kann, da dieses Wissen versteckt ist in den Herzen. Einer von den großen Gelehrten fragte einen der großen Sufis: „Was ist es, das euch dazu motiviert, Wörter zu benutzen, deren äußere Bedeutung abgelehnt werden muss und euch darin zu einigen?“
Der Sufi antworte: „Wer diese Fachwörter nicht kennt, soll sich nicht mit der Tariqah in Verbindung bringen und wer sich nicht auskennt, soll nicht in die Tariqah eintreten. Wer sich nicht damit auskennt, soll unsere Bücher nicht lesen. Wenn derjenige, der unsere Bücher liest, schwach darin ist, das äußere Wissen zu sammeln, so wird er irregeleitet und wird andere irreleiten. Wenn derjenige, der unsere Bücher liest, jedoch ein ‘Arif ist, so ist er nicht jemand, der zu den nur Büchern lesenden Turuq gehört und nimmt nicht das Wissen aus den Büchern.“
Imam Suyuti sagt an anderer Stelle in seinem Buch: „Der Faqih und der Gelehrte Izzuddin b. ‘Abdussalam sprach über Muhyiddin ibn al-‘Arabi und bezeichnete ihn als Irregeleiteten.
Eines Tages sagten seine Freunde zu ihm: „Wir wollen, dass du uns einen Qutb zeigst.“ Er deutete dann auf Muhyiddin ibn al-‘Arabi. Darauf sagten seine Freunde: „Einmal sagst du, er ist irregeleitet und jetzt sagst du, er ist der Qutb? Wie geht das?“ Daraufhin sagte Izzuddin b. ‘Abdussalam: „Indem ich ihn als irregeleitet bezeichne, bewahre ich die Scharia‘. Indem ich ihn Qutb nennen, spreche ich aber die Haqiqa.“
Der Muhaqqiq Scheichulislam Ibn Kamal Paschazade lobt in seiner Fatwa Muhyiddin ibn al-‘Arabi und sagt: „Fusus al-Hikam und Futuhat al-Makkiya gehören zu seinen Werken. Einige Themen in diesen Büchern scheinen Allah Ta‘alas Befehl und der Sunnah des Propheten sallallahu ‘alayhi wa sallam zu widersprechen. Die Leute des Dhahir können dieses nicht verstehen. Nur die Leute des Batin und Kaschf [also jene im Tasawwuf Vertieften] können es verstehen. Es ist Wadschib, dass diejenigen schweigen, die es nicht verstehen. Denn Allahu Ta’ala gebietet: „Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast. Wahrlich, das Ohr und das Auge und das Herz – sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden.“ [17;36]
„Muhyiddin ibn al-‘Arabi ist der Scheich der Tariqah aus Sicht des Wissens und der Zustände [Hal]….“
Tariqah: Ein Weg, der auf dem Wunsch nach dem Erreichen Allah Ta’alas basiert, indem man verschiedene Stufen erreicht und verschiedene Standorte überschreitet.
Für Ahlu Haqq ist Zustand [Hal]: Rein durch Allahs Beschenkung auftretende Gefühle der Freude, Trauer, Bedrängnis, Erleichterung usw. Dies sind keine Dinge, die der Mensch einfach so in die Hand bekommt. Sie kommen von Haqq subhanahu in das Herz.
Maqam: Damit ist der spirituelle Standort gemeint, den der Wanderer zu Allah nach einer bestimmten Anstrengung erreicht.
‘Ilm: Besteht aus einem festen Glauben, welcher gemäß der Wahrheit ist.
„Arbab al-haqaiq…“ Haqiqa besteht aus dem Erfassen der Geheimnisse Allah subhanahu wa ta’ala mit dem Herzen. Haqiqa ist ein spirituelles Geheimnis, welches keine Grenzen und keine Richtung hat. Scharia‘, Tariqah und Haqiqa sind eine Bekundung. Es gibt einmal das Äußere und das Innere des Weges zu Allah. Das Äußere ist Scharia und Tariqah. Das Innere jedoch ist Haqiqah. So wie die Butter in der Milch versteckt ist, so ist in der Scharia‘ und in der Tariqah die Haqiqa versteckt. Ohne die Milch zu mischen, bekommt man keine Butter. Das Ziel von Scharia‘, Tariqah und Haqiqah ist es, dass der Knecht auf perfekte Art und Weise seine Aufgaben erfüllen kann.
Walhamdulillah.

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Reaktionen & Beleidigungen wegen der Risale/ FG Kritik

Muwahid, du bist verwarnt. Nicht für deine Kritik an FG oder Nursi sondern wegen deiner Erniedrigenden Art der Forummitglieder und wegen einem Täuschungsversuch, der wirklich hinterlistig war.

Zum Thema : Fethullah Gülen sagte ich :
Jeder sunnitische & praktizierende Muslim hat grundsätzlich Interesse am Dialog & Frieden aufgrund von der Gebote des Islams “Rufe auf zum Wege Deines Herrn ” ( Quran ) , vielmehr unterscheidet sich meine eigene Sichtweise von der Gülen Bewegung erheblich , da ich drei bedingungen zum Dialog habe :

1. wenn ich mich mit einem Christen oder Juden oder Buddhisten unterhalte ( Dialog ) , dann muss ich mich sehr genau in drei Bereichen auskennen :
a. meine eigene Religion & ihre Fundamente ,
b. die vorangegangenen Religionen & deren Schriften ( insbesondere deren theologischen Auslegungen )
c. ich muss meine religiösen Stärken & Schwächen kennen ( sollte ich bzgl. der der verschiedenen Gruppen im Islam & in den vorgegangegangegen Religionen & mögliche Widersprüche erläutern können ) ,damit ich nicht zum Spielball meiner eigenen Stärken & Schwächen werde ,

2. wenn ich mich mit einem Christen oder Juden oder Buddhisten unterhalte ( Dialog ) , sollte ich vor allem auch nichtmuslimische & islamkritische Quellen kennen & deren Behauptungen kurz & bündig widerlegen können ,

3. wenn ich mich mit einem Christen oder Juden oder Buddhisten unterhalte ( Dialog ) , dann sollte ich als Muslim Grundkenntnisse in der islamischen Mystik aber auch in den islamischen Rechtswissenschaften & den Naturwissenschaften , denn nur ein “Nichtmissioniertwerden ” gilt schon lange nicht mehr , denn viele der Evangelikalen benutzen solche veranstaltungen für ihre Zwecke & ausserdem ist kein Kuscheldialog ohne Absicht & Ziel äußert fragwürdig . Nebenbei erwähnt sei auch , dass die Notwendigkeit der Erkenntnis der Nichtmuslime durch die Existenz des Islams in Deutschland , die Frage aufwirft : Wie soll ein friedliches Miteinander zwischen minderheiten & der Mehrheit in der deutschen Mehrheitsgesellschaft organisiert werden ?
Wie sehr sind wir Teil dieser Gesellschaft jenseits der Assimilation ?

Ich möchte es mal mit den Worten meiner Nachbarin sagen , die ich reichlichst im Ramadan mit Pide u.ä. versorgt hatte :
” Kein normaler Mensch kümmert sich so sehr um die Nachbarn , wie Du ”

Die Reaktion war die folgende :

Ich versuche es mal aus einer anderen Sichtweise in Abgrenzung zur Fethullah Gülen Bewegung :

Die Bezeichnung “Abgrenzung” ist sehr diplomatisch gewählt und ist politisch motiviert.

Ist schon eine ziemliche Anmaßung nicht nur die Gülen-Bewegung sondern neuerdings auch schon Said Nursi zu “kritisieren”.
http://talmeez.wordpress.com/2009/10/09/kritik-an-der-risale-i-nur-und-an-der-fethullah-gulen-bewegung/

Meine Reaktion:

Dir sagt der Kassettenskandal & Fethullah Gülen etwas ?

Was ich persönlich vermisse sind in der Diskussion :
-eine selbstkritische Reflexion übers Gesagte ,
-eine unvoreingenommene Toleranz gegenüber denjenigen , der sich entweder sich für das Ahlul Tasawwuf oder die Risale- Nur entschieden hat ,
-die Ablehnung jeder Art von Vereinnahmung durch Kritik , indem man jmd. etwas unterstellt & hofft , dass jener genau das auch erfüllt ,
- Die Geduld & Selbstbewusstsein auch andere Meinungen neben der eigenen stehen lassen zu können .

Ich benutze nun einige sehr nachdenkliche Worte , um zu verdeutlichen , worum es mir geht :

1. Ich grenze mich ab von der Risale- i Nur & Fethullah Gülen , weil ich eine andere Richtung einschlage als die Nurcus & die Fethullah Gülen Bewegung ,
Daher : Ich lehne die Risale- Nur nicht ab , auch wenn ich sie kritisiere & mich von ihr abgrenze insbesondere in Hinblick auf die Aussagen von Said Nursi & Fethullah Gülen , in denen sie für die Vereinnahmung durch sie selbst von Tasawwuf & Naturwissenschaften beanspruchen ,
2. Ich empfinde es als anmaßend , wenn ich als sunnitischer Muslim & Sufi kritisiert werde ,indem man mir vorschreiben wie ich als Muslim & Sufi zu sein habe :

Gerade der Islam , der Tawhid ,die Aqida , Quran , die Sunnah & die Ahlus Sunnah mehrere Positionen innerhalb der vier sunnitischen Rechtsschulen mehrere Optionen als Lebenswege offenhält & entsprechende Folge in Aussicht stellt , festhaltend an Buch & dem Weg des Propheten saws & der Mehrheit der Muslime. Dieses Recht verteidige ich für andere sowie für mich & diese Freiheit ist die Freiheit des islamischen Glaubens !
Daher : Ich halte ihn nicht für meine Ausrichtung als nicht maßgegebend , warum ich ihn auch kritisiere , auch wenn andere eine andere Meinung haben , muss ich sie nicht teilen . Oder wird mir dieses Recht aberkannt ?
3. es geht um exakte einzelne Aussagen , die einer Klärung bedürfen ,
4.es geht um exakt inhaltliche & sachliche Auseinandersetzung , auch wenn sie in dem einzelnen sehr drastisch & emotional zugeht , so dürfen wir nicht vergessen , dass jeder von uns zur Rechenschaft gezogen werden wird
5.es geht darum dem anderen Nachsicht zu gewähren ,
6. es geht dabei darum , auch wenn ich in vielen Fragen , die die Risale-i Nur oder die Fethullah Gülen stellt einer Meinung bin ( aber mit ihren Umsetzungen & Lösungen bin ich nicht einverstanden ) ,

Die sehr deutliche & verachtende Reaktion seitens einiger FG Mitglieder , als ich versuchte mit einem Artikel von Daniel Bax die Wogen zu glätten :

Ist der Artikel von DANIEL BAX dein Beweis für deine Behauptung “Fetullah Gülen ist Nationalist” ?
Meine Behauptung war: “gerade weil Du Türken pauschal als Nationalisten und die Gülen-Bewegung als Sekte (Unterstellung von Unglaube) bezeichnet”
Zum wiederholten Male, ist diese Behauptung falsch? Ich kann und werde wenn du es weiterhin ignorierst die Unterstellungen, Beleidigungen, Verleumdungen usw. von Lamya bzw. Oum Amin hier rein kopieren.
Ich könnte mir gut vorstellen dass viele Äußerungen von Lamya/Oum Amin in der Scharia eine Bestrafung nach ziehen würden, da ist deine persönliche Auslegung von Nachsicht uninteressant zu mal sie eine gewisse Doppelmoral aufweist. Aber in Deutschland ist das Lügen nicht verboten und Beleidigung des Islam, des Gelehrten und Muslime wird mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung, Kunst und Kritik abgetan.

Ein andere Reaktion vom Webmaster bzgl. der Kritik meinerseits an der Aussage Said Nursis an Ibn Arabi ra :

Tut mir leid lieber Bruder AlMuwahid. Ich habe jegliches Vertrauen an dir verloren. Ich habe dir vertraut und dich unterstützt. Doch du hast dieses Vertrauen missbraucht. Ich habe wirklich gedacht, dass du es ernst meinst mit deinen Kritik.

Du behauptest, die Risale-i Nur kritisiert zu haben. Ich habe nichts gegen Kritik. Lies mein Buch “Nurculuk Bewegung”, dann wirst du sehen, wie hart ich kritisiert habe. Würdest du auch rational kritisieren, würde ich nichts sagen.

Doch deine Argumente sind keine Kritik, sondern in der Tat unwissende “Spucken” auf alle anderen islamischen Geschwister, die du nicht einmal kennst.

Ein paar Beispiele für dein Verhalten:

1. Du hast zwei IGMG Freunde. Diese mögen Risale nicht. Deine Aussage sofort: “IGMG akzeptiert Risale nicht”.

Gegenargument von mir:

Du verallgemeinerst. Ich habe 5 Jahre bei der IGMG gearbeitet und auch hohe Posten angeboten bekommen. Ich weiß also, wovon ich spreche. Stets habe ich immer Risale vorgetragen und mir wurde vom Zentrum in Köln auferlegt, Risale zu lesen. Diese Auferlegung wurde an alle IGMG Moscheen in Deutschland verschickt.

2. Einige Fethullah Gülen Anhänger haben dich “missioniert” und deswegen wirfst du der ganzen Risale-i Nur Gruppe ständig “Missionierung” vor.

Gegenargument von mir:

Missionierung ist im Islam verboten. Keine islamische Gruppe kann dies für legitim ansehen. Wenn jemand schon zu einer Gruppe gehört, dann elhamdülillah. Keine Gruppe würde auf die Idee kommen, einer anderen Gruppe Leute “zu klauen”. Nur weil dies einige bei dir gemacht haben, kannst du nicht einfach eine ganze muslimische Gruppe von mehreren Millionen Menschen da hineinziehen.

3. Said Nursi würde Ibn-Arabi oder Tasavvuf beleidigen.

Gegenargument von mir:

Nicht nur Adem, Nur Efsan oder ich, sondern auch Tasavvuf-Freunde aus unserem Forum haben dir schon nahegelegt, dass dies kompletter Unsinn ist. Wenn du immer noch darauf beharrst, dann ist das deine eigene Sache.

Die Beispielkette könnte noch lange so weitergehen..

Ich wünsche die alles Gute in anderen Foren und wünsche dir von Allah, dass du endlich andere Muslime als deine Geschwister ansiehst und nicht als deine Gegner.

Vesselam

Hadith “Suche nach Wissen selbst wenn es sich in China befindet Kritik gegenüber Fethullah Gülen
Fethullah Gülen , der Hadithe leugnet & im Buch “Muhammad saws -der Gesandte Gottes, Seite 459 ” & den Hadith :” Suche nach Wissen , selbst wenn es sich in China befindet ” , indem er ihn als “gefälschte Tradition bezeichnet ” ( soviel zum Thema Objektivität ) :

Imam al Muhaddith Al Mizzi ra nennt den Isnad des Hadith an mehreren Stellen sogar sahih , weitere Hadithexperten , die diesen hadith als hasan bis daif überliefern :
al-Sakhawi in al-Maqasid al-Hasana
Al-`Iraqi in his Mughni `an Haml al-Asfar
al-Suyuti in al-La’ali’ (1:193),
al-Mizzi, al-Dhahabi in Talkhis al-Wahiyat , usw.

Die Nurculuk Reaktion :

Zumal verstehe ich es auch nicht warum du unbedingt diese Sachen auflistest? Was soll dir das bringen? Möchtest du die Gülen Vertreter umswitschen oder _____________ (das kannst du dann gerne selber beantworten)

Später mehr über politische , ökonomische & soziale Pojekte & Massenmedien der Verknüpfung der nurculuk & Fethullah Gülen Bweung

Meine Kritik bzgl. der “Muslimischen Elite” :

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Überlegungen zur Frage, warum Muslime heute noch den Rechtsschulen folgen sollten

Überlegungen zur Frage, warum Muslime heute noch den Rechtsschulen folgen sollten

Von Schaikh Habib Bewley, Cape Town

Zwischen Taqlid und Internet

(iz). Wir leben heute in einer Welt, in der Männer des Wissens in großer Menge vorhanden sind und Texte des Islams zur sofortigen Verfügung stehen. Alles was wir brauchen, ist ein Computer und Zugang zum Internet. Diese Fülle an ­Information und Zugang zu den Usul oder Quellen des Dins – seien es Ahadith, Positionen der Gefährten und der Salaf As-Salih – haben viele Studenten beziehungsweise junge Muslime verwirrt. Sie glauben, dass sie über ein besseres Wissen und deutlicheres Verständnis darüber verfügen, ihr Leben nach den Anweisungen Allahs und der Sunna Seines Propheten zu führen, als ihre Eltern und Lehrer. „Wir könnt ihr nur einer Madh­hab [Rechtsschule] und einem Mann folgen“, schreien sie, „der mehrere Generationen nach dem Propheten lebte, wenn ihr doch direkten Zugang zum Propheten selbst habt?“

Stellt Allah nicht die folgende Frage im Qur’an: „Ihr, die Iman habt! Gehorcht Allah und Seinem Gesandten“? Und hat uns nicht der Prophet angewiesen: „Verrichtet das Gebet so, wie ihr mich habt beten sehen“?

Es ist tatsächlich für jeden Muslim verpflichtend, dem Gesandten Allahs zu folgen und zu gehorchen. Und bei Fragen, die eindeutig sind und keiner Interpretation bedürfen wie die Befehle für das fünfmalige Gebet oder das Fasten im Ramadan, können wir in der Tat direkt zu den Quellen gehen. Es gibt jedoch viele andere Fragen, in denen es Zweideutigkeiten und offenkundige Widersprüche gibt, die das Bild komplizieren und uns fragend zurücklassen, welcher Position wir folgen sollten.

So sagte der Prophet (was von Imam Malik in seiner Muwatta’ überliefert wurde) beispielsweise bei einer Gelegenheit: „Wer einen Imam hat, so ist die Rezitation des Imams seine Rezitation.“ Dies verweist darauf, dass nur der Imam hörbar rezitiert, während diejenigen hinter ihm still bleiben. Aber er sagte bei einer anderen Gelegenheit (überliefert von Bukhari in seinem Sahih von Ubada ibn Samit): „Es gibt kein Gebet für jenen, der nicht die Sura Al-Fatiha rezitiert.“ Dies bedeutet, dass jeder Betende, unabhängig davon, ob er der Imam ist oder einfach nur dem Imam folgt, Qur’an im Gebet rezitieren sollte.

Wenn man also dem einen Hadith folgt, dann handelt man in scheinbarem Widerspruch zu dem anderen. Was muss man also in solch einem Fall machen, in dem der direkte Zugang zur Hadithliteratur zu mehr Verwirrung als vorher führt? In solch einem Fall muss man zu einem Mudschtahid werden oder dem Idschtihad eines anderen folgen. In der Nachfolge des Idschtihad eines anderen folgen wir keiner anderen Rechtsquelle als der des Propheten, sondern ihm eher enger und noch korrekter. Dies macht die Sunna zugänglich.

Der Prozess des Idschtihads – die direkte Schaffung eines rechtlichen Urteils aus den Quellen – ist keine einfache Sache. Das Niveau und die Weite des Wissens, die er nötig macht, gehen über die meisten Gelehrten hinaus.

Imam Asch-Schinqiti zählte in seinem Lehrgedicht über die Grundlagen des Rechts eine Reihe an Vorbedingungen für den Idschtihad auf:

• Ein überragender Verstand, der in der Lage ist, die grundlegenden Prinzipien des Dins anzusprechen und zu verstehen.

• Vollständiges Wissen von der arabischen Sprache sowie ihr Wortschatz und all die dazugehörigen Werkzeuge – Grammatik, Morphologie, Rhetorik und sprachliche Figuren.

• Umfassendes Wissen vom Qur’an, insbesondere in Anblick auf die Ahkam-Verse; das heißt jene, die rechtliche Urteile enthalten – seine Nasikh wa’l-Mansukh (aufhebenden und aufgehobenen Verse) und seine Asbab An-Nuzul (die Ursachen für und die Umstände, unter denen qur’anische Verse offenbart wurde).

• Umfassendes Wissen von den Hadithen – insbesondere den aufhebenden und aufgehobenen; die Umstände, in denen es zu ihnen kam sowie Charakter, Biografie und Vertrauenswürdigkeit derjenigen, die sie überlieferten, und was sie Sahih macht oder auch nicht.

• Wissen von den Urteilen der früheren Gelehrten, insbesondere jenen, über zu denen es eine Übereinkunft gibt.

• Starkes Verständnis von Logik (Mantiq) und Analogie (Qijas).

Jeder, der über diese Vorbedingungen verfügt und sie erfüllt, gilt als Mudschtahid Mutlaq – als voller und unabhängiger Mudschtahid, der in der Lage ist, seine eigenen Usul zu formulieren. Solch einem Mann ist es nicht möglich, den Ansichten von anderen zu folgen, sondern er muss sich seine eigenen Meinungen bilden, die auf den direkten Quellen basieren. Diesen Grad an Idschtihad hatten viele Prophetengefährten, Nachfolger (Tabi’in) und die Gründer der vier Madhhabs und andere Gelehrte wie Al-Auza’i, Al-Laith oder Sufjan Ath-Thauri inne. Direkt nach ihnen kommt eine zweite Kategorie der Mudschtahids, der Mudschtahid Muntasib (angeschlossener Mudschtahid) genannt wird. Diese waren nicht an das Urteil eines bestimmten Mudschtahid Mutlaq gebunden, aber an dessen rechtliche Methodik (Usul). In diese Kategorie fallen die meisten Studenten der vier Imame wie Ibn Al-Qasim, Ibn Wahb, Muhammad Asch-Schaibani und Abu Jusuf.

Dann kommt der Mudschtahid fi’l-Madhhab, der dazu befähigt ist, die unterschiedlichen Positionen innerhalb einer Rechtsschule abzuwägen und auszuwählen und ihre Usul zu verwenden, wenn sich eine neue, bisher unbekannte Situation ergibt. Am Ende haben wir den Mudschtahid fi’l-Fatwa, der das gleiche bei einer bestimmten, spezifischen Frage tun kann. Diese beiden letzten Typen des Mudschtahid existieren auch heute noch und werden bis zum Tag von Qijama anhalten. Sie benutzen ihr Wissen, um mit neuen Situationen umzugehen, wenn sich diese ergeben, aber die Tür zum absoluten Idschtihad ist geschlossen und zwar schon seit rund eintausend Jahren.

Während dieser Zeit wurde die Behauptung irgendeines Gelehrten, unabhängig von seinem Grad des Wissens, auf einen absoluten Idschtihad nicht anerkannt. All die großen Gelehrten, Männer wie Imam An-Nawawi, Qadi Abu Bakr ibn Al-’Arabi, Imam At-Tahawi und Imam As-Sujuti bewegten sich innerhalb der Grenzen der vier Rechtsschulen und versuchten nicht, eigene zu begründen. Und wenn solche Männer dies als akzeptabel ansehen, warum sollten wir Schwierigkeiten dabei haben, das gleiche zu tun?

Für die meisten von uns wird der Idschtihad niemals zu einer Realität, da wir überhaupt nicht in der Pflicht stehen, uns das entsprechende Wissen anzueignen, das notwendig ist, um unsere eigenen Urteile zu fällen. Diese Aufgabe gilt immer nur für ein kleines Segment der Gesellschaft und wurde nicht der Mehrheit der muslimischen Umma auferlegt, da ihre zeitaufreibende Natur sie daran hindern würde, all jene anderen Aufgaben zu erfüllen, die für ein Funktionieren der Gesellschaft notwendig sind. Würden sie dies tun, dann käme die Öffentlichkeit zu einem abrupten Anhalten.

Wäre jeder gezwungen, bei einer anstehenden Frage Idschtihad zu machen, dann gäbe es keine politischen Führer, Ärzte, Bauern, Händler oder Handwerker. Armut und Verzweiflung wären im Anstieg begriffen, da niemand mehr sein Einkommen verdienen könnte. Und so ist es erlaubt für uns, ja tatsächlich sind wir sogar verpflichtet dazu, der Position der anderen zu folgen, die sich das notwendige Wissen angeeignet haben.

Allah weist uns im Qur’an an: „Fragt die Leute der Erinnerung, wenn ihr kein Wissen habt.“ Mit anderen Worten, fragt die Leute mit Wissen, wenn ihr euch nicht auskennt und folgt dem, was sie euch sagen. Dies ist die Essenz des Taqlid. Dieser wurde von Asch-Schinqiti wie folgt definiert: „Die Notwendigkeit der Befolgung der Madhhab eines anderen Mannes ohne Kenntnis von den gesonderten Beweisen, durch welche er diese Madhhab formuliert hat.“

Nach Ansicht der Mehrheit der Gelehrten im Usul, im Fiqh und im Hadith ist es verpflichtend für jeden, der nicht die Stufe von Mudschtahid Mutlaq erreicht hat, Taqlid einer Madhhab zu machen. Denn, wie wir bevor erwähnt haben, gilt der unabhängige Idschtihad nicht länger als akzeptabel. Also ist es verpflichtend für jeden einzelnen Muslim, sei er Gelehrter oder etwas anderes, einer Madhhab zu folgen. Die überwältigende Mehrheit der Leute des Wissens stimmen darin überein, dass heute nur vier Rechtsschulen verblieben sind. Imam As-Sawi schrieb in seinem Kommentar über einen berühmten Text zur ‘Aqida („Al-Dschauhar“): „Nach Meinung der Mehrheit ist es für jeden, der nicht den Rang des absoluten, unabhängigen Idschtihad erreicht hat, verpflichtend, die Madh­hab einer der vier ‘Ulama anzunehmen. Nachdem diese Übereinkunft getroffen wurde, ist es nicht mehr erlaubt, der Madhhab eines anderen zu folgen, denn diese wurden weder genau aufgezeichnet, noch fehlerfrei weitergegeben wie die der vier Imame. Sie wiederum erlangten umfassendes Wissen von den Aussagen und Positionen aller oder der meisten [Propheten-]Gefährten. Die Prinzipien der Madhhabs dieser vier Imame sind gut bekannt und ihre Einzelheiten wurden genauestens aufgezeichnet und niedergeschrieben. Und ihre Schüler und Nachfolger bewahrten und überarbeiteten diese Rechtsschulen, bis sie weit verbreitet wurden. Und nur durch ihre Nachfolge entledigt man sich der eigenen Verpflichtungen im Hinblick auf die Urteile des Dins. Madh­habs sterben nicht, nur weil derjenige, der sie begann, tot ist.“ Ähnliche Ansichten wurden von Imam Al-Laqqani, Qadi ‘Ijad, Imam Al-Qarafi und vielen anderen zum Ausdruck gebracht.

Die vier Imame, von denen hier die Rede war, sind in der ganzen muslimischen Welt bekannt und werden von ihr verehrt: Abu Hanifa, Malik, Asch-Schafi’i und Ahmad ibn Hanbal, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein. Sie alle hatten wundervolle Charaktereigenschaften, enorme Liebe für den Propheten und sehr viel Wissen.

Imam Abu Hanifa war der früheste von ihnen. Er wurde 80 nach der ­Hidschra geboren und entwickelte sich rasch zu einem der führenden Gelehrten seines Zeitalters. So hoch stand er im Ansehen seiner Zeitgenossen, dass ­Sufjan Ath-Thauri und Ibn Al-Mubarak sagten, dass er das meiste Fiqh in seiner ­Lebenszeit hatte. Er wurde auch überliefert, dass er jede Nacht den gesamten Qur’an in seinen Nachtgebeten ­rezitierte.

Imam Malik wurde laut der meisten Berichte 93 nach der Hidschra in Medina geboren, wo er Wissen von rund 700 der größten Gelehrten der Nachfolger (Tabi’in) nahm. Die meisten seiner Zeitgenossen erkannten in ihm den ‘Alim von Medina, von dem es in dem Hadith des Gesandten Allahs heißt: „Leute werden nach Osten und Westen auf der Suche nach Wissen gehen, aber sie werden keinen finden, der mehr ­Wissen hat als der ‘Alim von Medina.“ Die Liebe für den Propheten war bei Imam Malik so stark ausgeprägt, dass er an keiner Stelle Medinas mit ­Schuhen lief, aus Angst, dass er auf irgendeine Stelle treten könnte, auf welcher der Prophet gelaufen war.

Imam Asch-Schafi’i wurde um 150 nach der Hidschra in Mekka geboren, wo er auch aufwuchs. Er wurde beschenkt mit einem außergewöhnlichen Verstand, einem unglaublichen Gedächtnis und lernte den Qur’an und die Muwatta’ im Alter von 10 Jahren auswendig. Er lehrte in der Moschee. Seine beiden wichtigsten Lehrer waren Imam Malik und Muhammad Asch-Schaibani. Es wurde gesagt, dass er jener ‘Alim sei, von dem es in dem Bittgebet des Propheten heißt: „O Allah, leite die Quraisch Recht, denn die Wissenschaft des ‘Alim, der von ­ihnen stammt, wird die ganze Welt umfassen. O Allah! Du hast die ersten von ihnen Bitterkeit schmecken lassen, also lasse die letzten von ihnen die Belohnung schmecken. Es wurde auch von ihm gesagt, dass er den kompletten Qur’an in seinen nächtlichen Gebeten las.

Imam Ahmad ibn Hanbal war der letzte der vier Imame und wurde 164 nach der Hidschra in Khorasan geboren. Er studierte unter der Leitung von Imam Asch-Schafi’i und war einer der größten Hadithgelehrten seiner Zeit. Es heißt, er habe hunderttausende Hadithe auswendig gelernt. Über ihn sagte Imam Asch-Schafi’i: „Als ich Bagdad verließ, gab es keinen Mann mit mehr Wissen und mehr Verständnis vom Fiqh und mit mehr Gottesfurcht als Ahmad.“

Dies waren die vier Männer, welche die Sunna des Propheten für die kommenden Generationen bewahrten. Und es ist durch diese Männer, dass wir immer noch Zugang zu ihr haben – und nicht durch die Hadithbücher: Sufjan ibn Ujaina sagte: „Hadith sind eine Quelle für Irreleitung, außer in den Händen der Rechtsgelehrten.“

Also ist es verpflichtend, dass wir an diesen Madhhabs festhalten. Wir dürfen uns nicht durch jene täuschen lassen, die behaupten, dass dies bedeuten würde, wir folgten jemand anderem als dem Propheten. Und es spielt hier auch keine Rolle, welcher der vier man folgt, solange man daran festhält und im Herzen überzeugt ist, dass dies das korrekteste ist. Wer dies tut, hält fest, am Urwat Al-Wuthqa und an der Sunna des Größten und Edelsten der Menschheit, des ­Gesandten Allahs.

IZ – 25.11.2009

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der umstrittene Imam Ibn Qayyim al Jawziyya über die 4 Arten der Liebe

Vier Arten der Liebe

Ibn Al-Qayyim al Jawziyyah

Ibn Al-Qayyim (rahimu Allah) sagte bezüglich dieses Themas:

 

Es gibt vier Arten von Liebe, zwischen denen wir unterscheiden müssen. Und die, die vom Rechten Weg abkommen, tun dies, weil sie diese Unterscheidung nicht treffen. Die erste von ihnen ist die Liebe zu Allah, aber dies allein ist nicht ausreichend um eine Person von der Strafe Allahs zu bewahren und Seine Belohnung zu erlangen. Die Mushrikin, Christen, Juden und andere lieben alle Allah.

 

Die Zweite ist das zu lieben was Allah liebt. Dies ist, was eine Person in den Islam führt und weg vom Kufr. Der meist geliebte von Allah unter den Leuten ist derjenige, der am korrektesten und hingabevollsten in dieser Art von Liebe ist.

 

Die dritte Art ist die Liebe um Allahs Willen, die eins der Wesensmerkmale des Liebens ist von dem was Allah liebt. Die Liebe einer Person gegenüber dem was Allah liebt kann nicht vollkommen sein, wenn er nicht auch um Allahs Willen liebt.

 

Die Vierte ist die Liebe für etwas neben Allah, diese Liebe hat etwas mit Shirk zu tun. Jeder der Dinge neben Allah liebt, aber nicht um Allahs Willen, hat Allah diese Sache beigesellt. Dies ist die Liebe der Mushrikin.

 

Es bleibt noch eine fünfte Art übrig, die Liebe hat nichts mit unserem Thema zu tun; diese ist die natürliche Liebe, welche in der Neigung der Person liegt und seiner Natur entspricht, wie die Liebe einer durstigen Person gegenüber Wasser oder einer hungrigen Person gegenüber Essen, die Liebe gegenüber Schlaf oder gegenüber seiner Frau und Kindern. Es gibt nichts daran auszusetzen, es sei denn es hält die Person vom Gedenken Allahs ab oder von der Liebe Ihm gegenüber. Allah sagt (in der ungefähren Bedeutung):

 

[63:9] „O ihr, die ihr glaubt, lasset euch durch euer Vermögen und eure Kinder nicht vom Gedenken an Allah abhalten. Und wer das tut – das sind die Verlierenden.“

 

[24:37] „Männer, die weder Ware noch Handel vom Gedenken an Allah abhält und der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Zakah; sie fürchten einen Tag, an dem sich Herzen und Augen verdrehen werden.“

 

(Al-Jawaab al-Kaafi, 1/134)

 

Und er (rahimu Allah) sagte:

 

Der Unterschied zwischen der Liebe um Allahs Willen und der Liebe gegenüber einer Sache neben Allah ist einer der wichtigsten Unterscheidungen. Jeder sollte diese Unterscheidung treffen und wahrlich sie ist verpflichtend für uns. Die Liebe um Allahs Willen ist ein Zeichen der Vervollständigung des Glaubens, aber die Liebe gegenüber einer Sache neben Allah ist die Essenz von Shirk.

 

Der Unterschied zwischen den beiden ist, das die Liebe einer Person um Allahs Willen verbunden ist mit seiner liebe zu Allah; wenn diese Liebe stark in seinem Herzen vertreten ist, bestimmt diese Liebe, dass er das liebt, was Allah liebt. Wenn er das liebt, was sein Herr liebt und er die Freunde Allahs liebt, so ist dies die Liebe um Allahs Willen. So liebt er Seine Gesandten, Propheten, Engel und enge Freunde, weil Allah sie liebt und er hasst die, die sie hassen, weil Allah diese Leute hasst.

 

Das Zeichen für die Liebe und den Hass um Allahs Willen ist, dass sein Hass gegenüber denen die Allah hasst sich nicht in Liebe wandelt, nur weil diese Person ihn freundlich behandelt, ihm einen Dienst erweist oder ihm einige Notwenigkeiten erfüllt, die er hat. Seine Liebe für diejenigen, die Allah liebt wird sich nicht in Hass wandeln, nur weil diese Person etwas tut, was ihn verletzt oder kränkt, ob es nun durch einen Fehler oder absichtlich gemacht wurde, im Gehorsam gegenüber Allah oder weil die Person das Gefühl hat seine Gründe zu haben oder weil die Person ein Übeltäter ist, der seine Übeltaten aufgeben will und Reue zeigt.

 

Die gesamte Religion dreht sich um vier Grundregeln: Liebe und Hass, Handeln und Unterlassen. Die Person, dessen Liebe und Hass, Handlung und Unterlassen alle dem Willen Allahs unterliegen, hat seinen Glauben so vervollständigt, dass wenn er liebt, er um den Willen Allahs liebt, wenn er hasst, um den Willen Allahs hasst, wenn er etwas macht, es um den Willen Allahs macht und wenn er etwas unterlässt, er es um den Willen Allahs unterlässt. Soweit es ihm in diesen vier Kategorien Mangelt, mangelt es ihm an Glauben und Hingabe an seiner Religion. Dies steht im Kontrast zu der Liebe gegenüber Dingen neben Allah, welche zwei Arten sind. Eine wiederspricht den Prinzipien des Tauhid und ist Shirk; die andere wiederspricht der Vervollständigung von Aufrichtigkeit und Liebe gegenüber Allah, befördert eine Person aber nicht aus dem Islam.

 

Die erste Art gleicht der Liebe der Mushrikin gegenüber ihren Götzen und Göttern. Allah sagt (in der ungefähren Bedeutung):

 

[2:165] „Und es gibt unter den Menschen einige, die sich außer Allah Seinesgleichen (zum Anbeten) nehmen und lieben, wie man (nur) Allah lieben soll.“

 

Die Mushrikin lieben ihre Götzen und Götter neben Allah wie sie Allah lieben. Diese Liebe und Hingabe wird begleitet von Furcht, Hoffnung, Anbetung und Bittgebeten. Diese liebe ist purer Shirk, welches Allah nicht vergibt. Der Glaube kann nicht vervollständigt werden außer, dass die Person die Götzen als Feinde ansieht und sie intensiv hasst und die Leute hasst, die sie anbeten und sie als Feinde ansieht und sich gegen sie bemüht. Dies ist die Botschaft mit der Allah all Seine Gesandten sandte und all Seine Bücher offenbarte. ER schuf die Hölle für die Leute des Shirks, die die Beigesellungen lieben und ER schuf das Paradies für diejenigen, die sich gegen sie bemühen und sie als Feinde ansehen um Allahs Willen und um Sein Wohlgefallen zu erlangen.

 

Wer auch immer irgendetwas anbetet von der Nähe des Thrones bis zu den niedrigsten Tiefen der Erde und sich einen Gott und Träger neben Allah nimmt und bei anderen an der Anbetung teilnimmt, wird abgelehnt durch das Objekt seiner Anbetung, wenn er es am meisten benötigt. [d.h. am jüngsten Tage]

 

Die zweite Art ist die Liebe gegenüber Dingen, die Allah den Leuten attraktiv gemacht hat, wie Frauen, Kinder, Gold, Silber, schöne Pferde, Vieh und gut bebautes Land. Leute lieben diese Dinge in einer Art der Begierde, wie die Liebe eines Hungrigen gegenüber Essen und eines Durstigen gegenüber Wasser. Diese Liebe ist von drei Arten. Wenn die Person sie um den Willen Allahs liebt und sie als Mittel zum Gehorsam gegenüber Allah versteht, wird er dafür belohnt; es wird als ein Teil der Liebe um Allahs Willen angerechnet und versteht sich als Mittel Ihn zu erreichen und er wird stets Freude an ihnen finden. Dies ist wie der beste der Schöpfung (d.h. der Prophet (saws)) war, für den die Frauen und das Parfum lieb gebildet wurden in dieser Welt und seine Liebe für sie ihm half, Allah mehr zu lieben, Seine Botschaft zu übermitteln und Seine Befehle zu erfüllen.

 

Wenn eine Person diese Dinge liebt, weil sie mit seiner Natur und seinem eigenen Begierden übereinstimmen, aber er sie nicht Dingen, die Allah liebt und mit denen Er zufrieden ist, bevorzugt und er sie auf Grund seiner natürlichen Neigungen erlangt, dann fallen sie unter den erlaubten Dingen und er wird nicht dafür bestraft, aber seine Liebe zu Allah und um den Willen Allahs mangeln ein wenig.

 

Wenn sein alleiniger Zweck im Leben ist, diese Sachen zu erhalten und er ihnen Priorität verschafft über dem, was Allah liebt und mit denen Er zufrieden ist, dann schadet er sich und folgt seinen eigenen Begierden.

 

Die erste ist die Liebe der al-Saabiqoon (den führenden im Islam); die zweite ist die Liebe der al-muqtasidoon (den durchschnittlichen) und die dritte ist die Liebe der al-zaalimoon (den Überltätern).

 

Al-Rooh by Ibn al-Qayyim, 1/254.

 http://kitabundsunnah.wordpress.com/2007/12/15/vier-arten-der-liebe-ibn-al-qayyim-al-jawziyyah/

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christliche Kritik am Barnabasevangelium / Buchrezension, Teil2

Das Barnabasevangelium – Wahres Evangelium oder Mittelalterliche Fälschungvon Dr. Christine Schirrmacher

    Zur ersten deutschen Ausgabe des Barnabasevangeliums (Turban Verlag: Bonndorf, 1994. 319 S.)

Nun ist es also soweit: Das sogenannte ‘Barnabasevangelium’ liegt auch auf deutsch vor. Es trägt den Titel: Das Barnabasevangelium. Wahres Evangelium Jesu, genannt Christus,eines neuen Propheten von Gott, der Welt gesandt,gemäß dem Bericht des Barnabas, seines Apostels.

Die deutsche Herausgabe dieses Textes wurde von einem zum Islam konvertierten deutschen Ehepaar unternommen. Beide sind Mitglieder des mystischen Derwischordens der Naqshbandiyya, dessen Wurzeln in das 14. Jahrhundert zurückreichen. Der erst vor wenigen Jahren von ihnen gegründete Turban-Verlag, in dem jetzt auch das Barnabasevangelium erschien, führt größtenteils Titel muslimischer Autoren. Die Übersetzung des Barnabasevangeliums ins Deutsche ist vom Sprachlichen her ebenso gut gelungen wie die solide äußerliche Gestaltung des Buches.

Was hat es mit diesem Barnabasevangelium auf sich? Wenn der Leser das kurze Vorwort und den Klappentext des Buches studiert, erhält er den Eindruck, eine Originalquelle des frühen Christentums sei nach vielen Jahrhunderten endlich wieder aufgetaucht.

Die Herausgabe des Barnabasevangeliums auf deutsch (es erschien bis heute in mindestens 6-8 weiteren Sprachen) ist eine Fortsetzung der christlich-muslimischen Kontroverse um eine Schrift, die für sich selbst den Anspruch erhebt, das einzig wahre Evangelium zu sein. Von muslimischen Apologeten wird es auch fast durchgängig für das wahre Evangelium Jesu Christi gehalten, während Nichtmuslime es fast ebenso ausschließlich als Fälschung aus dem Mittelalter ablehnen. Diese Kontroverse begann bereits Anfang des 18. Jahrhunderts, als die ersten Stellungnahmen pro und contra Barnabasevangelium in Europa und in Indien veröffentlicht wurden.

Lange war nur ein einziges Exemplar dieses Evangeliums in italienischer Sprache bekannt, das heute für jeden Interessierten in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien einzusehen ist. Bekommt man in Wien dieses kleine Bändchen in die Hand, kann man kaum glauben, daß dieses Buch in den letzten 100 Jahren zwischen Christen und Muslimen so viel Unruhe ausgelöst hat.

Außer dem italienischen Manuskript sind aus dem 18. Jahrhundert zwei spanische Manuskripte bekannt, von denen eines als vollkommen verschollen gelten muß, während das andere als unvollständiges Manskript erst 1976 erneut in Sydney aufgefunden wurde, wo es sich noch heute befindet. Außer dem italienischen und den beiden spanischen Handschriften wurde nie eine griechische, lateinische oder hebräische Handschrift aufgefunden und niemals ein echter historischer Beweis dafür erbracht, daß das Barnabasevangelium vor dem 16. Jahrhundert existiert hat.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Christen in der islamischen Welt mit so vielen Gerüchten über dieses angeblich wahre Evangelium konfrontiert, von dessen Text zu diesem Zeitpunkt lediglich Bruchstücke veröffentlicht waren, daß sich zwei Mitarbeiter der Anglikanischen Kirche, Lonsdale und Laura Ragg, zu einer vollständigen Edition und Übersetzung des italienischen Textes auf englisch entschlossen. 1907 erschien die zweisprachige italienisch-englische Edition. 1908 wurde das Barnabasevangelium bereits auf arabisch übersetzt. Danach hat es in der islamischen Welt eine ungeheure Rolle als Waffe gegen das Christentum gespielt.

Warum treten Muslime derart vehement für dieses Evangelium ein? Weil es vorgibt, das einzige Evangelium von einem Augenzeugen des Lebens Jesu zu sein, und den Anspruch erhebt, die Wahrheit über das Christentum zu enthalten. Gleichzeitig lehnt es die grundlegenden christlichen Glaubenssätze ab, die auch der Islam verwirft: Das Barnabasevangelium leugnet die Gottessohnschaft Jesu, seinen Erlösertod am Kreuz und seine Auferstehung. Damit wird es als ‘christliches’ Evangelium zum Kronzeugen gegen das – wie Muslime meinen, entartete und verfälschte – paulinische Christentum, während es gleichzeitig die Aussagen des Korans bestätigt. Daß die wahre christliche Offenbarung also nicht mit dem Islam im Widerspruch steht, sondern mit ihr harmoniert ist ein immer wieder vorgebrachtes muslimisches Dogma, das – aus muslimischer Sicht – durch das Barnabasevangelium bestätigt wird.

Das Evangelium, das jüdische, christliche und muslimische Elemente in sich vereinigt, schildert die Lebensgeschichte von Jesus Christus und seinen Jüngern von der Ankündigung der Geburt Jesu bis zu seinem Tod, es berichtet von Jesu Wundern, seinen Gleichnisse und Belehrungen, vom letzten Abendmahl, dem Verrat, dem Prozeß und der Kreuzigung, der das Barnabasevangelium eine islamische Deutung gibt: nicht Jesus, sondern Judas stirbt am Kreuz. Diese ‘Ersatztheorie’, die besagt, daß Judas mit Jesus verwechselt wurde und an seiner Stelle am Kreuz starb, ist heute die wohl am häufigsten anzutreffende Meinung unter muslimischen Theologen über die Kreuzigung. Die einzige Aussage des Korans über die Kreuzigung in Sure 4,157-158 spricht nur in dunklen Andeutungen über das Ereignis und könnte so ausgelegt werden, daß nicht Jesus, sondern ein anderer gekreuzigt wurde. Mit der Erklärung, dies sei Judas gewesen, legt das Barnabasevangelium gewissermaßen den Koran aus.

Wohl für jeden Nichtmuslim, der das Barnabasevangelium nicht aus Parteinahme für den Islam verteidigen möchte, gibt es schwerwiegende Gründe, die gegen die Echtheit dieses Evangeliums sprechen, denn alles deutet auf eine Abfassungszeit zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert hin. Viel schwieriger ist die Frage nach der Absicht und den Umständen der Abfassung des Barnabasevangeliums zu beantworten. Nichtmuslime gehen meist davon aus, daß ein ehemaliger Christ, der zum Islam konvertiert und daher sowohl mit dem Christentum als auch mit dem Islam vertraut war, solch ein Evangelium verfaßt haben könnte. Dies geschah möglicherweise aus Rache am Christentum aufgrund der spanischen Inquisition im 16./17. Jahrhundert, denn Spanien ist ein möglicher Ursprungsort des Barnabasevangeliums.

Da muslimische Apologeten davon ausgehen, daß das Barnabasevangelium ein frühchristliches Dokument ist, versuchen sie, die Echtheit des Barnabasevangeliums zu beweisen, indem sie nach Spuren oder Vorläufern des Textes in der frühchristlichen Kirchengeschichte suchen. Es werden mehrere Dokumente aus der frühchristlichen Kirchengeschichte angeführt, um zu ‘belegen’, daß der Autor des Barnabasevangeliums und dieser frühchristlichen Dokumente miteinander identisch seien.

Zu den Dokumenten, die von muslimischen Apologeten dafür herangezogen werden, gehört der kurze Barnabasbrief: Er enthält jedoch nur kurze 21 Kapitel, während das Barnabasevangelium 222 lange Kapitel umfaßt. Muslime führen weiter die Barnabasakten an: Dies ist ein pseudoepigraphisches Werk aus dem 5. Jahrhundert auf Griechisch. Ebenso ist der häufig genannte Codex Barocci 39 nur ein kurzes Textfragment, das keinen Hinweis darauf gibt, es könnte mit dem heutigen Barnabasevangelium übereinstimmen. Das ‘Decretum Gelasianum de libris recipiendis et non recipiendis’ aus dem 4./5. Jahrhundert n. Chr. führt zwar ein Barnabasevangelium in der Liste seiner Schriften auf, aber von diesem Barnabasevangelium ist nichts erhalten, so daß es reine Spekulation bleiben muß, daß dieses Barnabasevangelium mit dem heutigen Text etwas zu tun haben könnte. Gleichermaßen verhält es sich mit dem ‘Verzeichnis’ der 60 Kanonischen Bücher’ aus der Zeit des 7. bis 8. Jahrhunderts, das ein Barnabasevangelium namentlich aufführt. Alle Dokumente wie auch die frühchristliche Kirchengeschichte insgesamt geben jedoch keinerlei Hinweise darauf, daß jemals eine Verbindung zu dem Barnabasevangelium existiert hat, um den sich die christlich-muslimische Kontroverse heute dreht.

Das heute vorliegende Barnabasevangelium enthält islamisches Gedankengut, das – obwohl außer von der Person Muhammads nirgends offiziell vom Islam die Rede ist – stark an den Koran und die muslimische Überlieferung erinnert. Da der Islam erst im 7. Jahrhundert n. Chr. enstand, kann das Evangelium nicht aus frühchristlicher Zeit stammen. Etliche Aussagen des Barnabasevangeliums sind zudem mit der Geschichte und Geographie Palästinas unvereinbar, so daß es kaum vorstellbar scheint, der Autor des Barnabasevangeliums könnte in Palästina gelebt haben. Darüberhinaus fehlt eine verläßliche Quelle, die vor dem Beginn des 18. Jahrhunderts von dem Inhalt des Barnabasevangeliums berichtet. Aber auch darüberhinaus sprechen etliche Anhaltspunkte aus dem Text selbst für ein spätmittelalterliches oder frühneuzeitliches Abfassungsdatum zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert. So machen etwa folgende Beispiele eine Datierung des Textes in die das erste nachchristliche Jahrhundert unwahrscheinlich:

Das Barnabasevangelium erhebt den Vorwurf der Verfälschung des Alten Testamentes durch die menschlichen Traditionen der “falschen Pharisäer”, obwohl die Partei der Pharisäer erst zwischen 135 und 104 v. Chr. entstand.

Mehrere Propheten wie Adam, Abraham, Ismael, Mose, David und Jesus, der Sohn der Maria, werden als “Gesandte Gottes” bestätigt: Dies ist zwar die Sicht des Korans, aber keine christliche Anschauung, die zwischen Adam, Abraham und Jesus erhebliche Unterschiede macht und nicht alle gleichermaßen als ‘Gesandte’ bezeichnet.

Adam rezitiert im Barnabasevangelium sogar das islamische Gaubensbekenntnis, das zu frühchristlicher Zeit natürlich noch niemand gekannt haben kann, da der Islam erst im 7. Jahrhundert n. Chr. entstand.

Die Verheißung der Geburt Jesu wurde, wie das Barnabasevangelium berichtet, Ismael, nicht Isaak gegeben, und Ismael wurde statt Isaak von Abraham geopfert: Dies ist die islamische Sicht der Abrahamsgeschichte, aber keine christliche Anschauung.

Jesus stammt im Barnabasevangelium nicht von David ab: In der Bibel eine klar bezeugte Aussage.

An Maria und Joseph ergeht im Barnabasevangelium der Befehl Gottes, Jesus von Wein, starkem Getränk und unreinem Fleisch – also Schweinefleisch – fernzuhalten: Das Verbot von Schweinefleisch und Wein ist jedoch ein islamisches Verbot, kein christliches.

Jesus ist nach Aussage des Barnabasevangeliums nur zu Israel gesandt: Das entspricht der muslimischen Theologie, die davon ausgeht, daß jeder Prophet der Geschichte nur partiell zu seinem besonderen Volk gesandt war. Nur Muhammad war nach muslimischer Ansicht zu der ganzen Welt gesandt.

Als Jesus im Barnabasevangelium seine Offenbarung im Alter von 30 Jahren erhält, wird er beim Mittagsgebet von einem hellen Licht umstrahlt und von Engeln umgeben, während der Engel Gabriel Jesus ein Buch übergibt, das in sein Herz eindringt: Es ist eine muslimische Ansicht, daß der Engel Gabriel Muhammad seine Botschaft übermittelte.

Jesus bezeichnet Muhammad im Barnabasevangelium als den Größeren, dem er nicht wert ist, den Schuhriemen aufzulösen: Hier übernimmt Jesus die Rolle Johannes des Täufers aus dem Neuen Testament.

Jesus kündigt im Barnabasevangelium das Kommen Muhammads an und nennt auch schon den Namen Muhammad. Jesus bittet Gott, Muhammad zu senden, um die Welt zu retten: Niemand hat zur Zeit Jesu gewußt, daß sechs Jahrhunderte nach Jesu Tod Muhammad auf der Arabischen Halbinsel für sich in Anspruch nehmen würde, von Gott gesandt zu sein und die Wahrheit zu predigen. Aus christlicher Sicht ist es unmöglich, daß Jesus Muhammad ankündigte und Gott, seinen Vater, bat, Muhammad zu senden.

Die Kreuzigung des Judas im Barnabasevangelium entspricht nicht den Berichten der Evangelien: Hier wird eine islamische Deutung der Kreuzigung vorgenommen, die jedoch mit der einzigen Koranstelle zur Kreuzigung (Sure 4,157-158) in Einklang gebracht werden könnte.

Das Barnabasevangelium nimmt bereits eine apologetische Deutung des Christentums vor, wenn es darauf anspielt, daß der Apostel Paulus von einigen christlichen Dogmen abgewichen sei. So beklagt Barnabas etwa, von Paulus zu der Lehre von der Gottessohnschaft Jesu verführt worden zu sein. Daß Paulus der ‘Verderber’ des ursprünglichen Christentums sei, ist eine Anschauung, die von europäischen Bibelkritikern und islamischen Apologeten gleichermaßen immer von neuem wiederholt wird, aber für bibeltreue Christen falsch sein muß.

Gleichzeitig muß an dieser Stelle betont werden, daß es auch Aussagen im Barnabasevangelium gibt, die weder mit dem Koran noch mit der Bibel in Einklang zu bringen sind. Zu den vom Koran abweichenden Aussagen gehören etwa Barnabas’ Ausführungen über die Hölle als einem nur zeitweiligen Aufenthaltsort der Sünder, denn der Koran läßt keinen Zweifel daran, daß einmal in die Hölle Verbannte dort auf ewig bleiben müssen.

Im Widerspruch zum Koran steht auch die im Barnabasevangelium immer neu wiederholte Aussage, daß Muhammad der Messias sei, während es gleichzeitig mehrfach leugnet, daß Jesus der Messias ist. Es bezeichnet Jesus jedoch als “chrissto” (Christus). Man hat daher vermutet, daß der Autor nicht wußte, daß ‘Christus’ die griechische Übersetzung des hebräischen ‘Messias’ (‘der Gesalbte’) ist.

Im Koran wird Jesus in Jerusalem geboren, im Barnabasevangelium in Bethlehem. Im Koran kommt er unter einer Palme zur Welt, im Barnabasevangelium in einer Herberge. Im Koran leidet Maria große Schmerzen bei der Geburt (vgl. Sure 19,23), im Barnabasevangelium bringt sie Jesus ohne Schmerzen auf die Welt. Der Koran kennt sieben Himmel (Sure 2,29), das Barnabasevangelium neun. Der zehnte Himmel ist dort das Paradies. Das Barnabasevangelium tritt eindeutig für die Monogamie ein, während die Mehrzahl der Muslime in Sure 4,3 eine Erlaubnis zur Heirat von bis zu vier Frauen erkennt.

Das Barnabasevangelium selbst weist darauf hin, daß das ursprüngliche Evangelium verfälscht worden sei. Wäre Barnabas tatsächlich ein Zeitgenosse Jesu gewesen, wäre das Neue Testament noch gar nicht abgeschlossen gewesen. Damit hätte das Barnabasevangelium sein eigenes Schicksal vorausgesagt. Zudem macht der Autor des Barnabasevangeliums durch geographische und historische Mißgriffe deutlich, daß er weder Palästina jemals besucht noch im ersten nachchristlichen Jahrhundert gelebt haben kann:

Im Barnabasevangelium ist Nazareth ein Ort an der Küste des Sees Genezareth. Nazareth liegt jedoch auf einem Hügel. Jesus steigt nach dem Bericht des Barnabasevangeliums vom See Genezareth nach Kapernaum hinauf. Kapernaum liegt jedoch direkt am See Genezareth. Das Barnabasevangelium berichtet, daß Jesus in ein Schiff gestiegen und nach Jerusalem gefahren sei. Jerusalem liegt jedoch im Landesinneren und ist nicht per Schiff erreichbar. Ninive liegt nach der Beschreibung des Barnabasevangeliums in der Nähe der Mittelmeerküste. Es ist jedoch am Tigris im Landesinnern gelegen.

Die Zeitangaben zur Geburt Jesu im Barnabasevangelium stimmen im Verhältnis zu den Amtszeiten des Pilatus, Ananias und Kaiphas nicht mit der historischen Überlieferung überein. Das Barnabasevangelium berichtet von 600.000 römischen Soldaten in Palästina. So viele Soldaten gab es im ersten nachchristlichen Jahrhundert jedoch möglicherweise nur im gesamten Römischen Reich, keinesfalls jedoch in Palästina. Das Barnabasevangelium berichtet von 17.000 Pharisäern zur Zeit des Alten Testamentes. Die Partei der Pharisäer entstand jedoch erst im zweiten vorchristlichen Jahrhundert. Das Barnabasevangelium beschreibt einen europäischen Sommer: “alles trägt Frucht”. In Palästina regnet es jedoch im Winter, und im Sommer ist das Land trocken.

Die Herausgeber der ersten italienisch-englischen Edition des Barnabasevangeliums Lonsdale und Laura Ragg wiesen zudem bereits auf auffällige Parallelen zwischen dem Barnabasevangelium und den Werken des größten italienischen Dichters Dante Alighieri (1265-1321) wie etwa ‘La divina commedia’ (Die göttliche Komödie) hin, und zwar insbesondere hinsichtlich Dantes Darstellungen von Himmel, Hölle und Paradies. So stimmt etwa die Zahl von neun, bzw. einschließlich des Paradieses von zehn Himmeln aus dem Barnabasevangelium ebenso wie die Unterteilung der Hölle in sieben Zentren mit Dantes Schilderung von zehn Himmeln überein. Was die unmittelbare Beziehung beider Texte zueinander betrifft, so hat Lonsdale Ragg, ein Experte für italienische mittelalterliche Literatur – die Vermutung geäußert, daß das Barnabasevangelium und Dantes “Göttliche Komödie” zwar unabhängig voneinander, aber hinsichtlich ihres Umfeldes in enger Beziehung zueinander entstanden sind. Die wahrscheinlichste Abfassungszeit des Barnabasevangeliums liegt für Lonsdale Ragg zwischen 1300 und 1350. Nachfolgende Forscher haben diesen Zeitraum bis etwa zum 16. Jahrhundert erweitert. Folgende Fakten sprechen für eine mittelalterliche Abfassungszeit:

Nach der Beschreibung des Barnabasevangeliums wird das ‘Jubeljahr’ im Abstand von 100 Jahren gefeiert, während das Alte Testament einen 50jährigen Zeitraum nennt. Im Jahr 1300 n. Chr. setzte Papst Bonifatius VIII. die Jubeljahrfeier auf einen 100jährigen Turnus fest. Aber schon im Jahr 1343 verkürzte Clemens VI. die Zeit auf 50 Jahre und kündigte das nächste Jubeljahr für das Jahr 1350 an. So war die Frist für die Feier des Jubeljahres nur zwischen 1300 und 1343 auf einen 100jährigen Abstand festgelegt, wie das Barnabasevangelium beschreibt. Urban VI. verkürzte 1389 die Frist auf einen 33jährigen und Paul II. im Jahr 1470 auf einen 25jährigen Abstand, der bis zur Gegenwart beibehalten wurde.

Das Barnabasevangelium tritt für Verhaltensweisen ein, die stark an die mittelalterliche Mönchsaskese erinnern. So wird an etlichen Stellen Lachen als Sünde verurteilt, Weinen gilt jedoch als Zeichen geistlichen Lebens. Das Barnabasevangelium zitiert Bibelverse nach der lateinischen Vulgataübersetzung, die erst Ende des vierten Jahrhunderts entstand und zur offiziellen katholischen Bibel wurde. Das Barnabasevangelium berichtet, Jesus und seine Jünger hätten “die 40 Tage gehalten”. Die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern wurde jedoch erst im vierten Jahrhundert n. Chr. eingeführt und sollte an das Leiden und Sterben Jesu erinnern, was vor seinem Tod unmöglich war. Das Barnabasevangelium erwähnt eine Goldmünze, den Dinar zu 60 minuti. Diese Münze wurde nur kurze Zeit im Mittelalter in Spanien verwendet; ein Argument, das die These von der Entstehung des Barnabasevangeliums in Spanien zu stützen scheint. Im Barnabasevangelium werden Holzfässer zur Weinaufbewahrung erwähnt, im Nahen Osten waren jedoch Lederschläuche üblich. Im Gegensatz zum Koran beschreibt das Barnabasevangelium, daß Maria ihr Kind ohne Schmerzen zur Welt bringt; eine Lehre, die erst in der Kirche des Mittelalters aufkam. Das Barnabasevangelium betont die Bedeutung der Almosen, des Fastens, der Wallfahrt und des fünfmaligen Gebetes, das auch Jesus ausführt, womit der Text auf einen Zeitraum nach der Entstehung des Islam im 7. Jahrhundert n. Chr. hinweist. Im Barnabasevangelium wird die verbotene Frucht im Paradies, die das Alte Testament nicht näher bestimmt, als Apfel bezeichnet; ebenfalls eine Entwicklung der späteren Kirchengeschichte.

Auf diese und einige weitere Punkte stützten sich die meisten Abhandlungen von nicht-muslimischer Seite in ihrer Ablehnung der Annahme, bei dem heutigen Barnabasevangelium in italienischer Sprache handle es sich um ein Dokument der frühen Kirchengeschichte.

Bis heute erscheinen in etlichen islamischen Ländern – vor allem von Christen – Abhandlungen, die sich gegen die Echtheit des Barnabasevangeliums wenden, und ebenfalls bis heute geht das Bemühen von muslimischer Seite dahin, zu ‘beweisen’, daß dieses Barnabasevangelium das einzig wahre Evangelium ist und die vier Evangelien des Neuen Testamentes Fälschungen darstellen. In diesem Zusammenhang muß die deutsche Übersetzung des italienischen Barnabasevangeliums betrachtet werden. Sie beschränkt sich allerdings im wesentlichen auf den Text selbst und behandelt das Evangelium so, als sei der Autor ohne Frage der neutestamentliche Apostel Barnabas selbst. Lediglich eine Pressemitteilung spricht von “unvermeidlich auftretenden Fragen nach seiner Echtheit und exegetischen Fragen”, ohne näher darauf einzugehen, wum welche Fragen der Echtheit es sich dabei handeln könnte. Das knappe Vorwort des Buches mit dem Titel “Zur Geschichte des Barnabas-Evangeliums” enthält nur einen Bruchteil dieser Geschichte und geht mit keinem Wort auf die vielen Schriften und Argumente ein, die von nichtmuslimischer Seite bisher vorgebracht wurden, um die Echtheit des Barnabasevangeliums als frühchristliches Evangelium zu widerlegen. In letzter Konsequenz entscheidet die Weltanschauung des Betrachters darüber, wieviel Echtheit dem Barnabasevangelium zugebilligt wird. Für Muslime bestätigt es den Koran und die islamischen Dogmen und ist daher wahr, während es für Christen im Widerspruch zum Alten und Neuen Testament steht und daher unwahr ist. Letzlich wird es daher von Muslimen befürwortet und von Christen abgelehnt.

Mit der Befürwortung der Echtheit dieses Evangeliums geht die immer wieder von Muslimen vorgebrachte Behauptung Hand in Hand, die christliche Kirche habe versucht, dieses wahre Evangelium vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Christen bemühten sich erstmals um eine vollständige Textedition im Jahr 1907. Seitdem ist das Barnabasevangelium in etlichen Sprachen zugänglich. Vor dem Aufkommen der muslimischen Stellungnahmen pro Barnabasevangelium hatte in Europa niemand Interesse an einer neuen apokryphen Schrift.

Abschließend soll auf einige Aussagen des Vorwortes zur vorliegenden deutschen Übersetzung des Barnabasevangeliums eingegangen werden:

1. Die Behauptung des Klappentextes “Eine Urschrift (des Barnabasevangeliums) wurde jüngst in der Türkei aufgefunden” entspricht leider nicht den nachprüfbaren Tatsachen. Mit Sicherheit haben die Herausgeber des Barnabasevangeliums diese “Urschrift” oder ein Foto von ihr nie gesehen, denn sie zitieren lediglich einen Zeitungsartikel aus der türkischen Tageszeitung “Türkiye” vom 25.7.1986 als Quelle. Zu Beginn der 80er Jahre tauchten in der Türkei tatsächlich mehrere Zeitungsartikel über die Entdeckung eines “alten Bibelmanuskriptes” in einer Höhle in der Nähe von Hakkari in Südanatolien auf, dessen Gewicht etwa 50 kg betrage und dessen Alter mit der Radio-Carbon-Methode (C14) auf 1900 Jahre bestimmt worden sei. Es handle sich hierbei um das originale Barnabasevangelium in der “Arami-Suryani-Sprache” (das Vorwort zur deutschen Übersetzung bezeichnet diese Sprache jetzt als “Aramäisch”), das beim Konzil von Iznik (Nicäa) im Jahr 325 unterdrückt worden sei. Auf das Manuskript sei man aufmerksam geworden, als es über die östliche Grenze außer Landes geschmuggelt werden sollte. Man fügte die Warnung hinzu, diesen Text nicht in die Hände von Christen geraten zu lassen, da diese ihn mit Sicherheit zerstören würden. Nur kurze Zeit später erschien hierzu eine Gegenstellungnahme von Ron Pankow aus Istanbul, die klarstellte, daß in der Türkei lediglich mehrere Manuskripte des Neuen Testamentes und ein Manuskript einer vollständigen Bibel aufgefunden worden seien, die höchstens 400 Jahre alte nestorianische Texte in aramäischer Sprache darstellten. Mit einem Barnabasevangelium, womöglich aus der frühchristlichen Kirchengeschichte habe dieser Fund jedoch nichts zu tun.

Ein solcher Fund wäre im übrigen eine Weltsensation gewesen. Schon wegen seines hohen Alters wäre der Text weltbekannt geworden, aber wieviel mehr, wenn es sich dabei um ein Evangelium gehandelt hätte. Immerhin konnte bisher kein hebräisches, aramäisches, griechisches oder lateinisches Original des Barnabasevangeliums aufgefunden werden, das den letzten Baustein in der muslimischen Argumentation zugunsten der Echtheit und des Alters des Textes bilden würde.

2. Ferner greift das Vorwort der deutschen Textedition die von muslimischer Seite immer wieder vorgebrachte Behauptung auf, auf Zypern sei im Grab des als Märtyrer verstorbenen Barnabas das Barnabasevangelium auf seiner Brust aufgefunden worden. Das ist jedoch nicht der Fall. Es gibt keinen einzigen historisch nachprüfbaren Hinweis dafür, daß die beiden einzigen uns bekannten Manuskripte des Barnabasevangeliums auf italienisch und spanisch in einem Vorläufer schon zu frühchristlicher Zeit existiert haben, geschweige denn dafür, daß sie jemals mit Zypern in Berührung gekommen sind. Woher stammt dann diese muslimische Annahme?

Sie stammt aus einer zypriotischen Legende aus dem fünften Jahrhundert, welche nach Auskunft eines Autors aus dem 16. Jahrhundert berichten soll, daß Barnabas dem Bischof von Salamis (Zypern) in einer Vision erschienen sei und ihm von einer Höhle, einem Sarg und einem Leichnam erzählt habe, auf dessen Brust der Bischof das Evangelium finden werde, das Barnabas mit eigenen Händen abgeschrieben habe, nachdem er es von dem Apostel und Evangelisten Matthäus empfangen habe. Es handelt sich also bei dieser Legende – deren historische Zuverlässigkeit im übrigen immer wieder bezweifelt wurde – eindeutig um das Matthäusevangelium und nicht um ein Barnabasevangelium. Von muslimischer Seite ist diese Legende dahingehend umgedeutet worden, daß Barnabas dieses Evangelium selbst verfaßt habe.

3. Auch der in der deutschen Textedition als Tatsache berichtete Verweis darauf, daß dasselbe Barnabasevangelium schon im sog. ‘Gelasius-Dekret’ des 5. Jahrhunderts “eine erste gesicherte Erwähnung” (S. 8) findet, kann so nicht als Tatsache stehengelassen werden. Das ‘Decretum Gelasianum de libris recipiendis et non recipiendis’, möglicherweise südgallischen oder norditalienischen Ursprungs vom Ende des fünften oder Anfang des sechsten Jahrhunderts, wurde nach Papst Gelasius (regierte 492-496) benannt; einige Teile werden auf Papst Damasus (regierte 366-384) zurückgeführt. Im fünften Teil des Dekrets befindet sich u. a. ein Katalog apokrypher, von der Kirche als unkanonisch verworfener Schriften. Darunter wird neben etlichen anderen Evangelien der Apostel Jakobus, Petrus oder Andreas ein ‘Barnabasevangelium’ mit dem Titel ‘Evangelium nomine Barnabae apocryphum’, oder, mit anderer Lesart, ‘Barnabas et apostoli’ aufgeführt, woraus deutlich wird, das dieses Evangelium, wie später vielfach von muslimischer Seite behauptet, jedenfalls nicht in Opposition gegen die Evangelienberichte der übrigen Apostel geschrieben worden sein kann. Es gibt keinerlei Beweis dafür, daß dieses im Gelasius-Dekret erwähnte Evangelium, von dem heute niemand mehr kennt als bloß den Namen, da kein einziges Textfragment erhalten ist, mit dem wahrscheinlich im Spätmittelalter abgefaßten Evangelium identisch sein könnte.

4. Ferner erzählt das Vorwort der deutschen Textedition aus dem Vorwort der spanischen Ausgabe nach, daß ein Mönch namens Fra Marino das Manuskript aus der Bibliothek Papst Sixtus V. (regierte 1585-1590) entwendet haben soll, während der Papst, der ihm in seiner Bibliothek das Barnabasevangelium zeigen wollte, plötzlich eingeschlafen war. Fra Marino sah sich aus Langeweile in der Bibliothek um, und das erste Buch, das er aus dem Regal nahm, war zufällig eben dasselbe Barnabasevangelium. Er verbarg es in seinem Mantel und entwendete es aus der päpstlichen Bibliothek, nachdem der Papst erwacht war und ihn aus der Bibliothek geführt hatte. Fra Marino studierte das Barnabasevangelium und wurde Muslim. Später floh er nach Istanbul. – Diese Erzählung wird von den Befürwortern der Echtheit des Textes – wie auch in vorliegender Textedition – als Meilenstein der Erwähnung des Barnabasevangeliums im Mittelalter herangezogen, ohne in Rechnung zu ziehen, daß sich diese Geschichte ja im Barnabasevangelium selbst befindet, das sich als echtes Evangelium bezeichnet, also zum Erweis der Historizität des Textes nicht viel beitragen kann.

Nach der dem Buch beiliegenden Presseinformation soll die Veröffentlichung den “interkulturellen Dialog … befördern”. Christen, die ihrerseits von der Wahrheit des Neuen und Alten Testamentes überzeugt sind, werden das Barnabasevangelium nur als eine von vielen Fälschungen ablehnen können. Allerdings verstehen muslimische Theologen unter ‘Dialog’ im allgemeinen eher den Erweis der Überlegenheit des Islam und vielleicht auch die Aufdeckung von Mißverständnissen zwischen beiden Religionen, keinesfalls aber das Aufgaben islamischer Positionen und Dogmen. Wer jedenfalls die Einführung und den Text des Barnabasevangeliums liest, lernt nur die muslimische Sichtweise zu diesem Text kennen und erhält den Eindruck, als ob hier eine historische Originalquelle aus dem 1. Jahrhundert auf deutsch zugänglich gemacht würde; er erhält aber keinen echten Hinweis auf die vielen Einwände gegen die Echtheit des Barnabasevangeliums. Jedenfalls wird sich dieses Buch in den deutschen Buchmarkt mit seinen seinen derzeit aus dem Boden schießenden Jesus-Bestsellern und ihren zahlreichen, von der Bibel abweichenden Theorien gut einordnen.

Dr. Christine Schirrmacher

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Buchrezension zum Buch “Barnabasevangelium “( Apokryphen )/ Teil1

Einleitung zum Thema :
Buchrezension “Barnabasevangelium “
in drei Teilen

Ich hatte mehrfach vor das Buch “das Barnabasevangelium ” aus dem Spohr Verlag zu kaufen , was ich nun vor einigen Tagen hat & ziemliche nackenschmerzen wegen dem Veriefen in diesem ehrwürdigen Meisterwerk des Christentums .

Im zweiten Teil meiner Buchrezension werde ich inscha Allah die
” gute Frau Christine Schirrmacher ( rofl) ” zu Wort kommen lassen .

Im dritten Teil werde ich einige christliche Kritikpunkte am Barnabasevangelium ” widerlegen & einige spirtuelle -mystische sowie islamische Vereinbarkeiten hinzufügen .

Hier die Einleitung :

Apokryphen (auch: apokryphe Schriften; griechisch: ἀπόκρυφος „verborgen“, Plural ἀπόκρυφα) sind Texte, die im Entstehungsprozess der Bibel nicht in deren Kanon aufgenommen wurden: aus inhaltlichen Gründen, weil sie damals nicht allgemein bekannt waren, aus religionspolitischen Gründen oder weil sie – selten – erst nach Abschluss des Kanons entstanden sind.

Der Begriff wurde im 2. Jahrhundert von christlichen Theologen geprägt und bedeutete anfangs nicht nur „außerkanonisch“, sondern zugleich „häretisch“: Er wertete die ausgegrenzten Schriften als Irrlehre oder Fälschung ab. Er wurde vor allem auf Literatur aus dem Umfeld des Gnostizismus bezogen, die ihre nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Texte mit dem Wort „apokryph“ als „Geheimlehren“ darstellten.

Zuerst hat das Judentum mit der Kanonisierung des Tanach (um 135) eine Reihe von Schriften als außerkanonisch ausgegrenzt. Die protestantischen Kirchen ordnen diese den Apokryphen des Alten Testaments (AT) zu, während die katholische und orthodoxe Kirche einige davon in ihren Kanon aufgenommen haben. Bei den Apokryphen des Neuen Testaments (NT) dagegen sind die christlichen Konfessionen weitgehend einig.

Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch werden heute allgemein außerkanonische frühchristliche Schriften unter diesen Oberbegriff gestellt, die nicht zu den Schriften der sogenannten Apostolischen Väter gehören. Dieser Begriff wurde im 17. Jahrhundert für frühchristliche Schriften geprägt, von denen man eine Übereinstimmung mit der Lehre der Apostel (zur Mission berufenen Auferstehungszeugen Jesu Christi) annimmt. Einige dieser Schriften sind ebenfalls schon vor 100 entstanden, sind aber keine Evangelien oder Apokalypsen und haben eine andere Funktion für das Christentum: Sie sind lehrhafte, seelsorgerliche Briefe oder kommentieren bereits vorgegebene NT-Überlieferung.

Dabei sind die Grenzen zu den eigentlichen Apokryphen allerdings fließend. Zu diesen zählt man heute auch sogenannte Agrapha: Worte, Dialoge und Episoden von und über Jesus, die sonst in der NT-Überlieferung unbekannt sind und parallel dazu – auch innerhalb von Schriften der Apostolischen Väter – überliefert wurden.

Literatur
Wilibald Grimm und Otto Fridolin Fritzsche: Kurzgefaßtes exegetisches Handbuch zu den Apokryphen des Alten Testaments. Leipzig 1851–1860.
Emil Kautzsch: Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments. 2 Bände, Tübingen, 1900. ISBN 978-3-487-05587-9 (in Verbindung mit Fachgenossen)
Paul Rießler: Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel. Kerle/Rühling, Heidelberg 1928. ISBN 3-600-30046-6
Erich Weidinger: Die Apokryphen – Verborgene Bücher der Bibel. Bechtermünz, München 1999. ISBN 3-86047-474-X (Apokryphen des alten und neuen Testaments)
Wilhelm Schneemelcher: Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung. 2 Bde. Mohr, Tübingen 1999 ISBN 3-16-147252-7 (Ausführliche Beschreibungen)
Klaus Berger, Christiane Nord: Das Neue Testament und frühchristliche Schriften. Insel, Frankfurt am Main 2000. ISBN 3-458-16970-9 (Deutsche Übersetzung der Texte)
Dieter Lührmann: Die apokryph gewordenen Evangelien. Brill, Leiden – Boston 2004. ISBN 90-04-12867-0 (Studien zu neuen Fragmenten)
Katharina Ceming, Jürgen Werlitz: Die verbotenen Evangelien. Marixverlag, Wiesbaden 2004. ISBN 3-937715-51-7 (Apokryphe Schriften)
Uwe-Karsten Plisch: Was nicht in der Bibel steht. Apokryphe Schriften des frühen Christentums. Deutsche Bibelgesellschaft 2006 ISBN 978-3-438-06036-5
Alfred Pfabigan: Die andere Bibel. Gottes verbotene Worte. Eichborn, Frankfurt am Main 2004. ISBN 3-8218-5599-1
Edgar Hennecke (Hg.): Die verborgenen Akten der ersten Christen. Marixverlag, Wiesbaden 2006. ISBN 3-86539-106-0
Alfred Schindler (Hg.): Apokryphen zum Alten und Neuen Testament, mit 20 Handzeichnungen von Rembrandt, Manesse Bibliothek der Weltliteratur, Manesse Verlag Zürich, 2. Aufl. 1988. ISBN 3-7175-1756-2

Quelle :

http://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen

216: Hier wird gesagt, dass Judas die Form von Jesus bekam und die Menschen Judas gekreuzigten, weil sie dachten, dass dieser Jesus sei.

Das Barnabasevangelium ist ein apokryphes Evangelium, das Barnabas, einem Jünger aus dem engeren Kreise Jesu zugeschrieben wird. Die Überlieferungsgeschichte des Textes ist umstritten. Besondere Bedeutung erhält der Text dadurch, dass er in zentralen Aussagen stark von der Glaubenstradition fast aller christlichen Konfessionen abweicht und eine Brücke zu islamischem Gedankengut aufbaut. Es ist heute in vielen islamischen Ländern ein Bestseller.

Ein unter Historikern als wahrscheinlich angesehener Erklärungsansatz ist es, im Verfasser einen zum Islam konvertierten Christen zu sehen, der über Kenntnisse in beiden Traditionen verfügte. Den Text hat er wahrscheinlich in Spanien verfasst.

http://de.wikipedia.org/wiki/Barnabasevangelium

Von islamischen Gelehrten wird das Barnabasevangelium gerne als Kronzeuge für die Verfälschung der Lehre Jesu herangezogen. Christliche Theologen, säkulare Historiker, aber auch einige islamische Gelehrte sehen im vorliegenden Text dagegen eine Fälschung aus dem 14. bis 16. Jahrhundert (Pseudepigraph).

Das Barnabasevangelium ist nicht zu verwechseln mit dem Barnabasbrief aus dem 1. Jahrhundert oder mit den Barnabasakten der neutestamentlichen Apokryphen.

Das Barnabasevangelium versteht sich selbst als „wahres Evangelium Jesu, genannt Christus, eines neuen Propheten, der von Gott der Welt gesandt, gemäß dem Bericht des Barnabas, seines Apostels“ und gilt den Verteidigern seiner Echtheit als das einzige bekannte Evangelium, dessen Verfasser wirklich Zeuge der Ereignisse um Jesus war. Die Geschichte des Textes lässt sich jedoch nur bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Der älteste vollständig erhaltene Text ist ein italienisches Manuskript aus dem 18. Jahrhundert, das heute in der Österreichischen Nationalbibliothek einzusehen ist. Von zwei älteren spanischen Manuskripten ist nur noch eines fragmentarisch erhalten und wird in Sydney aufbewahrt. Griechische, lateinische oder hebräische Handschriften wurden niemals entdeckt. Die Behauptung, dass eine Handschrift aus dem 1. Jahrhundert in der Türkei aufgefunden worden sei, ist nicht überprüfbar. Sie kann sich auf keinen archäologisch gesicherten Befund, sondern lediglich auf eine Notiz in türkischen Zeitungen des Jahres 1986 berufen.

Die von den Verfechtern der Echtheit postulierte frühe Textgeschichte beruht auf einigen Spekulationen. Das Evangelium sei in der frühen Kirche weit verbreitet gewesen und beispielsweise durch Irenäus rezipiert worden, habe zwischenzeitlich sogar dem Kanon der alexandrinischen Kirche angehört, bis es im Jahr 325 durch das Konzil von Nicäa verboten worden sei. Der Papst habe jedoch ein Exemplar in seiner Privatbibliothek gerettet, wo es aufbewahrt wurde bis es am Ende des 16. Jahrhunderts ein Freund Papst Sixtus’ V. aus der Bibliothek entwendete. Nach einer weiteren Legende aus dem 16. Jahrhundert stamme ein Manuskript von Barnabas selbst. Es sei im Jahr 478 mitsamt den sterblichen Überresten des Barnabas auf Zypern entdeckt worden. Der Autor beruft sich dabei auf eine – in Ihrer Historizität umstrittene – zypriotische Legende des 5. Jahrhunderts, in der allerdings von einem Evangelium berichtet wird, das von Barnabas abgeschrieben wurde. Für eine frühchristliche Existenz des heute bekannten Barnabasevangeliums oder seine Identität mit einem im frühen Christentum bekannten apokryphen Evangelium des Barnabas gibt es keinen schlüssigen Beweis.
Die Theologie des Barnabasevangeliums weicht in drei fundamentalen Punkten von der Auffassung fast aller christlichen Kirchen und der kanonischen neutestamentlichen Schriften ab:

Trinität, Gottessohnschaft Jesu
Erlösertod am Kreuz
Auferstehung
Das Evangelium schildert die Lebensgeschichte Jesu und seiner Jünger von der Ankündigung der Geburt Jesu bis zu seinem Tod. Der Text vereinigt dabei jüdische, christliche und muslimische Elemente. Wie die anderen Evangelien auch, erzählt es von Jesu Wundern, seinen Gleichnissen, von letztem Abendmahl, Verrat, Prozess und Kreuzigung. Im Gegensatz zur christlichen Tradition stirbt allerdings nicht Jesus sondern – aufgrund einer Verwechslung – Judas Ischariot am Kreuz. Folglich kann es auch keine Auferstehung Jesu gegeben haben. Damit erweitert das Barnabasevangelium eine Aussage des Koran, der in seiner einzigen Erwähnung der Kreuzigung ebenfalls davon ausgeht, dass nicht Jesus gekreuzigt wurde, ohne sich jedoch auf eine andere Person festzulegen. Im gesamten Text des Evangeliums findet sich dezidiert islamisches Gedankengut. So enthält es die in frühchristlicher Zeit noch unbekannte Schahada (das islamische Glaubensbekenntnis), nennt Adam, Abraham, Ismael, Moses, David und Jesus unterschiedslos Gesandte Gottes oder lässt die Verheißung Jesu Geburt an Ismael ergehen, der auch anstelle von Isaak durch Abraham geopfert werden sollte. Damit bestreitet der Text die exklusive Stellung Jesu Christi im Christentum.

Aus der Rezeption islamischen Gedankengutes schließt die nichtislamische Redaktionskritik, dass die vorliegende Textgestalt nicht vor dem 7. Jahrhundert entstanden sein kann. Allenfalls wäre eine ältere Vorlage – sofern sie überhaupt existierte – in wesentlichen Teilen überarbeitet bzw. verfälscht worden. Eine weitergehende Analyse des Inhaltes zeigt Parallelen zu mittelalterlichem Gedankengut, so etwa den Vorstellungen Dantes über Himmel, Hölle und Paradies oder den Idealen mittelalterlicher Mönchsaskese. Als wahrscheinlichste Datierung gilt nicht-islamischen Historikern daher der Zeitraum vom 14. bis ins 16. Jahrhundert.

Weit schwieriger als die Analyse der Entstehungszeit sind Verfasserschaft und Interesse des Textes zu ermitteln.

Etliche fehlerhafte Darstellungen der Geographie und Geschichte Judäas in den Erzählungen zeigen, dass der Verfasser weder Zeit noch Örtlichkeiten der Handlung aus eigener Anschauung kannte. Gegen ein vorschnelles Urteil, es handele sich um eine islamische Propagandaschrift, sprechen die erheblichen Differenzen zur islamischen Lehre, die sich trotz der Rezeption des Islam im Text finden.

Hier einige Punkte von mir aus dem Barnabas Evangelium:

53: Hier werden einige Zeichen des jüngsten Gerichts wiedergegeben

55: Hier wird ganz offen von Muhammed (sav) berichtet. Er wird als Mahomet bezeichnet.

56: Hier heißt es, dass Israfil auf die Trompete pusten wird und dann der Untergang kommt.

63: Hier wird die Geschichte vom Propheten Jonas (Yunus) a.s. ähnlich wie im Koran berichtet.

70: Hier erklärt Jesus (as) dass er auf keinen Fall der Sohn Gottes ist. Er bezeichnet Petrus, der dies behauptet, als Teufel.

71: Hier sagt Jesus, dass nur Gott die Sünden vergeben kann. Also keine Beichte gegenüber Menschen.

72: Hier verkündet er, dass Muhammed (sav) kommen wird. Als Zeichen sagt er, dass eine Wolke über ihn schweben wird. Falls ihr euch erinnert, die Christen damals erkannten Muhammed an dieser Wolke (u.a. der Priester Bahira).

82: Hier sagt Jesus (as) dass er nicht der Sohn Gottes ist, sondern ein Prophet.
Hier wird auch offen vom Propheten Muhammed (sav) berichtet. Sogar das “lev lake lev lake” hadith taucht hier auf !!!

99: Hier wird die Geschichte vom Propheten Hiob (Eyyüp) a.s. ähnlich wie im Koran berichtet.

123: Hier heißt es, dass nur Allah die Sünden vergeben kann.

136: Hier steht, dass die Teufel vor Mahomet (Muhammed) fliehen werden.

143: Hier verkündet er wieder, dass Muhammed (sav) kommen wird.

182: Hier sagt Jesus (as), dass man ihn nicht Herr sondern Bruder nennen soll.

215: Hier wird gesagt, dass Jesus nicht gekreuzigt wurde, sondern von Engel zu Gott emporstieg.

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